Opfer einer Scheinehe und unzufrieden mit dem Anwalt

  • Hallo liebe Forumsteilnehmer,


    ich bin leider Opfer einer Scheinehe geworden. Das Ehebett wurde nach der Eheschließung nicht geteilt und gemeinsam gegessen haben wir selten.

    Die Frau hat durch Ehegattennachzug ihre Papiere bekommen und ist seit einigen Monaten weg. Es ist mehr als ein Jahr verstrichen bevor sie ging.


    Ich habe einen Anwalt eingeschlatet, sie auch. Nun klagt Ihr Anwalt auf Trennungsunterhalt, ist äußerst aggressiv und Offensiv in seinem agieren.


    Mein Anwalt will das Trennungsjahr abwarten und agiert eher vorsichtig und defensiv und wir haben bisher "nichts" unternommen. Ich bin ehrlich gesagt unzufrieden und die Frage ist nun ob ich den Anwalt wechsle?


    Auch wollte ich fragen was bei einer Scheinehe zu tun ist? Hat Jemand Tipps und Ratschläge?


    Viele Grüße


    Bluewhale

  • Hi,


    du hättest die Beweislast. Eine Scheinehe nach einem Jahr des Zusammenlebens zu beweisen, ist ziemlich ausgeschlossen. Da ihr schon einige Monate getrennt lebt, man nach etwa 9 Monaten der Trennung ohnehin den Antrag auf Ehescheidung rechtshängig machen kann, würde ich auch zuwarten und mich eher drauf konzentrieren, den Trennungsunterhalt abzuwehren. Oder eben die Zahlungszeit so kurz wie möglich zu halten. Da stellt sich allerdings dann schon die Frage, ob Trennungsunterhalt zumutbar ist und wenn ja, wie lange.


    Und - nicht vergessen: dem Ausländeramt mitteilen, seit wann ihr getrennt lebt.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo,


    keine schöne Erfahrung und das Problem, dass deine EX alles abstreiten wird.

    Natürlch kann man überlegen die Geschichte der Ausländerbehörde zu beichten, zumindest der Trennungszeitpunkt sollte mitgeteilt werden.

    Diesen Weg solltest du aber nicht ohne eine vorherige Rechtsberatung gehen, denn auch du läufst Gefahr Probleme zu bekommen.

    Wichtig ist eigentlich nur, dass der Albtraum schnell ein Ende hat.


    Gruß


    frase

  • Hi,


    nö, er wird keinen Ärger mit der Ausländerbehörde bekommen. Nur, dann sind die Verhältnisse klar, ob die dann die Ausweisung veranlassen, das ist deren Problem. Jedenfalls sollte die Behörde Bescheid wissen.


    Klar ist so etwas ärgerlich. Nur kann sich so ein Scheidungsverfahren länger hinziehen, als wenn man den einfachen Weg geht. Den offensichtlich der eigene Anwalt anpeilt, den ich auch anpeilen würde. Denn gerade in Corona-Zeiten werden doch Verfahren mit umfangreicher Beweisaufnahme nach Möglichkeit vermieden oder hintan gestellt. Aber eine einfache Scheidung, ohne Versorgungsausgleich, ohne Unterhaltsfolgen für die Zukunft, ohne Zeugen, das schiebt der Richter doch gerne dazwischen, schon wegen seiner eigenen Erledigungsstatistik.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo!


    Danke für eure Antworten.

    Ja ich wurde aufs übelste getäuscht und betrogen.. Es ist sehr traurig.


    Dann ist ja vielleicht die Strategie meines Anwaltes gar nicht mal so falsch.

    Ich hab nicht ganz verstanden was TimeKeeper gemeint hat mit: „der Richter schiebt eine einfache Scheidung dazwischen“


    Danke für eure Antworten.


    Beste Grüße


    BL

  • Hi,


    wenn keine umfangreiche Beweisaufnahme erforderlich ist, alles klar ist, man weiß, dass das alles nur (gefühlte) 15 Minuten dauert, dann ist der Richter mit seiner Terminierung mit Sicherheit schneller, als wenn er xy Zeugen laden muss, u.s.w.


    Besprich die Vorgehensweise mit deinem Anwalt unter rein taktischen Gesichtspunkten.


    Herzlichst


    TK