Fragen zum Elternunterhalt

      Fragen zum Elternunterhalt

      Hallo zusammen, Ich möchte Euch meine Situation schildern und um Eure Antwort bitten.

      Vor 4 Monaten starb mein Mann und ich bekomme jetzt mit der Witwenrente und meiner eigenen Rente insges. 1760,00 Euro netto mtl.
      Ich habe das Haus meines Mannes geerbt, in dem wir seit 45 Jahren Ehe zusammen lebten. (Das Haus hatte er ursprünglich mit seinen Eltern vor Beginn unserer Ehe gebaut) Die Grundbuchumschreibung ist zeitlich noch nicht erfolgt. Das wird noch ca. 2 Monate dauern.
      Das Haus hat 148 qm Wohnfläche und wurde früher mit 5 Personen bewohnt. Jetzt lebe ich in dem Haus alleine. Es ist zwar viel zu groß für eine Person, aber ich kann emotional mein Zuhause jetzt nicht auch noch verlieren bzw. verkaufen.
      Ich habe eine Rücklage für Reparaturen und eine neue Heizungsanlage von 17.000,– Euro auf einem normalen Sparbuch liegen, das noch zum Teil aus meiner kleinen Lebensversicherung aus dem Jahr 2015 besteht.

      Mein Vater ist 90 Jahre und liegt mit einer gebrochenen Hüfte derzeit im Krankenhaus und soll anschließend in ein Pflegeheim.

      Muss ich mit der Rente von 1760,00 Euro Elternunterhalt zahlen?

      Ich habe gelesen, dass der eigene Mietanteil als Einkommen dazu gerechnet wird.Wieviel wird das sein? Kann ich davon Unterhaltskosten für das Haus abziehen?

      Wird mir das Erbe des Hauses auch angerechnet? Darf ich das angesparte Geld behalten?

      Beste Grüße und herzlichen Dank für Eure Antwort im Voraus
      Hallo Silvia,

      willkommen im Forum. :)

      Die selbst bewohnte Immobilie ist geschützt. Sie muss nicht verwertet werden.
      Ich sehe auch keine Gefahr für das ersparte Geld.

      Ja, es wir ein sog. Wohnvorteil dem Einkommen fiktiv zugeschlagen.

      Wieviel könnte das sein?
      Welche Miete müsstest du pro qm in gleicher Wohngegend für eine Immobilie in gleichem Alter und gleicher Ausstattung bezahlen?

      Wie alt bist du?
      Hast du weitere fixe Kosten?
      Wie alt bist du?
      Wie weit ist das Pflegeheim, in dem dein Vater unterkommen wird, von deinem Haus entfernt?

      Gruß
      awi
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen
      Hallo Awi, vielen Dank für die Antwort.

      Ich bin 65 Jahre alt.
      Die Durchschnittsmiete liegt hier am Ort bei ca. 7,80
      Mein Vater wird in ca. 40 km Entfernung untergebracht werden.

      An fixen Kosten habe ich monatlich:
      Telefon 39,00
      Tageszeitung 30,00
      Strom 85,00
      Private Pflegeversicherung 33,00
      GEZ 17,50 Mtl. zusammen 204,00

      Jährliche Kosten:
      Grundsteuer 418,33
      Wasser Kanal 320,16 (das wird in diesem Jahre etwas günstiger, da ich jetzt allein lebe.
      Müllabfuhr 150,00
      Schornsteinfeger 49,90
      Heizungswartung 200,00
      ACE 60,00
      Rechtsschutzversicherung 206,40
      Haftpflicht 52,00
      Hausrat 150,00
      Wohngebäude mit Sturm, Feuer, Elementarschäden 401,82 Zusammen 2008,61 : 12 = 167,38 mtl.

      für Heizöl fallen jährlich ca. 3000 Liter an, jeweils zum gerade aktuellen Preis , im Schnitt zwischen ca 1800,-- bis 2000,-- Euro
      Ergibt eine mtl. Rücklage von ca 160,00 Euro

      Alles zusammen, wenn ich richtig gerechnet habe, 531,38 Euro mtl. Von der Rente blieben mir 1223 Euro übrig. Davon müsste ich noch Rücklagen für Reparaturen im Haus und KFZ Inspektion bilden. Benzinkosten und mal ein Satz neuer Reifen und und und.....
      dagegen würde dann ein Mietwert von 1154,40 stehen? wenn ich das so sehe, wird mir gerade schlecht.

      Meine Frage ist: Wird dieser Mietwert jetzt voll angerechnet?

      Beste Gruße,
      Silvia

      Silvia schrieb:

      Die Durchschnittsmiete liegt hier am Ort bei ca. 7,80

      Man müsste nicht die Durchschnittsmiete akzeptieren, wenn tatsächlich für die bewohnte Immobilie nach Lage, Wohnkomfort, usw nur eine niedrigere Miete erzielt werden könnte. Hier würde es sich eventuell lohnen, in der näheren Umgebung zu recherchieren und das SA ggf. mit einer niedrigeren Miete zu konfrontieren.

      Wohnfläche: Das Zugrunde legen der vollen Wohnfläche braucht man nicht zu akzeptieren. Laut statistischem Bundesamt ist die durchschnittlich von Senioren bewohnte Wohnfläche 78,4 qm. Das ergäbe allerhöchstens einen Wohnwert von 78,4 qm * 7,80 EUR/qm = 611 EUR.

      Man könnte auch folgenden Ansatz verfolgen: Je nach Wohnort geben Deutsche unterschiedlich viel für Miete aus. spiegel.de/wirtschaft/soziales…iete-drauf-a-1167391.html Wenn z.B. 30% für Miete ausgegeben wird, dann sollte man höchstens einen Wohnwert von 0,3 * 1760 = 528 EUR akzeptieren.



      Mein Vater wird in ca. 40 km Entfernung untergebracht werden.

      Hier könnte man Besuchsfahrten geltend machen, minimal wöchentlich 1 bis 2 Mal

      Berechnung: 40 km *2 *0,30 * 52 /12 = 104 EUR

      Man muss jedoch davon aus gehen, dass das SA überprüft, ob die Besuchsfahrten tatsächlich statt finden.


      An fixen Kosten habe ich monatlich:
      Telefon 39,00 =>Im Selbstbehalt enthalten
      Tageszeitung 30,00 =>Im Selbstbehalt enthalten
      Strom 85,00 =>Im Selbstbehalt enthalten
      Private Pflegeversicherung 33,00 => Muss anerkannt werden
      GEZ 17,50 Mtl. zusammen 204,00 =>Im Selbstbehalt enthalten

      Jährliche Kosten:
      Grundsteuer 418,33
      Wasser Kanal 320,16 (das wird in diesem Jahre etwas günstiger, da ich jetzt allein lebe.
      Müllabfuhr 150,00
      Schornsteinfeger 49,90
      Heizungswartung 200,00
      ACE 60,00
      Rechtsschutzversicherung 206,40
      Haftpflicht 52,00
      Hausrat 150,00
      Wohngebäude mit Sturm, Feuer, Elementarschäden 401,82 Zusammen 2008,61 : 12 = 167,38 mtl.

      für Heizöl fallen jährlich ca. 3000 Liter an, jeweils zum gerade aktuellen Preis , im Schnitt zwischen ca 1800,-- bis 2000,-- Euro
      Ergibt eine mtl. Rücklage von ca 160,00 Euro

      Anerkannt werden in der Regel nur solche Kosten, die nicht auf einen Mieter umgelegt werden könnten. Alle hier genannten Kosten können auf einen Mieter umgelegt werden.

      Man sollte allerdings versuchen Rücklagen für Instandhaltungen durchzusetzen, Das Haus hat ein entsprechendes Alter. ich würde mal von 100 EUR aus gehen. Man muss aber damit rechnen, dass das nicht sofort anerkannt wird.

      Nichtsdestoweniger sollte man versuchen bei der Auskunft alle Kosten anzugeben. Vielleicht wird das Eine oder andere anerkannt




      Versuch einer Berechnung:

      Nettoeinkommen: 1760 EUR
      + Wohnwert: 528 EUR
      abzgl. Pflegeversicherung -33 EUR
      abzgl. Besuchsfahrten zum Pflegeheim -104 EUR
      abzgl. Rücklagen für notwendige Instandhaltungen -100 EUR
      ______________

      Es könnten ca. 126 EUR gefordert werden.

      Wenn man Schulden hätte, könnte das den EU drücken. Vielleicht sollte man notwendige Instandhaltungsmaßnahmen vor ziehen und auf Kredit finanzieren.
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „awi“ ()

      Hallo Awi,

      herzlichen Dank.
      Tja, Schulden habe ich keine. Mein Auto ist 14 Jahre alt, fährt aber noch. Würde das anerkannt? Ich bin ja schon Rentnerin und brauche es nicht für die Fahrt zur Arbeit.
      Was ist eigentlich mit privater Hausrat und Haftpflichtversicherung?

      KFZ Versicherung und Steuer hatte ich auch vergessen aufzulisten. Kann man die auch absetzen.
      Bei dem Wohnwert hatte ich mal gelesen, wenn das Haus früher von mehreren Personen bewohnt wurde, und man jetzt allein darin wohnt, das nur eine Summe von 480 Euro angesetzt wird. Hast du das schon mal gehört?

      LG, Sivia
      Hallo Awi,

      ich hatte eine schlaflose Nacht.
      Das mit den nicht absetzbaren Kosten und Versicherungen verstehe ich nicht. Ich habe ja nichts vermietet und kann nichts auf Mieter umlegen. Das sind doch "meine" Kosten.
      Irgendwo meine ich gelesen zu haben, man könne die Wohngebäudeversicherung und Grundsteuer auch ansetzen. Weißt du darüber etwas?
      Was ist mit KFZ Haftpflicht.
      Wegen der Schulden, die ich im Moment nicht habe, denke ich auch nach. Würde eine Autofinanzierung bzw. Leasingrate anerkannt? Wie hoch müssten die Schulden in dieser Situation maximal sein?

      LG Silvia

      Silvia schrieb:

      Tja, Schulden habe ich keine. Mein Auto ist 14 Jahre alt, fährt aber noch. Würde das anerkannt? Ich bin ja schon Rentnerin und brauche es nicht für die Fahrt zur Arbeit.

      Wenn du noch vor Eingang der RWA einen Kreditvertrag ein gehst, dann muss die daraus resultierende Schuldverpflichtung in voller Höhe anerkannt werden. Nachdem du Kenntnis von der Bedürftigkeit deines Vaters erhalten hast (in der Regel erhält man Kenntnis mit Eingang der RWA) werden solche Verpflichtungen nicht mehr anerkannt.

      Allgemein kann man sagen: Sinnvolle Schulden sind der beste Schutz vor EU.


      Was ist eigentlich mit privater Hausrat und Haftpflichtversicherung?

      Alle mir bekannten Urteile erkennen solche Versicherungen nicht an. Sie sind aus dem Selbstbehalt zu tragen.

      KFZ Versicherung und Steuer hatte ich auch vergessen aufzulisten. Kann man die auch absetzen.

      Normalerweise aus dem Selbstbehalt zu tragen.

      Bei dem Wohnwert hatte ich mal gelesen, wenn das Haus früher von mehreren Personen bewohnt wurde, und man jetzt allein darin wohnt, das nur eine Summe von 480 Euro angesetzt wird. Hast du das schon mal gehört?
      Ein diesbezügliches Urteil kenne ich nicht.

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      Abkürzungen: UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen

      Silvia schrieb:

      ich hatte eine schlaflose Nacht.

      Kann ich nachvollziehen. Ich hatte 2009 bis 2010 wegen EU viele schlaflose Nächte.

      Das mit den nicht absetzbaren Kosten und Versicherungen verstehe ich nicht. Ich habe ja nichts vermietet und kann nichts auf Mieter umlegen. Das sind doch "meine" Kosten.

      Inwieweit ein SA die Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung u.a. Kosten berücksichtigen würde, kann niemand 100%ig vorher sagen. Die Kosten sind vorhanden, da hast du recht. Ggf. müsste das von einem Gericht geklärt werden, aber wie ein Gericht entscheiden würde steht in den Sternen.

      Der Wohnvorteil ist tatsächlich der am wenigsten vorhersagbare Part des Elternunterhalts. Da wendet jedes SA seine eigene Berechnungsmethode an und auch die Rechtsprechung ist nicht einheitlich.

      Man gewährt doch schon folgende Vorteile:

      1. Man nimmt für die Berechnung nicht die volle Wohnfläche.
      2. Im Selbstbehalt sind 480 EUR Warmmiete enthalten. Das bleibt auch, obwohl du keine Miete zahlst.

      Ich wiederhole meine Empfehlung, die ich oben gegeben habe: Bei Auskunftserteilung alle Kosten angeben und abwarten. Wenn etwas nicht anerkannt werden sollte, dann nachfragen und Begründungen verlangen. Erst dann könnte man schlüssig argumentieren

      Irgendwo meine ich gelesen zu haben, man könne die Wohngebäudeversicherung und Grundsteuer auch ansetzen. Weißt du darüber etwas?

      Ein derartiges Urteil kenne ich nicht.


      Was ist mit KFZ Haftpflicht.

      M.E. aus dem Selbstbehalt zu tragen.

      Wegen der Schulden, die ich im Moment nicht habe, denke ich auch nach.
      Nicht zu lange warten. Nach der RWA werden Schulden wegen eines Pkw, den man nicht für die Fahrten zur Arbeitsstätte benötigt, nicht mehr anerkannt

      Würde eine Autofinanzierung bzw. Leasingrate anerkannt?
      Wenn die Schuldverpflichtung vor Kenntnis der Bedürftigkeit des Vaters entstand, ja. siehe oben.

      Wie hoch müssten die Schulden in dieser Situation maximal sein?
      Vorausgesetzt das SA rechnet sowie ich oben, dann sollte eine monatliche Kreditrate von 250 EUR den EU auf ca. 0 reduzieren.
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen
      Wie sieht denn die finanzielle Situation des Vaters aus, Rente, Vermögen usw.
      Lebt die Mutter noch?
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen
      Hallo Awi,
      erst mal vielen Dank für deine umfangreichen Antworten.

      Die finanzielle Situation meines Vaters ist mir ein Rätsel. Er spricht generell nicht über Geld und lebt sehr zurück gezogen und bescheiden. Man kommt schwer an ihn ran.
      Nach dem Tod meiner Mutter vor 20 Jahren gab er die 3-Zimmer Wohnung auf und zog in eine Ein-Zimmer Wohnung. Bis zu seinem Sturz war er sehr rüstig und hielt die kleine Wohnung auch selbst sauber, kaufte ein und versorgte sich selbst. Kochen war schon immer seine Leidenschaft.
      In Anbetracht, dass er schon 25 Jahre Rentner ist, schätze ich seine Rente auf bestimmt 1800 Euro. Auch hatte ich mal versucht mit ihm über eine Vorsorgevollmacht zu reden, aber das lehnte er auch sogleich ab. Er meinte, so etwas braucht er nicht.

      LG, Silvia

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    Ein Angebot des Vereins "Für soziales Leben e.V."