Hilfe bei der Berechnung der Unterhaltspflicht

      Hilfe bei der Berechnung der Unterhaltspflicht

      Hallo ihr lieben,

      ich möchte gerne wissen, in welcher Höhe ich unterhaltspflichtig für meine Eltern bin.

      Zu mir:
      • Ledig, zusammenlebend, unverheiratet
      • Bruttoeinkommen laut letzter Lohnsteuerbescheinigung 140,000€ (darin sind ca 30,000€ jährlicher Bonus und Aktien enthalten, die mal höher mal geringer ausfallen)
      • Wohnen in kreditfinanzierter, selbst genutzter Wohnung (ca. 350,000 Euro Wert), mit 800€ monatlicher Zins+Tilgungsbelastung für die nächsten 15 Jahre, 300€ Wohngeld
      • Mein bisher angespartes Kapital: 150,000€
      • Private Altersvorsorge: ca 500€ jeden Monat, die ich in Aktien ETFs investiere. Dazu lege ich jeden Monat ca 1500€ in Aktien an zur zusätzlichen Vorsorge.
      • Gesetzlich krankenversichert
      • Partner: ca 2500€ Netto-Einkommen
      Meine Fragen
      (1) wie würde sich meine Unterhaltsrechnung ergeben?
      (2) gibt es Möglichkeiten, wie ich die Ansprüche ggf mindern kann?
      (3) was würdet Ihr jetzt tun?

      Danke Euch
      Hallo Kranz2017,

      eine Berechnung darf ein Laienforum natürlich nicht vornehmen.

      hier ein Rechner:

      h i e r

      zu 2) google mal nach "Bereinigung Elternunterhalt"

      lg
      edy
      Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
      z.B. "Hallo"
      das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtverbindlich.
      Danke Edy, würde das also jetzt so angehen - bitte um Feedback:

      Ausgangspunkt: 140,000€ Brutto ergeben ca 6200€ netto --> Frage: berücksichtigt das Finanzamt also auch diese variable Vergütung
      - davon ziehe ich 620€ Mehrkosten für die Wohnung ab (1100€ für die Wohnung (=800€ Zins+Tilgung+300€ Wohngeld) - 480€ Wohnpauschale)
      - davon ziehe ich 5% des Bruttogehalts ab für Vorsorge 580€ (7000€ jährlich)
      - davon ziehe ich 1800€ Selbstbehalt ab
      --> bereinigtes Einkommen zur Unterhaltszahlung =3200€
      --> 50% davon werden angesetzt = 1600€, die ich zahlen müsste

      (1) ist das Obige korrekt?
      (2) wird meine Lebenspartnerin auch zur Kasse gebeten?
      (3) wie wird meine Eigentumswohnung in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt und gibt es Möglichkeiten, diese einzusetzen, um den Anspruch zu mindern?
      (4) wie wird mein angespartes Kapital berücksichtigt in der Unterhaltsberechnung und gibt es Möglichkeiten, dies einzusetzen, um den Anspruch zu mindern?
      Hallo Kranz2017,

      warum sollte eigentlich deine Unterhaltspflicht gegenüber den Eltern eintreten?

      hängt doch alles von ihrer eigenen Rente ab und wie hoch z.B die Kosten für ein Altersheim sind.


      Kranz2017 schrieb:

      Ausgangspunkt: 140,000€ Brutto ergeben ca 6200€ netto --> Frage: berücksichtigt das Finanzamt also auch diese variable Vergütung


      Nicht das FA sondern das Sozialamt.

      edy
      Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
      z.B. "Hallo"
      das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtverbindlich.
      Hallo,

      Kranz2017 schrieb:



      Ausgangspunkt: 140,000€ Brutto ergeben ca 6200€ netto --> Frage: berücksichtigt das Finanzamt also auch diese variable Vergütung
      Leistungsfähigkeit und Bedürftigkeit der Eltern müssen zeitgleich vor liegen. Bei der Berechnung geht man zwar in der Regel zunächst vom Durchschnitt der letzten 12 Monate aus, sollte das Einkommen allerdings in den Folgejahren sinken, dann sollte man sofort eine Neuberechnung fordern und ggf. die Zahlung entsprechend kürzen. So lange man sich auf der außergerichtlichen Ebene befindet ist das jederzeit möglich.

      - davon ziehe ich 620€ Mehrkosten für die Wohnung ab (1100€ für die Wohnung (=800€ Zins+Tilgung+300€ Wohngeld) - 480€ Wohnpauschale)

      Zins und Tilgung sind in voller Höhe abzugsfähig, das Wohngeld wird wahrscheinlich aber nur zum Teil anerkannt werden. Allerdings wird man damit rechnen müssen, dass evtl. ein Wohnwert dem Einkommen fiktiv zugeschlagen wird.

      Bei einer Wohnungsgröße von z.B. 100 qm und einem durchschnittlichen qm-Preis von 8 EUR/qm ergäbe sich ein Wohnwert von 800EUR.

      - davon ziehe ich 5% des Bruttogehalts ab für Vorsorge 580€ (7000€ jährlich)

      Damit Altersvorsorge anerkannt wird muss sie tatsächlich erfolgen. Pauschal 5% vom Brutto wird nicht anerkannt. Das ergibt in der Regel die höchstmögliche Altervorsorge. Da der Tilgunsanteil der Kreditrate bereits Vermögensbildung ist wird dieser Teil auf die mögliche Altersvorsorge angerechnet.

      (2) wird meine Lebenspartnerin auch zur Kasse gebeten?

      Nein!
      Die Lebenspartnerin muss auch keine Auskunft über Einkommen und Vermögen geben. Man wird dann höchstens eine Haushaltsersparnis ansetzen können. Eine Heirat könnte u.U. zu einem etwas geringeren EU führen.


      (3) wie wird meine Eigentumswohnung in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt und gibt es Möglichkeiten, diese einzusetzen, um den Anspruch zu mindern?

      Sie wird natürlich berücksichtigt. Siehe oben.
      Die Eigentumswohnung könnte den Unterhaltsanspruch dann mindern, falls die Kreditbelastung höher wäre als der Wohnwert.
      Sollte der Wohnwert höher sein, dann würde das Einkommen fiktiv steigen.


      Ein großer Vorteil einer ETW ist jedoch, dass dieses Vermögen auf jeden Fall vor einem Zugriff des SA geschützt ist.

      (4) wie wird mein angespartes Kapital berücksichtigt in der Unterhaltsberechnung und gibt es Möglichkeiten, dies einzusetzen, um den Anspruch zu mindern?

      Wie denn??
      Sei froh, wenn kein Unterhalt aus Vermögen gefordert wird.



      Gruß
      awi47

      Kranz2017 schrieb:



      ich möchte gerne wissen, in welcher Höhe ich unterhaltspflichtig für meine Eltern bin.


      Eine Unterhaltsplicht besteht eigentlich permanent.

      § 1601 BGB
      Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.


      Ob § 1601 zum Zuge kommt wird in § 1602 und § 1603 geregelt

      § 1602 BGB
      (1) Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.


      d.h. der scheinbar Bedürftige hat zunächst seine eigenen Mittel (Einkommen, Vermögen) einzusetzen. Im Prinzip ist auch nur die Existenzsicherung gemeint, also kein Luxusheim, kein Einzelzimmer

      § 1603
      Leistungsfähigkeit

      1) Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren.

      Kranz2017 schrieb:



      (1) wie würde sich meine Unterhaltsrechnung ergeben?

      Ausgangsbasis = Nettogehalt
      + Kapitaleinkünfte (Zinsen, Dividenden)
      + Steuererstattung
      + Wohnvorteil
      + sonstiges
      _________________
      Summe aller Einnahmen

      ./. Berufsbedingte Aufwendungen, je nach zuständigem OLG auch pauschal 5% des Netto
      ./. Private Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeitsversicherung
      ./. Schuldverpflichtungen, die vor der RWA entstanden
      ./. Altersvorsorge im Rahmen der Höchstgrenzen
      ./. Fahrtkosten und Aufwendungen für den Elternteil
      ./. Sonstiges
      ___________________________________
      => anrechenbares bereinigtes Einkommen

      ./. Mindestselbstbehalt (bei Unverheiratetem 1800 EUR)
      ____________________________________
      => Resteinkommen

      Die Hälfte des Resteinkommens könnte gefordert werden.
      Beim zusammenleben mit einem Lebenspartner wird in der Regel eine Haushaltsersparnis angesetzt.
      Üblich sind 10%. Etliche Juristen sind jedoch der Meinung, dass es nur 5% sein dürften. 5% für den UHP und 5% für den Lebenspartner. Das kann m.E. nur gelten, wenn beide das gleiche Einkommen hätten. Wenn das Einkommen des Lebenspartners bekannt gegeben wird, könnte man eine Quotierung erreichen.

      (2) gibt es Möglichkeiten, wie ich die Ansprüche ggf mindern kann?

      Überprüfen, ob die Bedürftigkeit des Eltenteils richtig ermittelt wurde
      Heiraten, Kinder bekommen

      (3) was würdet Ihr jetzt tun?

      Warum werden Informationen benötigt?
      Ist ein Elternteil bereits bedürftig?
      Liegt die RWA schon vor?


      Vielen awi47 für diese sehr hilfreiche Antwort -

      Deine Rechnung habe ich durchgeführt und gibt ein ernüchterndes Bild: es bleiben ca 2000€ auf mich sitzen. Die Frage ist nun, ist das nach oben hin gedeckelt? Denn, falls die Eltern ein Pflegefall werden, ist auch der Unterhalt deutlich höher, sprich kann es sein, dass ich dann 3000€ dafür einplanen müsste?

      Danke Euch

      Kranz2017 schrieb:


      Deine Rechnung habe ich durchgeführt und gibt ein ernüchterndes Bild: es bleiben ca 2000€ auf mich sitzen. Die Frage ist nun, ist das nach oben hin gedeckelt?

      Die Deckelung ist durch den Bedarf des Elternteiles gegeben. Beim Bedarf spielen auch Einkommen und Vermögen des Elternteils eine Rolle, auch das Heim. Wie schon gesagt es bestünde nur ein Anspruch auf Existenzsicherung. Ein Luxusheim muss nicht bezahlt werden, vorausgesetzt das Kind ist bei der Auswahl des Heimes nicht involviert.

      Denn, falls die Eltern ein Pflegefall werden, ist auch der Unterhalt deutlich höher, sprich kann es sein, dass ich dann 3000€ dafür einplanen müsste?

      Wenn man davon aus geht, dass ein Heimplatz ca. 3500 EUR kostet, das Elternteil sicher eine Rente haben wird und auch die Pflegeversicherung leistet, dürften 3000EUR sehr hoch gegriffen sein.


      Du hast folgende Fragen noch nicht beantwortet:

      Warum werden Informationen benötigt?
      Ist ein Elternteil bereits bedürftig und bezieht Sozialhilfe?
      Liegt die RWA schon vor?
      vielen dank awi47!

      wenn also beide elternteile pflegefälle wären und die plätze 7,000€ kosten würden, würde ich bei einer angenommenen rente von knapp 500€ insgesamt für beide elternteile ein ungedeckter bedarf von 6,500€ bestehen. Angenommen meine Leistungsfähigkeit ist 4000€, dann würde ich selbst in dem obigen Fall nur max. 2000€ zahlen müssen. Ist das richtig? Mir geht es nur darum zu verstehen, wo meine Obergrenze ist bei den obigen Annahmen.

      Nein, es liegt noch nichts Konkretes vor, aber die Eltern sind auf jeden Fall bedürftig mit einer Rente von 500€, daher will ich mich wappnen.

      Kranz2017 schrieb:


      wenn also beide elternteile pflegefälle wären und die plätze 7,000€ kosten würden, würde ich bei einer angenommenen rente von knapp 500€ insgesamt für beide elternteile ein ungedeckter bedarf von 6,500€ bestehen.

      Ich halte einen ungedeckten Bedarf von 6500 EUR für utopisch.
      Wie schon oben geschrieben muss man kein Luxusheim finanzieren.
      Ich nehme mal ein Beispiel für Heimkosten in meiner Nähe. Das erste, das ich bei einer Google Suche gefunden habe:

      Bei Pflegegrad 4
      Gesamtkosten pro Monat ca. 3.200 EUR
      abzgl. Erstattung der Pflegekasse: 1775 EUR
      abzgl. Rente 250 EUR
      ________________________
      Ungedeckter Bedarf: 1175 EUR x 2 = 2350 EUR

      Angenommen meine Leistungsfähigkeit ist 4000€,

      Nach den obigen Daten unwahrscheinlich:

      Nettoeinkommen: 6200 EUR
      + Wohnwert angenommen 800 EUR
      abzgl. berufsbedingte Ausgaben pauschal 5% = 310 EUR
      abzgl. Kreditschulden 800 EUR
      ___________________________
      Bereinigtes Nettoeinkommen: 5890 EUR
      abzgl. Selbstbehalt 1800 EUR
      _____________________________________
      => Resteinkommen 4090 EUR
      Davon die Hälfte wären also 2045 EUR.
      Selbst wenn man eine Haushaltsersparnis von 10% ansetzen würde, käme man nicht auf eine auf eine Leistungsfähigkeit von 4000 EUR sondern maximal auf etwa 2400 EUR.


      dann würde ich selbst in dem obigen Fall nur max. 2000€ zahlen müssen.
      Ist das richtig? Mir geht es nur darum zu verstehen, wo meine Obergrenze ist bei den obigen Annahmen.

      Nach dem obigen Beispiel nur 2350 EUR. Dabei habe ich das Wohngeld völlig außen vor gelassen. Ein Teil des Wohngeldes wird anerkannt werden müssen, z.B. Rücklagen für Instandhaltungen, Verwaltungskosten u.ä.

      Nein, es liegt noch nichts Konkretes vor, aber die Eltern sind auf jeden Fall bedürftig mit einer Rente von 500€, daher will ich mich wappnen.

      Der beste Schutz sind hohe Schulden, da diese vorrangig vor Elternunterhalt sind.

      Guten morgen awi47, vielen Dank für Deine Hilfe.


      - Bei Pflegegrad 4 Gesamtkosten pro Monat ca. 3.200 EUR
      - abzgl. Erstattung der Pflegekasse: 1775 EUR
      - abzgl. Rente 250 EUR
      ________________________
      Ungedeckter Bedarf: 1175 EUR x 2 = 2350 EUR


      Wenn meine Eltern insgesamt 500€ Rente bekommen, bekommen sie dann trotzdem noch die Erstattung der Pflegekasse in dieser von Dir genannten Höhe? Das wusste ich nämlich nicht. Das würde dann ja tatsächlich einiges an Last von meinen Schultern nehmen. Welche Kriterien müssen gegeben sein, damit meinen Eltern diese Unterstützung der Pflegekasse gewährt wird?

      Quellcode

      1. ​=> Resteinkommen 4090 EUR
      2. Davon die Hälfte wären also 2045 EUR.


      Genau, sorry, ich meinte 4000€ wäre das Resteinkommen. Davon 50% wäre meine Leistungsfähigkeit oder 2400€ wie Du gerechnet hast.
      --> Ist das auch das Maximum, was ich je zahlen müsste, richtig?
      --> Mein Eigenkapital, meine Eigentumswohnung würden verschont bleiben?

      Quellcode

      1. ​Der beste Schutz sind hohe Schulden, da diese vorrangig vor Elternunterhalt sind.

      Wie meinst Du das? Sollte ich vom Kapital eine weitere Eigentumswohnung holen und tilgen?
      Was würdest Du hier empfehlen?

      Ich möchte gerne eine eigene Familie gründen irgendwann und mit diesen Aussichten graut es mir auch ein wenig davor (auch wenn ich weiss, dass Kinder noch einmal den Selbstbehalt erhöhen, möchte ich das ungern davon abhängig machen).

      Danke Dir
      Hallo,

      Kranz2017 schrieb:



      Wenn meine Eltern insgesamt 500€ Rente bekommen, bekommen sie dann trotzdem noch die Erstattung der Pflegekasse in dieser von Dir genannten Höhe?
      Ich gehe davon aus, dass die Eltern krankenversichert sind und damit auch pflegeversichert.
      Das wusste ich nämlich nicht. Das würde dann ja tatsächlich einiges an Last von meinen Schultern nehmen. Welche Kriterien müssen gegeben sein, damit meinen Eltern diese Unterstützung der Pflegekasse gewährt wird?
      Die Einstufung in einen Pflegegrad durch den MDK.

      --> Ist das auch das Maximum, was ich je zahlen müsste, richtig?
      Ja. entweder der ungedeckte Betrag oder die maximale Leistungsfähigkeit, je nach dem was niedriger ist. Bei der Leistungsfähigkeit könnte ein geschickter Anwalt sich auch noch etwas heraus kitzeln.

      --> Mein Eigenkapital, meine Eigentumswohnung würden verschont bleiben?
      Die selbstbewohnte Immobilie ist auf jeden Fall geschützt. Dafür wird ja ein Wohnwert als Einkommen fiktiv berechnet. Bei einem Brutto von 140.000 EUR kann man dürfte das geschützte Altersvorsorgevermögen weit über 150.000 EUR liegen.

      Quellcode

      1. ​Der beste Schutz sind hohe Schulden, da diese vorrangig vor Elternunterhalt sind.

      Wie meinst Du das? Sollte ich vom Kapital eine weitere Eigentumswohnung holen und tilgen?
      Was würdest Du hier empfehlen?
      Ob sich eine weitere ETW lohnen würde kann ich nicht vorher sagen.
      Ich vermute mal nein, da man ja dann wieder Mieteinnahmen hätte.
      Eine größere, moderne eventuell.
      Die selbst bewohnte Immobilie ist auf jeden Fall geschützt.
      Kreditverpflichtungen, die man vor der RWA ein geht sind vorrangige Verpflichtungen.

      Hallo awi47, noch einmal lieben Dank für Deine Zeit und Hilfe!

      Ja, es sind beide krankenversichert momentan im Rahmen einer Familienversicherung - diese ergibt sich im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit, der sie nachgehen. Wie gestaltet sich das jedoch, wenn sie dieser nicht mehr nachgehen können? Von der Rente können sie die Krankenversicherung dann nicht mehr zahlen. Das heisst sie würden dann schon direkt zum Sozialfall, oder?

      Zu Deiner Anregung, mich zu verschulden, um somit bei Eingang eines RWAs mehr vorrangige Verpflichtungen nachweisen zu können: Was ich dabei nicht verstehe, ist, ob das ganze am Ende nur ein Nullsummenspiel ist, da ich doch zwar eine höhere Kreditbelastung haben werde (nehmen wir an 2000€), die meine Leistungsfähigkeit mindert, aber auf der anderen Seite einen ebenso proportional hohen Wohnwert, der fiktiv dazu gerechnet wird. Sprich: am Ende habe ich zwar eine größere Wohnung, aber auch mehr Schulden am Hals ohne meinen Unterhalt an die Eltern gemindert zu haben. Ist das richtig?

      Gibt es sonst noch andere Möglichkeiten, wie ich bei meinem Verdienst den Unterhaltsanspruch verringern kann?

      Danke Euch
      Awi47, noch ein kleiner Nachtrag:

      --> Mein Eigenkapital, meine Eigentumswohnung würden verschont bleiben?
      "Die selbstbewohnte Immobilie ist auf jeden Fall geschützt. Dafür wird ja ein Wohnwert als Einkommen fiktiv berechnet. Bei einem Brutto von 140.000 EUR kann man dürfte das geschützte Altersvorsorgevermögen weit über 150.000 EUR liegen."

      Was ist ein Altersvorsorgevermögen unter Berücksichtigung meines Einkommens und "Vermögens", das mir das Sozialamt zusprechen würde? Wie errechnet das SA das? Angenommen ich dürfte 250,000€ ansparen, die komplett geschützt sind, dann könnte ich ja Stand heute die ETW verkaufen, und mit dem Geld aus der Verkauf der Wohnung + dem angesparten Kapital eine größere Wohnung kaufen und dann ist mein Altersvorsorgevermögen wieder bei 0 und dann wird es auch wieder eine ganze Weile dauern...

      Danke schön

      Kranz2017 schrieb:



      Von der Rente können sie die Krankenversicherung dann nicht mehr zahlen. Das heisst sie würden dann schon direkt zum Sozialfall, oder?

      Für Rentner besteht folgende Möglichkeiten der Krankenversicherung:
      - in der gesetzlichen Krankenversicherung die Pflichtversicherung, die freiwillige Mitgliedschaft oder die Familienversicherung,
      - bei einem Versicherungsunternehmen die private Krankenversicherung.

      Die Rentenversicherung beteiligt sich an den Aufwendungen zur Krankenversicherung - ob Sie als Rentner nun in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder sich privat versichern.


      Zu Deiner Anregung, mich zu verschulden, um somit bei Eingang eines RWAs mehr vorrangige Verpflichtungen nachweisen zu können: Was ich dabei nicht verstehe, ist, ob das ganze am Ende nur ein Nullsummenspiel ist, da ich doch zwar eine höhere Kreditbelastung haben werde (nehmen wir an 2000€), die meine Leistungsfähigkeit mindert, aber auf der anderen Seite einen ebenso proportional hohen Wohnwert, der fiktiv dazu gerechnet wird. Sprich: am Ende habe ich zwar eine größere Wohnung, aber auch mehr Schulden am Hals ohne meinen Unterhalt an die Eltern gemindert zu haben. Ist das richtig?

      Nur teilweise richtig.

      Während bestehende Schuldverpflichtungen in voller Höhe anzurechnen sind, gibt es bei der Höhe des Wohnwerts durchaus Begrenzungen zu Gunsten des UHP.

      Die Rechtsprechung geht davon aus, dass sich ein Kind nicht sein Leben lang darauf einstellen muss, einmal für die Eltern Unterhalt zahlen zu müssen.
      Im Gegensatz zu Kindesunterhalt ist der Elternunterhalt gesetzlich schwach verankert. Deshalb kann grundsätzlich nicht verlangt werden, dass Wohneigentum verkauft werden muss. Außerdem gilt der Grundsatz, dass der angemessene Wohnwert nicht mit der bei einer Fremdvermietung des Wohneigentums erzielbaren objektiven Marktmiete zu bemessen sei.

      Ein Beispiel dazu: Der alleinstehende UHP bewohnt eine ETW mit 150 qm. Die ortsübliche Miete für diese Wohnung würde (150qm x 8 EUR/qm) 1200 EUR betragen. Angemessen wäre für eine alleinstehende Person allerdings nur eine Wohnungsgröße von 70qm- 80qm. Als Wohnwert könnte jetzt nur 80qm * 8 EUR/qm angesetzt werden.

      Zu diesem Thema findet man zahlreiche Beiträge im Internet. Google mal mit den Stichwörtern Elternunterhalt, angemessener Wohnwert

      Beispiel:
      iww.de/sr/elternunterhalt/leis…nd-elternunterhalt-f91748

      Ein interessantes Urteil des BGH findest du hier:

      juris.bundesgerichtshof.de/cgi…t=en&nr=77504&pos=0&anz=1


      Kranz2017 schrieb:



      Was ist ein Altersvorsorgevermögen unter Berücksichtigung meines Einkommens und "Vermögens", das mir das Sozialamt zusprechen würde? Wie errechnet das SA das? Angenommen ich dürfte 250,000€ ansparen, die komplett geschützt sind, dann könnte ich ja Stand heute die ETW verkaufen, und mit dem Geld aus der Verkauf der Wohnung + dem angesparten Kapital eine größere Wohnung kaufen und dann ist mein Altersvorsorgevermögen wieder bei 0 und dann wird es auch wieder eine ganze Weile dauern...


      Es geht nicht darum was ein SA zusprechen würde sondern was ein oberes Gericht zusprechen würde.

      Die Rechtsprechung des BGH geht davon aus dass ein UHP
      - bis zur Einkommensbemessungsgrenze 5% seines Bruttoeinkommens
      - oberhalb der Einkommensbemessungsgrenze 24 - 25% seines Bruttoeinkommens

      mit 4% verzinst

      für seine sekundäre Altersvorsorge sparen darf, vorausgesetzt er legt dieses Geld tatsächlich an, und dass das so gesparte Vermögen bis zur Regelaltersgrenze (67J) geschützt ist.

      Bei 140.000 EUR Jahreseinkommen ergäbe sich also eine mögliche jährliche Sparrate von ca. 20.000 EUR.

      Wenn man nun von 35 Berufsjahren aus geht, ergäbe sich an Hand ein Altersvorsorgevermögen von ca. 1,5 Millionen EUR.

      Dieses (Bar)Vermögen wäre vor dem Zugriff des SA sicher zusätzlich zu der Immobilie.

      Ab dem gesetzlichen Rentenalter könnte das Vermögen an Hand der statistischen Lebenserwartung verrentet werden und fiktiv dem dann aktuellen Einkommen zugeschlagen werden.

      Kranz2017 schrieb:

      kann ich mein Einkommen weiter runter drücken, indem ich eine BaV mache und dort das maximum einzahle?

      So viel ich weiß wird die BaV auf die mögliche sekundäre Altersvorsorge angerechnet.

      Noch mal zu der obigen Berechnung:

      Bei einem Jahresbrutto von 140.000 EUR könnte man 20480/ 12 = 1707 monatlich anlegen.
      Das würde die Leistungsfähigkeit (Beispiel oben) auf ca.1400 EUR drücken.
      hallo liebe(r) awi47 - danke für deine grossartige Hilfe!

      Ich habe noch ein paar klärende Fragen:

      "Bei 140.000 EUR Jahreseinkommen ergäbe sich also eine mögliche jährliche Sparrate von ca. 20.000 EUR."
      --> ich kann den Schritt leider noch nicht wirklich nachvollziehen. 25% von 140,000 sind doch 35,000€ und nicht 20,000€?
      --> muss das Geld so angelegt sein, dass ich das angesparte Kapital nicht liquidieren darf? Beispiel: könnte ich das Gesparte nach 10 Jahren auflösen, um die Ausbildung meines Kindes zu finanzieren? Oder ist das Geld komplett zweckgebunden und ich kriege Probleme, wenn ich das tue.
      --> Und falls ich früher hops gehe, habe ich vom Geld leider überhaupt nichts gehabt... Blöd irgendwie, aber immerhin gibt es diese gute Sparmöglichkeit!


      "Ab dem gesetzlichen Rentenalter könnte das Vermögen an Hand der statistischen Lebenserwartung verrentet werden und fiktiv dem dann aktuellen Einkommen zugeschlagen werden."
      --> Kannst Du hierzu ein Beispiel geben?
      - Angenommen man hat noch 35 Berufsjahre vor sich, und die 1,5 Mio€ angespart nach 70 Jahren, was passiert dann? Man nimmt an mit 70, dass man noch 25 Jahre lang lebt, teilt die 1.5m durch 25 = 60,000€ pro Jahr, zahlt darauf Steuern erst einmal, und von dem, was übrig bleibt wird dann wieder Elternunterhalt gezahlt?

      "Bei einem Jahresbrutto von 140.000 EUR könnte man 20480/ 12 = 1707 monatlich anlegen.Das würde die Leistungsfähigkeit (Beispiel oben) auf ca.1400 EUR drücken."
      --> wie kommst Du auf 20,480€?
      --> Beispiel: ich habe meine Leistungsfähigkeit nun auf Basis Deiner Ratschläge neu berechnet und (bitte um kurze Bestätigung)
      • Nettoeinkommen (gerundet, damit einfacher zu rechnen): 6,500€
      • Wohnwert angenommen: 800€ (ist gedeckelt - auch wenn ich jetzt eine 150qm Wohnung hole und nachher mit Familie drin wohne, korrekt?)
      • abzgl berufsbedingte Ausgaben pauschal 5% = 325€
      • abzgl. Kreditschulden 2200 EUR (angenommen ich verkaufe jetzt meine Wohnung, nehme mein EK von 150k, dann finanziere ich mir eine große ETW über 30 Jahren)
      • abgzl Berufsunfähigkeitsversicherung= 100€ --> ist das in Ordnung so?
      • zzgl Haushaltsersparnis 10% ---> wie berechne ich diese?
      • ___________________________
      • Bereinigtes Nettoeinkommen: 3075 EUR
      • abzgl. Selbstbehalt 1800 EUR
      • _____________________________________
      • => Resteinkommen 1275 EUR
      • Davon die Hälfte wären also 640 EUR.
      --> Stimmt de obige Rechnung?
      --> ich habe noch Bafögschulden - die nehme ich an werden irgendwo abgezogen, oder? 100€ pro Monat wären das ca
      --> Schulden aus dem Kauf einer Küche sind auch 150€ ca monatlich. Findet so etwas auch Beachtung?
      --> Was passiert nach erfolgter Finanzierung der ETW nach 25-30 Jahren? Ich nehme an das drückt mein Einkommen wieder nach oben, richtig? Also lieber mehr Schulden aufnehmen, höhere Belastung eingehen, etc.?

      Eine andere Frage:
      --> ich möchte mich gerne beruflich weiter entwickeln, eine Umschulung machen. Hier könnte ich mich auch verschulden mit ca 50,000€. Wäre das sinnvoll, so etwas lieber dann zu finanzieren als aus dem EK zu zahlen?

      herzlichen dank im voraus!

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    Ein Angebot des Vereins "Für soziales Leben e.V."