Mann droht mit Scheidung

      Mann droht mit Scheidung

      Hallo zusammen und Danke für die Aufnahme in diesem Forum,
      meine Situation verhält sich wie folgt:
      ich bin mit meinem Mann nun 15 1/2 Jahre zusammen. 10 Jahre davon haben wir unverheiratet zusammen gelebt. Unsere Beziehung wurde recht zügig nach Beginn eine reine Zweckgemeinschaft und auch die Eheschliessung 2012 erfolgte aus rein rationalen, finanziellen Gründen.
      Mein Mann stand damals mit seiner Firma am Anfang, in der Entwicklung begriffen, ich kam aus einer sehr misslichen Situation- und so hat man sich eben zusammen getan.
      Ich habe 15 Jahre lang in stillem Einverständnis eine Beziehung/Ehe ohne Liebe geführt, aber hart mit ihm zusammen gearbeitet nach klassischer Rollenaufteilung, um das zu erreichen, was wir heute haben.
      Nun habe ich mich nach diesen 15 Jahren nun doch noch ernsthaft in einen anderen Mann verliebt, wobei hier ein gemeinsames Leben nicht zur Diskussion steht.
      Da mir Ehrlichkeit sehr wichtig ist, habe ich ihn davon in Kenntnis gesetzt, habe aber nicht mit dieser heftigen Reaktion gerechnet. Da er sehr materiell ausgerichtet ist und wie gesagt unsere Beziehung/Ehe nicht von Liebe geprägt ist, ging ich fälschlicherweise davon aus, dass er der Aufrechterhaltung des Status Quo den Vorrang geben würde, an dem festhalten würde, was wir zusammen aufgebaut haben und jeder sein Leben nebeneinander so führen würde, wie bisher.
      Erst schien es so, dann aber brach die Wut mit Brachialgewalt aus ihm heraus.Er drohte mit Scheidung, forderte sie, sperrte das Haushaltskonto( was er, wie ich weiß, darf), nahm mir das Auto weg (ist auf ihn angemeldet) und wurde letztendlich so bedrohlich, dass ich mich genötigt sah, die Polizei zu rufen.
      Meine Mutter lebt bei mir im Haus seit 2014 und viele Tiere.
      Ich war nun zwischenzeitlich bei einer Anwältin, um mich über meine Rechtslage zu informieren, sollte er bei seinem Vorhaben Scheidung bleiben, was noch nicht sicher ist, da er wankelmütig scheint und wohl auch noch am Abwägen ist.

      Laut Anwältin stehe/stünde ich- zu meinem großen Schock- quasi nach 15 Jahren mit leeren Händen da.

      Das Haus gehört ihm, da es VOR der Eheschliessung gekauft und abbezahlt wurde.
      Die Firma ist seit unserem Zusammensein erheblich gewachsen mit beträchtlichem Gewinn. Inwieweit hieraus für mich Ansprüche geltend gemacht werden können, weiß ich nicht.
      Er bezieht aus seiner Firma ein Gehalt von etwa 5000.-Euro und ich erhalte über die Firma ein Gehalt (mir war sicher, dass ich nicht nur Haushaltsgeld bekomme, sondern auch versichert bin) ca.800.-Euro , die er privat auf 1000.-Euro aufstockt.
      Es existiert eine weitere Immobilie, schuldenfrei in der Slowakei (mein Mann ist kein deutscher Staatsbürger) und eine in Ungarn mit beträchtlichem Grundstück.
      Er plant derzeit den Kauf einer weiteren Imobilie, um den Firmensitz dorthin zu verlegen.
      Laut Anwältin hätte ich im Falle der Scheidung Anspruch auf Trennungsunterhalt ( etwa 1500.-Euro) und nach der Scheidung auf Unterhalt für etwa 1-2 Jahre. Dann nicht mehr. Ich wäre dann gezwungen,mir eine Arbeit zu suchen,wobei die Chancen, jemals wieder Fuß zu fassen in meinen eigentlich erlernten Beruf, mehr als schwierig sein dürfte, bis eigentlich unmöglich.

      Ich bin geschockt darüber, dass ich entgegen meiner Erwartung nach 15 Jahren harter Arbeit an der Seite dieses Mannes letztendlich dann doch ohne jegliche Absicherung da stünde und mit leeren Händen ausginge.

      Die Anwältin rät nun, möglichst meinen Mann von einem Scheidungsvorhaben abzubringen und so lange wie möglich verheiratet zu bleiben und später zu versuchen, ihn zu einer handfesten Form der Absicherung für mich zu bewegen.
      Dieses Haus hier war immer gefühlt mein Haus. Er kam immer nur zum Essen, Schlafen und Arbeiten hierher.Für ihn ist dieses Haus nur eine reine Wertanlage als Immobilie,aber eben kein Zuhause.Daher trifft mich diese Erkenntnis nun tief, dass von diesem "meinen" Haus mir eben nichts gehört, er mich, bzw. uns alle sogar aus dem Haus "werfen" könnte.

      Waren also die letzten 15 Jahre wirklich umsonst?

      Vielen Dank fürs Lesen bis hierher und für eine Einschätzung wäre ich sehr dankbar.
      Grüße
      Karla
      Hallo Karla,

      wichtig ist jetzt, dass du möglichst alle Unterlagen/Nachweise usw. sammelst, die den Zeitpunkt ab "Trennung"

      abbildet. Auch solltest du das Trennungsdatum bestimmen. ( getrennte Kassen usw.).

      Ansonsten bietest du ihm die Chance Geld/Vermögen "auf die Seite zu schaffen".

      lass dich ausgiebig von der RAin beraten. Sie ist Fachanwältin für Familienrecht?

      edy


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „edy“ ()

      Hi,

      vielleicht mal ein paar grundsätzliche Ausführungen. Ihr wart reichlich 5 Jahre verheiratet, das ist nicht so wahnsinnig viel. Was vorher war, das interessiert nicht. Wir haben also einen sehr überschaubaren Zeitraum. Nur um den geht es, alles andere bleibt erst mal außen vor. Ich teile die Ansicht der Anwältin, dass es für dich günstig ist, so spät wie möglich geschieden zu werden, für ihn wäre es günstig, so zeitig wie möglich geschieden zu werden.

      Wir haben zu unterscheiden zwischen dem Unterhalt, dem Zugewinnausgleich, Hausratsaufteilung, das sind so die größten Bereiche.

      Trennungsunterhalt ist auf jeden Fall zu zahlen, ob nur ein Jahr oder bis zur Scheidung, das kann ich nicht abschätzen. Ob nachehelicher Unterhalt zu leisten ist, wenn ja, dann mit Sicherheit nur kurze Zeit. Du musst dir dein eigenes berufliches Leben aufbauen. Und nur Hausfrau sein, noch ganz ohne Kinder, das reicht einfach seit ca. 50 Jahren nicht mehr. Und - davor galt zwar das Prinzip "einmal Arztfrau, immer Arztfrau", allerdings auch nur, wenn kein Ehebruch stattfand. Also, du bist jetzt deshalb wahrscheinlich sogar besser dran als früher, einfach, weil die Gerichte nicht mehr nachforschen.

      Was ihr in den Jahren der Ehe erwirtschaftet habt, das ist zu teilen. Können wir hier nicht abschätzen, gestaltet sich bei Selbständigen oft schwierig. Wichtig ist, dass du z.B. die letzten Steuererklärungen fotokopierst, du hast sie ja auch unterschrieben. Und auf was zu Hause noch so Zugriff ist. Dann kann die Anwältin anfangen mit der konkreten Rechnerei.

      Hausrat wird aufgeteilt in Naturalien. Also, jeder behält das, was er vor der Ehe erworben hat, über das gemeinsam Erworbene muss man sich einigen.

      Bei der Lage kann ich nur dringend empfehlen, die Zeit, in der noch Unterhalt gezahlt wird/werden muss, sich neu beruflich zu positionieren. Mit Ausbildung, Weiterbildung, was weiss ich. Ehe ist nun mal keine garantierte Lebensversicherung.

      Herzlichst

      TK
      Hallo Karla,

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      lass doch weitere Leser von dem hier geschriebenen profitieren.

      ist ja alles anonym

      edy
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      Herzlichst

      TK

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