Scheidung mit 3 Kindern und Ehevertrag

  • Schön, dass es noch Foren gibt und ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt...


    Hallo erstmal :)



    Ich bin seit 16 Jahren verheiratet, habe 3 wundervolle Kinder mit meiner Frau und war der Meinung, alles ist perfekt.


    Bis meine Frau mir vor 4 Monaten mitteilte, dass sie sich in einen anderen Mann verliebt hat und mit mir keine Beziehung mehr haben möchte.


    Dazu möchte ich anmerken, dass ich immer alles für meine Frau getan habe, sie nie arbeiten musste, wenn sie nicht wollte (und das wollte sie wenig, obwohl sie einen Doktortitel mit Auszeichnung hat). Wir hatten immer getrennte Konten, wobei ich immer alles bezahlt hatte, außer Lebensmittel und Kleidung für unsere Kinder.

    Dafür bekommt sie aber das Kindergeld für alle Kinder.

    Wir leben in einem Haus, das ich nur auf meinen Namen gekauft habe und, wie auch alle Nebenkosten, den Kredit allein abbezahle.


    Wir haben einen Ehevertrag, der eine Gütertrennung vorsieht.

    Nachehelicher Unterhalt und Rentenansprüche sind außen vorgenommen.

    Ich bin Unternehmer und habe mal echt viel vor und während unserer Ehe verdient.



    So, das sind die Fakten, jetzt zum Emotionalem:

    Auch wenn ich immer alles 100% für meine Frau gemacht habe, für unsere Kinder natürlich auch, will sie nur noch mit mir als Ehepartner zusammenleben. Getrennte Schlafzimmer haben wir leider eh schon seit 4 Jahren. Sex ist nicht vorhanden und sie trifft sich mit einem anderen Mann, was sie mir jetzt mitgeteilt hatte.

    Dabei hatte ich in ihren Handy-Chats an den Typen gelesen, dass sie mich schon länger verarscht und bereits vorher Affären hatte.



    Auch wenn wir einen Ehevertrag mit Gütertrennung haben, bin ich sooo verletzt von ihr, dass ich ihr nicht das Geld hinterherwerfen will.


    Laut meinem Anwalt kann sie aber Nachehelichen Unterhalt bekommen (sie fängt ihren 20 Stunden Job erst wieder im August an) und bekommt 50% meiner privaten Rentenansprüche!

    Das finde ich ungerechtfertigt, da ich selbständig und privatversichert bin und dafür eine Altersvorsorge für meine Krankenversicherung aufgebaut habe.


    Wenn ich in Alter 1.300-1.800€ für die Krankenversicherung zahlen muss, und sie nichts, kann es doch nicht sein, dass sie 50% der Altersvorsorge bekommt - oder?


    Bitte gebt mir Tipps, was ich machen kann.



    Danke

  • Hallo Tschoma,


    Wenn im Ehevertrag nicht ausdrücklich der Verzicht auf Versorgungsausgleich geregelt ist,dann wird er wohl


    durchgeführt..


    Deine Noch-Frau bekommt für die 3 Kinder Rentenpunkte für "Erziehungszeiten".


    Der Versorgungsausgleich berechnet sich aus den während der Ehe erworbenen Rentenpunkte.


    edy

    Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
    z.B. "Hallo"
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  • Hi,


    kleine Korrektur: die Rentenversicherungspunkte für die drei Kinder gehen in die allgemeine Verteilung der Rentenversicherungsanwartschaften mit ein. davon profitiert also auch der Mann. Ob die Altersorsorge des Mannes eine Frage des Zugewinns ist oder eine des Versorgungsausgelichs, dass können wir hier nicht abschätzen, es kommt insoweit auf die Ausgestaltung an. Und - die Anwartschaften, die der Fragesteller vor der Ehe erworben hat, gehen auch nicht in die Berechnung mit ein.


    Noch ein Hinweis: bei dem Haushaltsgeld (nur das Kindergeld) für die Ernährung und die Kleidung muss die Frau verdammt gut wirtschaften können, dieser Betrag liegt nämlich unter dem Betrag, den sogar das Job-Center ALG II Empfängern zubilligt.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo,


    kleine Korrektur: die Rentenversicherungspunkte für die drei Kinder gehen in die allgemeine Verteilung der Rentenversicherungsanwartschaften mit ein. davon profitiert also auch der Mann


    spätestens beim Versorgungsaugleich.


    edy

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  • Wir haben einen ab bezahltes Haus, was ich komplett finanziert habe und lebten bis vor kurzem sehr glücklich hier.

    Unsere Kinder wissen noch nicht, dass ihre Mutter mich verlassen möchte.


    naja, eigentlich möchte sie sogar immer hier leben bleiben und das Familienleben aufrecht erhalten, so dass unsere Kinder nichts davon mitbekommen, dass sie sich mit anderen Männern vergnügt.


    Aber ich kann so natürlich nicht leben, in Gedanken, dass meine Frau nur noch mit mir zusammen ist, weil es für sie praktisch ist und sie Sex mit anderen Männern hat.


    Deswegen überlege ich, ob ich mich scheiden lasse.



    ich verdiene 5000 € brutto und gehe circa 15 Stunden als selbstständiger Arbeiten und sie wird nach zwei Jahren Elternzeit, Von der unser Junge nach einem Jahr bereits in die Kita geht, wieder einen Halbtagsjob mit 2000 € brutto im August anfangen.



    Aber wie werden die Nachteile für mich sein, abgesehen davon, dass wir eine vertragliche Gütertrennung vereinbart haben?


    ich denke, einen nachehelichen Versorgungsausgleich muss ich nicht bringen – oder?




    wir haben ein echt tolles Haus, mit Kinderzimmern, Spielzimmer an, Pool, Trampolin, Klettergerüst etc., weshalb ich denke, dass die Kinder auf keinen Fall denn zu Hause verlassen werden wollen.

    werde ich, auch wenn die Kinder bei mir größtenteils Leben werden und das Familiengericht sicherlich gemeinsame Kindererziehung zu teilen werden, meiner Frau dennoch unterhalt für die Kinder zahlen müssen, auch wenn sie sehr wahrscheinlich nicht bei ihr leben werden?


    wenn ich als privat versicherter im hohen Alter circa 1500€ für meine private Krankenversicherung zahlen muss, meine Frau aber nur einen geringen Betrag für die gesetzliche Krankenversicherung, wird dies bei den Rentenversicherungspunkten berücksichtigt?


    So viele Fragen…


    Danke, für eure Beratung.

  • Hi,


    dass Rentner, die in der gesetzlichen Rentenversicherung waren, ab Verrentung keine Krankenkassenbeiträge zahlen müssen, das war mal, ist aber seit (gefühlten) mindestens 15 Jahren nicht mehr der Fall. Die Ex wird im Alter auch Krankenkassenbeiträge leisten müssen. Und sie hat deine teure Entscheidung nicht zu vertreten.


    Um den Versorgungsausgleich kommst du nicht herum, um Trennungsunterhalt auch nicht, wie lange nachehelicher Unterhalt zu zahlen ist, das ist schwer abschätzbar.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo Toschma,

    Ich gehe davon aus, weil die Kinder ihr Zuhause und mich lieben.

    Das dachtest du auch mal von deiner Frau, oder?


    Es ist bitter, wenn man vor den Scherben seines bisherigen Lebens steht.

    Du merkst es doch schon selber, das es nicht so weitergeht, wie du es dir erträumt hattest.


    Mein Rat ist daher, schleunigst einen kompetenten Fachanwalt aufsuchen.

    Es wird keine leichte Zeit, auch die Kinder werden darunter leiden, egal wie die Trennung abläuft.

    Von einer "Papierehe" rate ich dir dringend ab, ziehe jetzt den Schlusstrich.


    VG frase

  • Hi,


    ich denke mal, dass man hier einen Punkt nach dem anderen abarbeiten sollte und nicht alles zur gleichen Zeit. Das funktioniert nicht. Es gibt ja auch zwischen Wechselmodell und Residenzmodell Zwischenlösungen, die sich von alleine entwickeln, wenn die Eltern nicht zu weit auseinander leben. Toschma muss insoweit allerdings realisieren, dass im Streifall Kinder nicht als Abstrafinstrument für schuldige Elternteile zu mißbrauchen sind.


    Herzlichst


    TK

  • Kleiner Nachtrag:


    Da du ja schon einen Anwalt hast, würde ich den mal fragen, wie er die Chancen sieht, wenn deine "noch Frau" die Betreuung der Kinder wünscht und mit den Kindern im Haus bleiben möchte.


    VG frase





  • frase,


    ich gehe davon aus, dass das Haus ihm allein gehört. Auf Dauer greift da dann der Schutz des Eigentums, grundrechtlich garantiert. Außerdem habe ich Zweifel, dass sie einen Mietzins aufbringen könnte, der angemessen ist. Da sehe ich überhaupt keine Probleme für den Mann. Das entspricht ja auch dem Geist des Ehevertrages.


    Ich gehe einfach mal davon aus, dass der Ausgleich zwischen den Eheleuten auf die zwei Punkte Versorgungsausgleich und Unterhalt beschränkt ist. Weder sein Unternehmen/Vermögen noch das Haus betroffen sind. Das ist fair und vereinfacht die Auseinandersetzung enorm.


    Wenn wir schon jetzt auf die Kinderproblematik kommen müssen (mach ich ungern), dann müsste man wissen, wie alt die Kids sind, wo die Mutter leben wird. Und dann sieht man weiter.


    Herzlichst


    TK

  • Vielen Dank für eure Informationen und Hilfe!


    Wir lieben natürlich beide unsere Kinder und meine Frau würde am liebsten die Ehe so weiter handhaben, ohne dass sich etwas ändert. Alternativ meinte sie, dass sie eine kleine Wohnung nehmen würde und morgens kommen und abends fahren würde.

    Aber ich denke, diese Möglichkeit hat sie schon wieder verworfen.

    Wir leben in einer kleinen 200.000 Einwohner Stadt in der sie auf jeden Fall bleiben würde.


    sie weiß ja, dass ich ein sehr guter Vater bin und immer. Als Scheidungskind musste sie hier einiges erleben, weshalb sie möglichst schonend unseren Kindern gegenüber agieren möchte.

    Ich selbstverständlich auch.
    Aber sie kann auch sehr aufbrausend und dann unberechenbar sein...


    Wenn es zu einem 50/50 Wechselmodel käme und sie weiterhin nur halbtags arbeiten würde, obwohl Vollzeit möglich wäre und ich ruhiger treten würde (nach Genickbruch, Herzinfarkt und kleineren Schlaganfällen überfällig), müsste ich dann dennoch vollen Unterhalt für unsere Kinder zahlen?

    Denn das werde ich mir, nach der Düsseldorfer Tabelle, nicht leisten können.

  • Wie sich der Unterhalt beim Wechselmodell berechnet, kann man im Internet nachsehen.

    Natürlich musst du nicht den vollen Unterhalt an deine Frau zahlen, da die Kinder ja 50% bei dir sind.


    Es wäre zu hoffen, dass ihr es ohne großen Streit über die Bühne kriegt.

    Sichere dich aber ab, falls es anders kommt!

    Höre dich schon mal nach einem guten Anwalt um und lass dich beraten.

    Für die Scheidung brauchst du sowieso einen.


  • Danke für eure Infos!

    Einen Termin habe ich kommenden Montag bei dem Anwalt, der unseren Ehevertrag mit uns gemeinsam erstellt hatte. Dieser wurde natürlich notariell bestätigt, bevor er zu 98% vom Notar übernommen wurde.


    Für meine Kinder werde ich selbstverständlich immer da sein.


    Eine Frage habe ich noch, damit ich mit euren Antworten das Wochenende vielleicht besser überstehen werde...


    Meine Frau hatte nur einen sehr gut bezahlten 20 Stunden Job, obwohl sie Vollzeit arbeiten könnte (lt. Arbeitgeber).
    Ein großes Interesse hatte sie dafür nie. Aber wenn es um Nachehelichen Unterhalt oder Kindesunterhalt geht, kann man erwarten, dass sie mehr arbeitet und verdient?


    ich meine, ich arbeite ja auch aufopfernd mit Schlaganfällen & Co.