Kindesmutter möchte Kind zurückstellen obwohl es schulreif ist

      Kindesmutter möchte Kind zurückstellen obwohl es schulreif ist

      Hallo zusammen,

      ich wollte mich mal erkunden, wie eure Erfahrungen und Meinungen zu folgender Sachlage sind.

      Die Mutter meines 6 Jahre alten Sohnes möchte ihn zurückstellen und noch 1 Jahr in den Kindergarten gehen lassen, obwohl er schon "reif" für die Schule ist - er ist für sein Alter sehr klug und es gibt auch keine sonstigen Gründe für ein Zurückstellen. Nun hat sie mir verkündet, dass das mit dem Zurückstellen anscheinend schon mehr oder weniger fix ist (sie möchte es aus privaten Gründen weil sie selbst im Kindergarten arbeitet und einige Vorteile daraus ziehen würde, aber für den Kleinen wäre es ein Leben lang ein Nachteil, wenn er überall 1 Jahr später dran ist!).

      Wie kann ich die Sache überprüfen, ob da alles rechtlich korrekt gelaufen ist und sie da nicht einfach durch ihre Beziehungen zu Kindergarten und Schule Einfluss auf eine solche Entscheidung hat? (ich halte es für unmöglich, dass der Kleine tatsächlich noch nicht reif für die Schule ist, zudem ist er auch nicht erst im Sommer/Ende September geboren, sodass er nah am Stichtag wäre). Bzw. habe ich in irgendeiner Art darauf Einfluss? Es kommt ja zu dem Ganzen auch hinzu, dass ich 1 Jahr länger "unnötig" Alimente und für das zusätzliche Kindergartenjahr auch noch die Hälfte der Betrduungskosten zahlen muss, dafür dass SIE ihn noch nicht in die Schule gehen lassen möchte...

      Danke schon mal für eure Antworten!

      LG Andi
      Hallo Andi,

      Meine beiden Kinder haben wir ,meine EX und ich, einvernehmlich

      ein Jahr später zur Schule angemeldet. Ich sehe da keinen Nachteil.

      Finanziell kostet es etwas, das stimmt-

      edy
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      Hi,

      wenn ich mich recht erinnere, dann geht die Zurückstellung nicht ohne weiteres. Schulreife muss nichts mit Intelligenz zu tun haben. Da kommen viele Faktoren zusammen. Z.B. Motorik, körperliche und sprachliche Entwicklung, vieles andere mehr. Ein Laie kann das nicht beurteilen. Und von einem lebenslagen Nachteil zu schreiben, das ist schon sehr mutig. Was meinst du, was für einen Nachteil so ein Kind hat, wenn es dann Wiederholer wird, eben weil das Kind doch nicht reif genug war? Mensch, gönn ihm doch das Jahr. Und, ab 18 ist ja die Mutter eh beim Unterhalt mit dabei.

      Herzlichst

      TK
      @edy: Hattet ihr dafür einen Grund, also dass ihr das Gefühl hattet sie sind noch nicht so weit oder dass sie relativ knapp am Stichtag waren oder warum wolltet ihr das so, wenn ich fragen darf? Bzw. durftet ihr das "einfach machen" oder kam das beim Schulreifetest raus und wenn ja, war das Ergebnis verpflichtend oder hattet ihr dann eben selbst die endgültige Entscheidung über? Ich wusste bisher ja nicht mal, dass ein Zurückstellen ev. nötig ist, das habe ich erst jetzt mittels einer SMS erfahren so ungefähr: "XY geht jetzt noch ein Jahr in den Kindergarten statt in die Schule, das heißt du musst wieder € XY mehr zahlen da dieses Jahr nicht kostenlos ist. Vielen Dank!". Auch nicht sehr nett erst jetzt wo es so weit ist etwas zu sagen...

      @timekeeper: Wenn er wirklich noch nicht so weit ist seh ich da natürlich kein Problem dann braucht er es eh, aber wie gesagt er ist motorisch, körperlich und sozial überall vorn dabei, ich habe einen guten Vergleich mit anderen gleich alten Kindern, die auch alle mit der Schule anfangen. Und ich selbst bin z.B. Ende August geboren und hab auch anfangen dürfen und hab alles geschafft und bin froh darüber gleich mit der Schule angefangen zu haben, auch wenn ich in der Schule nicht zu den Schlausten gehörte :D aber dadurch konnte ich 1 Jahr früher arbeiten und somit 1 Jahr früher Geld verdienen, 1 Jahr früher sparen, 1 Jahr früher etwas selbstständig sein - das hätte ich niemals gegen etwas eintauschen wollen! Das Problem ist, dass ich weiß, dass sie sich aus privaten Gründen dafür einsetzt, da hat sich sogar der Kleine schon ein paar Mal verplappert in die Richtung er soll laut Mama noch 1 Jahr in den Kindergarten gehen damit sie ihn jederzeit tageweise rausnehmen kann (wäre jetzt zu umfangreich zu beschreiben warum) und sie wird das schon regeln dass er das Jahr noch gehen darf etc. Ich würde eben gerne wissen, ob sie da auf irgendeiner Weise Einfluss darauf nehmen könnte, dass er noch in den Kindergarten gehen muss, obwohl er schon in die Schule dürfte. Und sie lügt grundsätzlich bei solchen Sachen, also wären Erfahrungen von anderen zu dem Thema hilfreich.

      Er hat sich schon immer so auf die Schule gefreut und plötzlich sagt er, dass er lieber noch in den Kindergarten gehen möchte und wenn man fragt warum kommt nur sowas wie "das kann ich nicht sagen". Das kommt mir einfach alles so komisch vor...

      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „andi84“ ()

      Hallo Andi,

      Meine beiden Kinder sind nun bereits 28 und 26 Jahre alt.

      Es gab damals bei uns eine sogenannte "Vorschulklasse". Dort lernten die Kinder auch schon

      Stoff aus der ersten Klasse, aber nicht so intensiv eher spielerisch. Es gab keine Benotung usw.

      da wir noch eine glückliche Familien waren ( auch finanziell) haben wir es den Kidds "gegönnt".

      edy
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      Achso, ja solche Vorschulklassen kenne ich auch, das ist mehr oder weniger "1. Klasse light" sozusagen oder? In meinem Fall wäre es ein ganz normales Kindergartenjahr.

      Naja und finanziell ist es leider auch nicht so, dass ich die zusätzlichen Betreuungskosten locker wegstecken kann. Da finde ich die Gesetzgebung immer ganz witzig - die Mutter leistet die Betreuung und ich das Geld. Je mehr Zeit das Kind im Kindergarten etc. verbringt desto weniger Betreuung wird geleistet aber desto mehr Geld muss wiederum geleistet werden. Das ist schon irgendwie widersprüchlich...

      LG
      Hi,

      die sog. Vorschulklasse nannte man früher Schulkindergarten. Den gibt es nicht flächendeckend, nicht ein mal in Hessen, wo er "erfunden" wurde. Fakt ist, dass die Kids vor der. Einschulung sehr genau überprüft werden. Ein einfaches "ich schule mein Kind ein Jahr später ein," das gibt es nicht. Da wird schon sehr genau überprüft. Mein Einwand bei meinem Jüngsten, er sei zwar schon soweit, habe aber auch die Trennung der Eltern zu verkraften, sei noch sehr verspielt, wurde von den Fachleuten beiseite gewischt. Das Ergebnis war ein Jahr Qual für das Kind und für meine Wenigkeit. Dann "durfte" ich ihn zurücknehmen. War für das Kind auch schrecklich, vor den Mitschülern, klar. Denn einfach zurücknehmen, ohne dass das Kind sitzen bleibt, das geht auch nicht ohne weiteres. Da bedurfte es der Genehmigung des Schulamtes, erneuter Begutachtung, ein Riesenaufwand auch für das Kind. Schliesslich weigerte er sich, in der Früh aufzustehen wegen Bauchschmerzen.

      Ein Jahr später lief alles problemlos, wenn auch die Kids und die Eltern aus seinem ersten Anlauf ihn immer noch als Versager ansahen und er deshalb bei einigen "Freunden" nicht mehr gerne gesehen war. Es hat Jahre gedauert, bis das Kind das verkraftet hatte. Schulisch lief ab da alles prima, das "Kind", 32, arbeitet heute als Wissenschaftler in der internationalen Arzneimittelforschung.

      Also, trotz hoher Intelligenz, er war mental einfach noch nicht soweit, obwohl er schon vor seiner ersten Einschulung fast alles lesen konnte, enorme allgemeine Kentnisse hatte (er interessierte sich für so vieles). Ich würde aus der Rückschau heute alles dran setzen, einem Kind dieses eine Jahr zu schenken. Meine Schwester ist selbst Lehrerin. Sie hat bei ihren Töchtern von vornherein alles dran gesetzt, dass sie erst mit 7 eingeschult wurden.

      Warum sollte man seinem Kind nicht den optimalen Start gönnen und ein Jahr schenken?

      Noch eine Anmerkung. Betreuung eines Kindes ist nicht nach Stunden zu rechnen. Betreuung ist nun mal ein 24-Stunden-Job. Die paar Stunden, die das Kind aushäusig ist, das doch nur ein Klacks. Für die betreuenden Elternteile bedeutet das in der Regel Verzicht auf Karriere, weil die Flexibilität für Überstunden, Auslandseinsätze, Weiterbildung fehlt. Ich bin so ein klassischer Fall. Erst als mein jüngstes Kind 12 war, auch mal allein sein konnte, startete ich beruflich so richtig durch. Und ganz ehrlich, mein Ex-Mann, der natürlich alles besser wußte, der hat das Kind in der Früh nicht weinend am Frühstückstisch sitzen sehen, wusste aber alles besser. Kam auch mit Hinweis auf die Intelligenz, was weiss ich. Und auch mit meinem puren Egoismus und meiner Unfähigkeit, das Kind in der Schule richtig zu fördern.

      Es lohnt sich doch wirklich nicht, sich hierüber zu streiten.

      Herzlichst

      TK
      Okay wenn es wirklich nicht "einfach so" geht dann braucht er es wohl wirklich dann soll es so sein. Ich wusste nur nicht dass auch der Kinderarzt sowas festlegen kann wie es hier der Fall war, dachte das muss ein Schulpsychologe/Schularzt oder so machen der sich da auskennt. Naja von ein paar Stunden außer Haus kann nicht die Rede sein, wenn er MO-FR jeden Tag erst um 16.00 oder 17.00 Uhr zu Hause ist und am Wochenende bei mir- da ist er ja mehr bei mir als bei ihr wenn man den Schlaf nicht mitzählt...
      Hi,

      du die schulärztliche Untersuchung gibt es zusätzlich. Nur, es ist eben nicht ganz einfach, ein Kind zurückstellen zu lassen. Und es ist fast unmöglich, ein Kind, wenn es denn dann doch noch nicht schulreif ist, wieder raus zu nehmen. Das hat auch politische Gründe. Im Schulentwicklungsplan der Städte ist festgeschrieben, es gibt für jedes Kind Geld vom Land, das ist die eine Seite, die andere ist, dass man bei zunehmender Erziehungsunfähigkeit von Eltern (ist leider so, da sind sich die Fachleute einig) eben die Kids möglichst jung in einer Einrichtung sehen möchte, in der Defizite erkannt und nach Möglichkeit auch abgestellt werden. Und Fachleute sagen ja, dass es früher in den 1. Klassen pro Klasse 1-2 verhaltensauffällige Kinder gab, okay, kein Problem. Heute sollen es etwa 1/3 aller Kinder sein. Auch damit muss ein Mitschüler umgehen können.

      Und, dass das Kind erst am Nachmittag nach Hause kommt, das hat doch nichts mit der gesamten Betreuungssituation zu tun. Schrieb ich doch. Man ist wahnsinnig gebunden, was die berufliche Karriere angeht. Das ist ein Paket. Das muss man einfach sehen.

      Ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich den Schulzirkus mit meinen hinter mir habe. Und dass sie nicht heutzutage mit der Schule anfangen müssen.

      Herzlichst

      TK

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