AVV, Altersvorsorgevermögen. Wie sind denn jetzt die Regelungen ? Es ist verwirrend

      AVV, Altersvorsorgevermögen. Wie sind denn jetzt die Regelungen ? Es ist verwirrend

      Hallo,
      mir ist einiges schon bekannt:
      AVV: Altersvorsorgevermögen Schonbetrag :

      Für AN: 5 % von der Gesamtlohnbruttosumme eines Jahres
      Für Selbstständige: 25 % von Gesamtlohnbruttosumme eines Jahres, können für die Altersvorsorge zur Berechnung des AVV angesetzt werden

      Die jeweilige Summe immer verzinst/und zinsenzinst mit 4 % .
      ( ist das noch alles aktuell ? Gab es da nicht neue Berechnungen ab einem bestimmten Datum ? )

      Für die Berechnung des AVV gibt es wohl Gerichte die pauschalieren andere nicht. ( 35 Jahre mit dem letzten Gehalt gerechnet )
      Das mag ja auf gradlinige lohnansteigende Berufsvita zutreffend und zielführend sein, aber für wechselnde Lohnhöhen, angestellt und selbstständige Phasen und lohnabsteigende Berufsvita, sicher nicht.
      Eine Jahres-detailierte Ausstellung der gesamten Berufsvita ist in solch einem Fall dann doch sicher das Mittel der Wahl um die Höhe des AVV fest zustellen, oder nicht ?
      ( Vor allem, wenn diese Aufstellung vorliegt und nachgewiesen werden kann.)

      Muß man für die Vergangenheit eigentlich das tatsächliche Sparen für AVV nachweisen ?
      Ich meine damit, gerade Selbstständige haben nicht immer pro Jahr ( gerade auch am Anfang) die Mittel zur AV.
      Umsatzschwache und umsatzstarke Phasen zwischendurch indem der Sparbetrag extrem schwankt.
      ( meine damit, es wird nicht immer tatsächlich 25% sondern evt mal mehr mal weniger gespart )
      Auch kann die Anlageform ( Aktien , Fonds ect. ) fluktuativ und auch von gelegentlichen korrigierenden Ver- und Käufen geprägt sein

      Zu einem Zeitpunkt (RWA ) festgestelltes AVV Schonvermögen wird sich für die Zukunft bis zum Zeitpunkt der Altersrente weiter erhöhen ? Allein schon durch die Verzinsung von 4 % und evt weiterer AV ?


      Gerade auch Fondsvermögen unterliegt Wertschwankungen.
      Zu einem Zeitpunkt festgestelltes Gesamtvermögen könnte kurz oder mittelfristig im Wert fallen.
      Kann man dann eine Neuberechnung möglichen EU verlangen ? Z.B. jährlich wenn sinnig ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „eijeijei“ ()

      Nachtrag
      Ist es nicht eine schreiende Ungleichbehandlung ? :
      Rentner mit nur gesetzl. Renteneinkünften von netto 1800,- eur = kein EU
      Privatier im Rentenalter ohne Einkünfte, nur mit Vermögen muss Dieses dem EU unterwerfen.
      Um 1800,- eur netto langfristig aus Vermögen generieren zu können ( man kann ja auch 95 Jahre alt werden, die gesetzl. RV zahlt bis zum Tod ) (ein Zwang zur Renditeanlage gibt's nicht ) müsste man rund 700000,- eur haben.
      Durch EU wird man beizeiten dann zum Sozialfall !!!!

      eijeijei schrieb:



      Die jeweilige Summe immer verzinst/und zinsenzinst mit 4 % .
      ( ist das noch alles aktuell ? Gab es da nicht neue Berechnungen ab einem bestimmten Datum ? )
      Ich kenne noch kein anderes Urteil. Verschiedene Zinssätze, die für unterschiedliche Zeiträume gelten, wären auch nicht praktikabel.

      Für die Berechnung des AVV gibt es wohl Gerichte die pauschalieren andere nicht. ( 35 Jahre mit dem letzten Gehalt gerechnet )
      Das mag ja auf gradlinige lohnansteigende Berufsvita zutreffend und zielführend sein, aber für wechselnde Lohnhöhen, angestellt und selbstständige Phasen und lohnabsteigende Berufsvita, sicher nicht.
      Was meinst du mit „pauschalieren“. Normalerweise ist ein AVV individuell zu ermitteln. Die 35 Jahre gehen auf ein einzelnes Urteil zurück, können also nicht verallgemeinert werden, machen jedoch Sinn bei jungen UHP, die die 35 Jahre noch gar nicht erreicht haben.

      Eine Jahres-detailierte Ausstellung der gesamten Berufsvita ist in solch einem Fall dann doch sicher das Mittel der Wahl um die Höhe des AVV fest zustellen, oder nicht ?
      ( Vor allem, wenn diese Aufstellung vorliegt und nachgewiesen werden kann.)
      Selbstverständlich kann jeder UHP die Berechnungsmethode des SHT angreifen und seine eigene Methode präsentieren. Oberste Prämisse ist immer, dass sich der UHP im Alter angemessen unterhalten kann und nicht selbst zum Sozialfall wird. Das muss er allerdings beweisen und nicht nur behaupten. Wenn seine Beweisführung sinnvoll und für einen Richter nachvollziehbar ist, wird er Recht bekommen.

      Muß man für die Vergangenheit eigentlich das tatsächliche Sparen für AVV nachweisen ?
      Nein. Beweisen muss man nur eine gegenwärtige Sparrate, aber auch nur dann, wenn diese Sparrate als das Einkommen bereinigend anerkannt werden soll.

      Zu einem Zeitpunkt (RWA ) festgestelltes AVV Schonvermögen wird sich für die Zukunft bis zum Zeitpunkt der Altersrente weiter erhöhen ? Allein schon durch die Verzinsung von 4 % und evt weiterer AV ?
      Ja, wenn das Vermögen z.B. durch Kursschwankungen o.ä. abgenommen hat und die ursprüngliche Berechnung nicht mehr stimmig ist.

      Gerade auch Fondsvermögen unterliegt Wertschwankungen.
      Zu einem Zeitpunkt festgestelltes Gesamtvermögen könnte kurz oder mittelfristig im Wert fallen.
      Kann man dann eine Neuberechnung möglichen EU verlangen ? Z.B. jährlich wenn sinnig ?


      eijeijei schrieb:

      Ist es nicht eine schreiende Ungleichbehandlung ? :
      Rentner mit nur gesetzl. Renteneinkünften von netto 1800,- eur = kein EU
      Wenn der Rentner außer der Rente verwertbares Vermögen hat, dann wird dieses ebenfalls verrentet.

      Privatier im Rentenalter ohne Einkünfte, nur mit Vermögen muss Dieses dem EU unterwerfen.
      Um 1800,- eur netto langfristig aus Vermögen generieren zu können ( man kann ja auch 95 Jahre alt werden, die gesetzl. RV zahlt bis zum Tod ) (ein Zwang zur Renditeanlage gibt's nicht ) müsste man rund 700000,- eur haben.
      Durch EU wird man beizeiten dann zum Sozialfall !!!!
      Bei einem Vermögen von 700.000 EUR sehe ich keinen zukünftigen Sozialfall.
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: EU = Elternunterhalt, UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen

      awi schrieb:

      Bei einem Vermögen von 700.000 EUR sehe ich keinen zukünftigen Sozialfall.


      Vermögen 700.000 EUR verrentet nach derzeitiger Rentenformel 1) ergibt eine monatliche Rente von 5426 EUR.

      5426 EUR
      - 1800 EUR Selbstbehalt
      _____
      3626 EUR

      Davon könnte die Hälfte (=1813 EUR) gefordert werden.
      Es bleiben übrig: 5426 EUR - 1813 EUR = 3613 EUR, also mehr als mancher Familienvater mit Kindern verdient.
      M.E. kein Sozialfall.

      1) Die Rentenformel könnte man vor Gericht mit m.E. guter Aussicht auf Erfolg angreifen, z.B. den zu Grunde gelegten Zinssatz von 5,5%, auch die statistische Lebenserwartung, denn wenn das Elternteil bei Erreichen des Rentenalters noch leben sollte, dann wäre die Chance hoch, dass man ebenfalls das 90.te Lebensjahr erreicht oder sogar noch älter wird.
      Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Abkürzungen: EU = Elternunterhalt, UHP = Unterhaltspflichtige(r), UHB = Unterhaltsberechtigte(r), RWA = Rechtswahrungsanzeige, SHT/SA = Sozialhilfeträger/Sozialamt, AVV = Altersvorsorge(schon)vermögen

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