Kindesunterhalt versus Aufstocker Jobcenter

      Kindesunterhalt versus Aufstocker Jobcenter

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      Hallo zusammen.
      Bin neu hier im Forum und muss direkt eine Bespielsfrage zum Thema Unterhalt in Verbindung mit Aufstocker Jobcenter loswerden.
      Bin Vater eines 14. jährigen Kindes. Dieses ist ca. 3 Tage die Woche bei mir. Der Kindesunterhalt steht meiner Ex-Frau zu.
      An Ausgaben fallen ca. in € an: 750 Miete inkl. Strom + 60 Fahrkosten plus die üblichen Dinge des Lebens ...

      Fall 1:
      Habe derzeit aus gesundheitlichen Gründen nur einen Halbtagsjob. Einnahmen sind ca. wie folgt:
      1.300 Netto
      + 250 ALG II vom Jobcenter (225 für mich, 25 für das Kind)
      = 1.550 „Einkommen“
      In diesem Fall zahle ich kein Kindesunterhalt; das kommt vom Amt.

      Fall 2:
      Ich will nun in einem ersten Schritt versuchen, vom JC unabhängig zu sein und genau diese 1.550 Netto zu verdienen. Wenn ich aber dieses Netto in einen Unterhaltsrechner eingebe, müsste ich nun 370 Kindesunterhalt zahlen. Bleiben also 1.180 „Einkommen“ übrig.
      Ich vergleiche also Fall 1 mit Fall 2 und habe 370 Euro weniger zum Leben für mich und mein Kind.

      Ist das richtig? Oder: Wo ist hier mein (Gedanken-) Fehler?
      ?(

      Fall 3:
      Im nächsten Schritt versuche ich wieder soviel verdienen, dass ich den vollen Mindest-Kindesunterhalt zahlen kann. Was müsste ich hierfür Netto verdienen?

      Vielen Dank im Voraus für erhellende Antworten,
      Tobi :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tobi Sonnenschein“ ()

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      Hallo Tobi,

      Also das JC kann den Unterhalt nicht rechtskräftig berechnen, kann aber vieles "akzeptieren".

      Ginge die Kindesmutter zum Anwalt würde der folgendes rechnen.

      Nettoeinkommen wird bereinigt, dir müssen dann 1080€ Selbstbehalt beiben.

      Deine Miete usw. müsstest du evtl anpassen ( andere Wohnung usw).

      edy
      Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
      z.B. "Hallo"
      das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtsverbindlich.

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      Guten Morgen.

      Hier gibt es mehrere Fragen und Anmerkungen:
      ....aus gesundheitlichen Gründen...> Was heißt es genau?
      Gibt es eine Unterhaltsurkunde? Falls Ja, dann wird es von ALG2 abgezogen(ALG2 würde dann mehr werden bei dir). Aber nur bei einer Urkunde.
      Dein Mindestverdienst kannst du dir selber ausrechnen. Ist abhängig von deiner Steuerklasse. Rechne aber mal mit 2500,- Brutto bei einem Kind.
      Das Problem mit Verdienst und Einkommen haben allerdings immer mehr Unterhaltspflichtige(mein Eindruck) und auf der anderen Seite die Unterhaltsempfänger(Anrechnung von Leistungen)). Liegt daran, dass die Wirtschaft ganz einfach in sehr vielen Branchen nur noch den Mindestlohn zahlen will.
      Wenn immer mehr Menschen arbeiten und die Armut allerdings nicht weniger wird in Deutschland dann kann etwas nicht stimmen.

      Das Problem von Mieten wäre "Dein" Problem und privates Vergnügen. > Ironie
      Wohnungen werden knapper, zumindest die bezahlbaren.

      Mich wundert es, dass du bei 1550,- Netto keinen KU zahlst.

      Grüße

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      Hi Ast, eine kleine Korrektur, vielleicht hast du dich auch nur mißverständlich ausgedrückt. Der Kindesunterhalt muss auch ohne Urkunde in die Berechnung eingehen. Allerdings ist es natürlich wesentlich einfacher für das Job-Center, wenn eine Urkunde vorliegt. Es gibt heute auch kaum noch Fälle, in denen keine Urkunde vorliegt. WEnn dem so sein sollte, lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem JC jedoch nicht. Der/die zur Zahlung Verpflichtete kann problemlos zum Jugendamt marschieren und dort den Betrag, den er monatlich zahlt titulieren lassen.

      Mit der Definition "Armut" tue ich mich schwer. Arm ist derjenige, der xy% unter einem mittleren Verdienst liegt. Dies bedeutet im Klartext: würden wir alle Einkommen/Sozialleistungen verdoppeln bei gleicher Miete und gleichen Preisen, hätten wir statistisch gesehen immer noch so viel Arme wie heute. Insofern sind da die Zahlen nicht aussagekräftig, weil sich daraus wenig schließen lässt. Und - bei Wohnungen, da haben wir immer noch das Wohngeld (für mich zum Abpuffern vom hohen Mietzins enorm wichtig). Und ganz klar eine verfehlte Wohnungsbaupolitik, aber da komme ich auch ins Grübeln, wer Wohnraum künstlich knapp hält. Ein Beispiel, das ich genau kenne. In einer der miettechnisch gesehen teuersten Städte in der BRD wurde etwa 1993 ein ganzes Viertel von US-Wohnungen an die Deutschen zurückgegeben. Alle Wohnungen ausgestattet mit tollen Einbauküchen, vielen Einbauschränken u.s.w. Diese Wohnungen wurden über 20 Jahre keiner Nutzung zugeführt, jetzt wurden sie abgerissen, das Viertel wird jetzt mit teuren Eigentumswohnungen bestückt.

      Bei den Unterhaltszahlungen haben wir doch immer dasselbe Problem. Der Verpflichtete kann seinen Lebensstandart nicht runter fahren, hält vieles für unabdingbar, das betreuende Elternteil meint, es bekäme viel zu wenig. Es kommt bei den Betroffenen nach meiner Erfahrung einfach nicht an, dass bei einer Trennung jede, wirklich jede Ausgabe auf den Prüfstand muss. Auch der Handyvertrag, das Auto, das eigene Zimmer für das "Umgangskind." Und - Kinder sind teuer. Aber, man hat sie in die Welt gesetzt und ist damit dann auch verantwortlich. Das ist nun mal so.

      Herzlichst

      TK

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      Hallo Timekeeper.

      Natürlich muss und sollte der Kindesunterhalt auch ohne Urkunde in die Berechnung einbezogen werden. Meine Erfahrung beim JC haben mir allerdings etwas anderes "gelehrt". Gerade bei dem Thema sind die JC überfordert.
      Wenn ein Sachbearbeiter von "Problemgruppen"(er meint Unterhaltspflichtige) spricht, dann macht mich das eher nachdenklich und man sucht selber nach Antworten. Auch die "Idee" Unterhaltspflichtige Vollzeit arbeiten zu lassen mit Mindestlohn ändert so gut wie nichts.
      Das System hat dafür keine Lösung.
      Die Jobcenter stellen sich es sich auch einfach vor beim Unterhaltspflichtigen. > ....einfach gar nicht zahlen oder mal "eben" die Urkunde abändern lassen. Wurde bei mir auch schon versucht, allerdings hat mein Anwalt damals die richtigen Antworten gegeben. Zumindest bei mir gibt es keine Lösung oder ich müsste deutlich mehr verdienen(wollen andere aber auch).

      Armut ist natürlich relativ in Deutschland.
      Offiziell gelte ich als arm, aber ich selber sehe mich anders.

      Ich brauche keinen "Porsche", dafür habe ich Freunde und Bekannte die mich sehr schätzen.

      Grüße

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      Hi Ast,

      wir sind ja gar nicht so weit auseinander. Das mit dem Porsche, das ist es nämlich. Ich hab als Alleinerziehende mir über 10 Jahre lang mein Schlafzimmer mit dem Jüngsten geteilt, quer gestellter Schrank und das wars. Ein Auto hab ich mir geleistet, als ich es mir wirklich leisten konnte, vorher angespart. Kein Unterhalt vom Vater, dafür ab und zu Urlaubskarten aus Griechenland. Weder die Kids noch meine Wenigkeit haben uns als arm empfunden.

      Mehr als die Hälfte des Bundeshaushalts geht für soziale Ausgaben drauf. Dazu kommen dann noch die Ausgaben der Länder (Unterhaltsvorschuß z.B.), die der Kommunen (KdU, Bezuschussung der Kitas, um mal einige Posten zu nennen). Und irgendwo ist in diesem Szenario dann auch mal der Mensch dran, mit Leistungen, der der Verursacher ist. Das ewige Gejammere und das ewige Rufen nach mehr staatlicher Unterstützung, wo soll es herkommen? Ich denke, wir sind an der Grenze der Einzelförderung angekommen. Ich fände es wesentlich sinnvoller, alles auf dem Ist-Zustand einzufrieren und gezielt mehr Gelder z.B. in die Bildung zu stecken, damit die nächste Generation eben dank guter Ausbildung nicht nur den Mindestlohn ausgezahlt bekommt. Das wär so für mich ein Ansatzpunkt. Für vieles.

      Herzlichst

      TK

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      Guten Morgen,

      Zu Fall 1: Natürlich zahlst du Kindesunterhalt von deinem Einkommen. Deinen eigenen Bedarf (und ggf. Leistungen für das Kid an Umgangstagen) stockt das Amt auf.
      Zu Fall 2: Das Problem habe ich auch. Ich finde bloss keinen Job, in dem ich so viel verdienen kann, um allen meinen fünf Kindern den Mindestunterhalt zu zahlen. Finde ich einen Job, in dem ich ein paar 100 Euro mehr verdiene, muß ich mehr Unterhalt bezahlen und das Amt muß weiter die Differenz zu meinem eigenen Bedarf und dem Bedarf der Kinder zu Umgangszeiten zuschiessen. Neulich sass ich mit meiner SB aus der Leistungsabteilung, meiner Arbeitsvermittlerin und dem Unterhaltssachbearbeiter zusammen und wir haben uns den Kopf zerbrochen, was ich denn den Kindern als nächsten Unterhaltszahlbetrag anbieten darf, ohne mich selber (vorsätzlich) bedürftig zu machen. Den Zirkelschluß löst man also erst mit dem dritten Fall.
      Zu Fall 3: Das kannst du selber ausrechnen. Mindestunterhalt für das Kind nach Düsseldorfer Tabelle der jeweiligen Altersstufe, müssten aktuell 370 Euro sein (467 Euro abzgl. halbes Kindergeld, 97 Euro). Dazu addierst du deinen sozialrechlichen Bedarf als Single (Miete, Regelsatz + Erwerbstätigenfreibetrag). Gehen wir mal bei von den 1.550 Euro aus deinem Beispiel aus, dann rechnest du den Unterhalt noch dazu. Du müsstest also 1.920 Euro mtl. verdienen, um den Mindestunterhalt zahlen zu können und zusätzlich keine Ansprüche mehr auf Sozialleistungen zu haben.

      PS: Das Jobcenter erkennt für einen mögliche Aufstockung nur titulierte Unterhaltsurkunden an. So ist es in §11b Abs. 1, Satz 7 SGBII festgehalten:

      Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen bis zu dem in einem Unterhaltstitel oder in einer notariell beurkundeten Unterhaltsvereinbarung festgelegten Betrag


      Gruß, FD

      Neu

      Hallo zusammen.

      @Fresh_Debugged: So ähnliche Gespräche habe ich auch schon öfter geführt im JC. Ich schätze wir beide(oder andere auch) kennen die Vor- und Nachteile.

      Damit sind wir wie timekeeper schon schrieb bei der Bildung. Mein Anwalt meinte einmal sinngemäß: "Die Jobcenter sind doch an der Quelle und sollten die Kunden dementsprechend weiterbilden, damit man nicht mehr Aufstocker wäre". Leider passiert so gut wie nichts.
      Man versucht die Leute zur Zeitarbeit oder in den Mindestlohn zu schicken und behauptet "Wir haben weniger Arbeitslose", leider brauchen diese Leute dann wieder staatliche Unterstützung.

      Um Weiterbildung haben sich die Firmen doch jahrelang nie gekümmert und nun fehlen Fachkräfte.

      Grüße

      Neu

      Hi,

      an welcher Quelle sind die Job-Center? Nach meiner Kenntnis haben auch die JC nicht die Möglichkeit, Weiterbildungsmaßnahmen und freie Stellen beliebig zu vervielfältigen. Und es ist nicht deren Aufgabe, verpfuschte Schulkarrieren/Ausbildungskarrieren nachzubessern. In einem Unterhaltsurteil des Familiengerichts Gießen stand erstaunlich klar drinne: wenn jemand schon auf Staatskosten zu Hause ist, dann hat er doch 8 Stunden am Tag Zeit, sich um einen Job zu bemühen, sich fortzubilden u.s.w. Da stimmt doch bei vielen die Haltung einfach nicht. Nur, ganz klar, in dem System, in welchem ich olle Rentnerin immer noch teilzeitig arbeite, finden wir einfach keine qualifizierten Mitarbeiter, die ganztags arbeiten wollen. Und teilzeitig gibt es nun mal keinen Aufstieg, keine Weiterbildung. Ich lebe in einem preiswerten Gebiet. Das ganze Haus (6 Parteien) suchte eine Putzhilfe. Wir wollten jemanden im Midi-Job Bereich, 10 € die Stunde. Pflegeleichte Haushalte, alle Geräte, die helfen, da. JC hat mich ausgelacht, als ich dort die Stelle meldete. Und alle, die sich vorstellten, die wollten schwarz arbeiten. Regulär war diese Stelle (teilzeitig, freie Zeiteinteilung, also ideal für junge Mutter) nicht zu besetzen. Das ist die andere SEite der Realität.

      Mir fehlt Eigeninitiative, Bereitschaft, etwas zu tun, und das ganz erheblich. Ganz ehrlich, das war so vor 30 Jahren ganz anders. Und solange Geiz geil ist, wird es auch nicht hohe Löhne im Niedrigsektor der Qualifikation geben. Kann doch gar nicht funktionieren. Und dann sind wir wieder beim Unterhalt. Wenn man sich dauerhaft (Akzent liegt auf Dauerhaft) nicht selbst finanzieren kann, wer um des Himmels Willen soll dann die Kids finanzieren?

      Herzlichst

      TK

      Neu

      Guten Abend.

      Ast45 schrieb:

      Mein Anwalt meinte einmal sinngemäß: "Die Jobcenter sind doch an der Quelle und sollten die Kunden dementsprechend weiterbilden, damit man nicht mehr Aufstocker wäre".


      Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen mit dem Jobcenter. Meine Arbeitsvermittlerin hat selber zugegeben, daß sie gar keine
      freien Stellen im Angebot hat, die überhaupt mal in die Nähe meines aktuellen Verdienstes kommen. Selbst wenn sie mich aktiv in eine besser bezahlte Stelle vermitteln wollte, sie kann es gar nicht. Weil der Arbeitsmarkt, den das JC bedient, das gar nicht hergibt.

      Ast45 schrieb:

      Man versucht die Leute zur Zeitarbeit oder in den Mindestlohn zu schicken und behauptet "Wir haben weniger Arbeitslose", leider brauchen diese Leute dann wieder staatliche Unterstützung.


      Das stimmt allerdings, hat mit dem Thema hier aber nur am Rande zu tun. Ich kann aber verstehen, wenn Leute dann aufhören zu arbeiten, wenn ihnen jede Wertschöpfung gleich wieder abgenommen wird. Ob das letztlich wegen Profitoptimierung des Arbeitsgebers oder wegen des Staatsinkassos ursächlich ist, spielt im Ergebnis eigentlich auch keine große Rolle mehr.
      Aufstocken über das Jobcenter lohnt sich m. E. auch nur für solche Unterhaltspflichtige mit konstantem Einkommen, die beruflich keine Entwicklung mehr anstreben. Der Vorteil ist, das keine Unterhaltsschulden auflaufen, der Nachteil ist, das jede Einkommensschwankung der Behörde anzuzeigen ist. Viel bürokratischer Aufwand. Daher auch nachvollziehbar, wenn sich Leute wie der Fragesteller aus der Hartz IV Sanktionsknute lösen wollen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fresh_Debugged“ ()

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      Guten Morgen.

      Auch wenn wir vom Thema abkommen einige Anmerkungen.

      1. Als ich vor weit über 10 Jahren mich weiter bilden wollte bekam ich die Antwort:
      Von meiner Firma: Steht aktuell bei uns nicht auf der Agenda.
      Vom Arbeitsamt: Sie arbeiten doch, wir können nichts machen.
      Ich selber hatte leider kein Geld, also konnte ich damals nichts machen. > Wollte damals auf eine Meisterschule.

      2. Die Jobcenter könnte Ihren Kunden aber vernünftige kaufmännische oder Technische Kurse anbieten statt den "10." Bewerbungskurs. Dies meinte mein Anwalt. Durch gezielte Weiterbildung fit machen für gute Jobs.

      3. Ich habe mir verschiedene Kursangebote selber gesucht die ich gerne gemacht hätte und mit denen ich deutlich mehr Chancen hätte. Leider kosten die Kurse/Zertifikate zwischen 1600,- und 2300,-€. Ich kann es nicht zahlen weil ich Unterhalt zahle und das JC will dies auch nicht bezahlen. Schon beginnt alles wieder neu.

      4. Ich würde gerne bei euch putzen, da hätte ich überhaupt keine Probleme mit. Problem ist allerdings wie schon beschrieben, der Verdienst wird mit meinen bisherigen Einkommen addiert und am "Ende" würde sich leider nichts ändern an meiner finanziellen Situation.

      Grüße

      Neu

      Hi,

      dass sich im Augenblick nichts ändert an der Situation durch einen schlecht bezahlten Job, klar. Aber, es muss ja nicht so bleiben, es lässt sich viel leichter aus einer ungekündigten Stellung heraus bewerben. Und, es wird ja nicht aller Verdienst angerechnet, sondern nur ein Teil, das wird auch immer verkannt. Und nochmals: selbst bewerben. Die Masse der freien Stellen werden doch gar nicht dem JC oder der AfA gemeldet. Die gehen anders weg. Und die Agenturen/JC können nur anbieten, was sie haben. Das ist nun mal so. Als ich noch Personalverantwortung im großen Rahmen hatte, hab ich die "Zusammenarbeit" mit der AfA ganz schnell eingestellt. Da konnte ich Besetzungsvorstellungen entwickeln wie ich wollte, ich wurde mit bis zu 500 Bewerbungen pro Stelle zugemüllt von denen 470 nicht den Anforderungen entsprachen. Das tut man sich dann einfach nicht mehr an.

      Ich bin seinerzeit sehr gut mit IHK, Handwerkskammer gefahren. Die hatten auch einen internen Stellenmarkt, die konnten auch Auskunft über die Ausbildungsbetriebe geben, wir waren in den Berufsschulen u.s.w. Und nochmals ganz klar, letztlich ist man selbst für seine Bewerbungen verantwortlich. Es gab noch nie so viele Finanzierungsmöglichkeiten wie heute: Bafög, BAB, Programme für benachteiligte junge Menschen bis 25, die Bildungsdarlehen der Kfw, anderer Banken. Förderung für Behinderte, Bildungsgutscheine, u.s.w.

      Ich vermisse die Eigeninitiative sowie die Bereitschaft, selbst initiativ zu werden, die Bereitschaft ganztags zu arbeiten. Ach ja, die Putzstelle ist an eine rüstige Rentnerin gegangen. Der fiel zu Hause die Decke auf den Kopf. Bekommt etwa 600 € brutto, angemeldet, ist glücklich, uns zu haben, ich hatte noch nie so glänzendes Parkett und so streifenfreie Fenster. Und zu Weihnachten und Geburtstag gibts von uns allen nochmal einen gefüllten Umschlag als Geschenk. Das nächste Haus hat sie auch schon gefragt, aber da weiss sie noch nicht, ob sie das auch will. Nur, ich hätte ja gerne einer jungen Frau/einem jungen Mann eine Chance eingeräumt.

      Der Anwalt hat offensichtlich keine Ahnung von dem, was arbeitsplatztechnisch abgeht. Sonst hätte er nicht so dumm daher geredet.

      Wir sind hier zwar von Bismarck auf die Preiselbeeren gekommen. Aber, die Unterhaltsproblematik ist ja eben ein Teil der Arbeitsmarktproblematik und auch ein Teil der Haltung. Weil unser Staat eben doch ein weiltweit wohl einmaliges "Rundumversorgtsein Paket" anbietet, welches auch träge macht.

      Herzlichst

      TK

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