verheiratet und zwei Wohnungen

      verheiratet und zwei Wohnungen

      Guten Tag,

      mein Mann und ich leben, nachdem wir zwei Jahre mit seinen Kindern und meinem Kind zusammengelebt haben, inzwischen in zwei unterschiedlichen Wohnungen, sind aber nicht getrennt. Bereits während des Zusammenlebens hat er seine Finanzen vor mir eher geheim gehalten - ich weiß bis heute nicht wirklich, was er verdient, während er von mir alles weiß. Steuerlich sind wir zusammen veranschlagt. Er ist Partner in einer gut laufenden Anwaltskanzlei.
      Er zahlt mir, weil ich sonst nicht mit meinem Gehalt hinkomme, 400 Euro im Monat, wobei er sagt, es wäre der Betrag, den er durch die Heirat mit mir steuerlich einspart.
      Da wir eine Art Zweiklassengesellschaft innerhalb unserer Ehe haben und auch schon während des Zusammenlebens hatten (er kauft für sich und seine Kinder Designerklamotten, macht Wochenendtrips etc , während ich mir das alles nicht leisten kann und jeden Cent zweimal umdrehe) frage ich mich, ob mir als Ehefrau irgendetwas zusteht? So, wie es seit Jahren läuft, fühlt es sich nicht gut an. Ich weiß, es klingt alles sehr naiv - dennoch wäre ich froh um einen Rat. Vielen Dank.
      Hallo Judith,

      habt Ihr einen Ehevertrag geschlossen, Gütertrennung vereinbart? Dann steht es im Vertrag.

      Anderenfalls seid Ihr meines Wissens per Heirat eine Zugewinngemeinschaft und alle Einkommen gehen durch 2. Nur wenn Ihr getrennt Verbindlichkeiten eingeht, ist der Unterzeichner allein kostenverantwortlich. Unterzeichnet Ihr beide, seid Ihr beide voll kostenantwortlich (d.h. fällt einer von beiden als Zahler aus, kommt der andere komplett auf).

      Vielleicht wäre es lohnend mal nachzusehen, wie hoch Anspruch auf Trennungsunterhalt wäre, wenn Ihr getrennt leben würdet.

      Aber generell, wenn Du meinen Rat hören wolltest, würde ich Euch vermutlich eher empfehlen, miteinander darüber zu reden, was Euch aneinander stört, um die Beziehung zu kitten. Falls das ohne Moderation nicht geht, gibt es Paarberatungsstellen (Kirchen, Sozialdienste, ....) Die finanziellen Schwierigkeiten scheinen ja eher eine Folge der missglückenden Beziehung zu sein, falls ich das so richtig sehe.
      Gruß
      Thorsten
      Hallo thz2906,
      nein, wir haben keinen Ehevertrag, nichts vereinbart.

      Finanziell ief es ab dem Zusammenzeiehn seltsam, aber da ich die schlechter Verdienende war, mochte ich auch nichts sagen. Erst als ich nichts mehr hatte bzw merkte, dass ich er einen ganz anderen Standard lebt als ich, begann der Ärger. Egal, wie es sonst lief, die Finanzen waren von Beginn an ein Problem und auch Paartherapeuten haben sich daran die Zähne ausgebissen, weil mein Mann einfach darauf bestand, dass auch in einer Ehe größtmögliche Unabhängigkeit vorherrschen sollte und er sich nicht für Ausgaben rechtfertigen wolle, die er vor der Ehe mit mir auch machen konnte ohne Absprachen.
      Es ist wohl leider zu spät, Dich darauf aufmerksam zu machen, dass man so grundlegende Beziehungsfragen klären sollte, BEVOR man heiratet. Aber selbst dann kann sich der Partner nach der Hochzeit ja immer noch schlagartig verändern.

      Ich weiß nicht, wie der Umgang Verheirateter miteinander während der Ehe juristisch geregelt ist, ich weiß nur, dass Gewalt in der Ehe verboten ist. Ob und in wie weit ein Ehepartner verpflichtet ist, sein Geld mit ihm zu teilen, kann ich Dir nicht sagen.

      Ich weiß nur, dass es Regelungen gibt, die während der Trennungszeit und nach einer Scheidung gelten. Da wird das gemeinsame Eigentum dann sowieso fifty-fifty aufgeteilt. Oder mehr twenty-twenty, den Rest kriegen die Rechtsanwälte. In so fern macht eine Einkommenstrennung ohne Vertrag während der Ehe wenig Sinn, schätze ich. Aber das sind nur Vermutungen, verbindliche Auskunft geben kann ich da nicht.
      Gruß
      Thorsten
      Hallo judith74,

      Willst du verheiratet bleiben, oder willst du die Trennung/Scheidung?

      Wo sollen die Kinder wohnen?

      lg
      edy
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      Hallo Edy,

      ich möchte mich nicht trennen. Da wir keine gemeinsamen Kinder haben, aber doch oft unterschiedliche Ansichten zur Erziehung/Sozialisation der Kinder, lebt jetzt einfach nur jeder mit seinen Kids zusammen. Er mit seinen beiden und ich mit meinem und an den Wochenenden/Urlaub/Ferien fahren wir zueinander.
      Es ist einfach nur ein Thema, bei dem ich mich nicht richtig traue, den Mund aufzumachen und er kein Interesse daran hat, mit mir gemeinsame Sache zu machen. Aber das Thema wird uns vielleicht noch länger begleiten, da wir in ein paar Jahren wieder zusammen ziehen wollen. Und aus der geldfrage ergeben sich ja auch Machtverhältnisse. Das fühlt sich nicht richtig an, ich habe aber keine Ahnung, ob es ein Recht auf irgendwas für mich überhaupt während der Ehe gibt...
      Guck mal hier:
      recht-finanzen.de/contents/112…hegatten-waehrend-der-ehe

      Vielleicht hilft das.

      Wobei, wenn Dein Mann Rechtsanwalt ist, wird er das wissen. Ich weiß nicht, ob es viel Sinn macht und zur Entspannung beiträgt, ihn in der Hinsicht belehren zu wollen.

      Gruß Thorsten
      Gruß
      Thorsten

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „thz2906“ ()

      Hi,

      ganz ehrlich, ich habe wenig Verständnis dafür, dass jemand blind Steuererklärungen unterschreibt, sich gegenüber dem Finanzamt in Verantwortung begibt, bis hin zu strafrechtlichen Aspekten. Ehe du die nächste Steuererklärung unterschreibst, vielleicht mal anschauen, Ablichtungen fertigen, und der Steuerbescheid sollte dir auch zugehen. Dann weisst du so in etwa, was finanziell läuft. Und den alten Steuerbescheid, den kannst du dir beim Finanzamt nochmals holen, auch Akteneinsicht dort ist möglich.

      Einfach so abschätzen, bei einem Selbständigen, was er verdient, das ist schwer. Umsatz ist nun mal nicht gleich Verdienst. Da kann man überhaupt nichts aussagen, und selbst wenn hier eine Zahl stünde, würde das nicht weiterhelfen.

      Bleibt die Frage, wie in eurem Fall der angemessene Unterhalt des Ehepartners aussieht. Da ihr nicht getrennt lebt, ein etwas ungewöhnliches Modell gewählt habt, ist es letztlich eine Frage der Vereinbarung. Es gibt so eine Taschengeldregelung, die aber hier auch nicht so ganz greift. Der nicht berufstätige Ehepartner hat einen Anspruch auf etwa 7 % Taschengeld. Das mal als Anhaltspunkt. Aber, nochmals, bei eurem Modell ist Einvernehmen angesagt. Ich sehe einfach keine Rechtsgrundlage, die über die Steuerersparnis hinaus geht.

      Herzlichst

      TK

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