Mutter hat starkes Alkoholproblem

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe ihr könnt mir ein paar Ratschläge geben, da ich gerade echt nicht weiter weiß.


    Ich lebe getrennt von meiner Noch-Ehefrau und wir haben zusammen zwei Kinder 8 u 15J.

    Sie lebt mit ihrem neuen Partner zusammen und auch ich habe eine neue Partnerin. Geeinigt haben wir uns auf ein echtes 50/50 Modell mit wöchentlichem Wechsel.


    Jetzt ist es so, dass die Kindesmutter größere Probleme hat. Sie hatte schon immer leichtere Depressionen und dadurch ihr Leben nicht wirklich im Griff gehabt, früher habe ich dann vieles übernommen, heute macht es der neue Partner. Was unter anderem auch einer der Trennungsgründe war, da sie meinte die Depressionen kamen daher, weil sie sich in unserer Beziehung wie in einem goldenen Käfig fühlte. Da wir uns trennten, dachte ich vor 1,5 Jahren dass dieses Problem nun vorbei ist und sie den Alltag wieder im Griff hat.


    Leider wurde es immer schlimmer und sie versucht das mit Alkohol zu kompensieren. Sie hat in den letzten 3 Monaten betrunken 3 kleinere Unfälle mit dem Auto gehabt, ist wie ich erfahren habe angetrunken mit den Kindern Auto gefahren, es gab 2 Polizeieinsätze bei Ihr, weil sie betrunken randaliert hat und ihr Partner sie eingesperrt hat, damit sie nicht in diesem Zustand “feiern” geht. Alles haben die Kinder ungefiltert mitbekommen. Der Gipfel war jetzt letzte Woche Freitag. Sie hat angedroht sich was anzutun, ist abgehauen und hat meinen jüngeren Sohn alleine beim neuen Partner gelassen. Der arme Junge dachte tatsächlich das er seine Mutter nicht mehr wiedersieht. Ich habe bereits für beide Kinder einen Termin bei einer Psychologin gemacht, weil ich das wirklich für traumatische Erlebnisse halte.

    Sie war vor kurzem in einer Entziehungsklinik, die aber nichts gebracht hat. Direkt danach hatte sie auf ihren Wunsch hin wieder die Kinder, es ging ein paar Tage gut danach hat sie wieder heimlich angefangen zu trinken. Sie ist jetzt wieder bei einer Klinik vorstellig geworden und meint daher sie wäre in einer Therapie (1x Besucht) und hätte jetzt wieder alles im Griff.

    Am Sonntag wäre der Wechsel und sie besteht, entgegen vorheriger Absprachen, wieder auf den Wechsel. Wir hatten ursprünglich abgemacht nach der letzten Eskalation letzte Woche, dass die Kinder das restliche Jahr bei mir sind, damit sie Zeit hat wieder klar zukommen. Ich habe bis jetzt weder das Jugendamt über diese Zustände informiert noch einen Anwalt eingeschaltet, weil ich nicht möchte dass die Kinder das alles beim Jugendamt erzählen müssen.

    Heute habe ich mehrer Anwälte kontaktiert, weil ich mir nicht mehr anders zu Helfen weiß, was ziemlich ernüchternd war, da keiner mehr dieses Jahr Zeit hat…

    Was kann ich machen? Alleiniges Sorgerecht oder Umgangsrecht beantragen? Chancen auf Erfolg sollen da ja eher gering sein. Sollte das schief laufen würde sie sich in ihren Handlungen noch bestätigt fühlen, da sie meint das wäre ja alles gar nicht so schlimm.

  • Hallo Pocoyo,


    Du solltest dich mal mit deinen Freunden/ guten Bekannten über dieses Thema austauschen.


    Sinnvoll könnte es auch sein wenn du dich bei Caritas/Diakonie beraten lässt.


    Wichtig ist m.E. eine "neutrale" Sicht, "wie sehen andere das Problem" ?


    Das Jugendamt würde ich als allerletztes Mittel empfehlen.


    edy

    Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
    z.B. "Hallo"
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  • Moin edy,


    das mit dem Jugendamt ist wie in all diesen Fällen sehr stark von der Qualität der Mitarbeiter abhängig. Man sollte allerdings nie vergessen, dass im Streitfall das Jugendamt immer involviert wird, und da ist es sinnvoll, zu versuchen, es möglichst zeitig ins eigene Boot zu holen. Oder es zumindest zu versuchen. Und das Jugendamt wird, wenn man sich selbst außergerichtlich beraten lässt, nicht unbedingt die Kinder befragen. Das kann man als Elternteil doch in dieser Phase steuern.


    Nun zum Fall. Alkoholismus per se ist kein Grund, Kinder aus ihrem Umfeld zu nehmen. Wir haben viele auch von anderen Drogen abhängige, die es trotzdem schaffen, ihre Kinder groß zu ziehen, sei es mit Unterstützung oder auch allein. Wie man mit dieser Problematik umgeht, da hat im Idealfall das Jugendamt Adressen, die da weiterhelfen. In vielen Kommunen gibt es da Anlaufstellen, sei es direkt von der Kommune, oder auch in Hochschulen, gemeinnützigen Vereinen u.s.w.


    So, nächster Punkt. Die Kinder sind ja nicht mehr ganz klein. Ich vermisse in dem Beitrag von PO ein wenig die Meinung der Kinder. Es gibt Kinder, die werden mit so einer Situation fertig und solche, die schaffen es nicht. Da hier das Wechselmodell praktiziert wird, gehe ich mal davon aus, dass die Eltern nicht weit auseinander leben. Das ist die Grundlage meiner Überlegungen. Wir haben in zwei Wochen Weihnachten. Jetzt eine Regelung herbeizuführen ist unabhängig von der Auslastung der Anwälte praktisch unmöglich. Das muss man auf das nächste Jahr verschieben, sollte es aber mit professioneller Hilfe angehen.


    Wie jetzt verhalten? Man bekommt juristisch gesehen vor Weihnachten nichts mehr hin. Ich würde mit Rücksicht auf die Kinder überlegen, ob man nicht die nächsten Wochen die getroffene Vereinbarung noch durchhalten kann. Das auch mit den Kindern besprechen. Einschließlich der Option, dass sie einfach nach der Schule eben nicht zur Mutter gehen, wenn es unerträglich war, sondern zu dir kommen. Die andere Alternative wäre, dass du die Kinder einfach bei dir behältst. Ob die da mitmachen, weiß ich nicht. Dann könnte es auch sein, dass die Frau ein Eilverfahren vor Gericht lostritt, was wohl auch erst nach Weihnachten entschieden würde, allerdings gerade für die Kinder unglaublichen Stress bedeuten würde.


    Mein Rat: hangele dich durch die nächsten drei Wochen. Und gehe es anschließend mit professioneller Hilfe an.


    Herzlichst


    TK

  • Guten Morgen,

    danke für Eure Antworten.


    edy

    Sowohl ihre Mutter, als auch ihre Schwester sehen es wie ich. Auf Druck von ihnen hat sie sich jetzt auch erneut in Therapie begeben. Nun ist es allerdings so, dass die KM nicht allzuviel von den beiden hält und sich nur bedingt was von ihnen sagen lässt bzw auf sie hört. Sie ist der festen überzeugung dass sie alles im Griff hat und es ohne professionelle Hilfe es schafft. Das heißt sie geht da zwar zur Therapie, aber erzählt den Ärzten dann was sie hören wollen und gut. Deswegen hat die erste Therapie auch nicht gefruchtet und sie ist nach drei Tagen wieder Rückfällig geworden.


    @TI

    Auch die Kinder sehen es wie ich. Allerdings lieben sie selbstverständlich ihre Mutter. Gerade der älter, möchte gerne bei ihr sein um auf sie aufzupassen und ihr zu Helfen. Was ich natürlich verstehe, aber der Meinung bin das ein 15Jähriger das nicht verantworten kann und vor allem auch nicht sollte. Ich stell mir vor er passt auf die Mutter auf und sie macht betrunken einen weiteren Unfall mit dem kleineren an Bord. Er würde sich sein restliches Leben lang Vorwürfe machen. Bei dem Jüngern hat sie zZ einen etwas schwierigeren Stand nach der "ich bring mich jetzt um" Aktion, aber auch auch vermisst natürlich seine Mutter. Mit ihnen habe ich jetzt erstmal abgesprochen, dass sie das restliche Jahr bei mir bleiben und sie sind damit einverstanden. Mit professioneller Hilfe meinst du das Jugendamt?

  • Hi,


    die Umkehr, dass Kinder in dem Alter sich um die Eltern kümmern, das ist immer eine Katastrophe. Da sind wir uns einig. Nur, das kannst du nicht jetzt binnen der nächsten zwei Wochen regeln. Du musst jetzt abwägen, ob du den Kindern jetzt vor Weihnachten diesen Stress zumuten kannst, ober ob du bis nach Weihnachten wartest. Letzteres wäre meine Empfehlung.


    Herzlichst


    TK

  • frase, die Antwort kann ich dir geben. Wenn jemand straffällig wird, dann werden die zuständigen Behörden aktiv. Das ist bei Trunkenheitsfahrten die Staatsanwaltschaft, die Führerscheinstelle. In die Verhältnisse innerhalb der Familie wird da nicht reingeschaut. Wir sind da in Deutschland auch recht empfindlich, nach unseliger Vergangenheit. Die Polizei informiert zwar bei kritischen Fällen auch das Jugendamt, aber Alkoholfahrten müssen nicht zwingend einen Hinweis darauf geben, dass das auch zu Haus was im Argen liegt.


    Der Vater hätte schon längst aktiv werden sollen (bitte nicht als Vorwurf auffassen, ist nicht als solcher gemeint). Und irgendwie war es immer akzeptabel. Jetzt kommt Weihnachten, und da sind wir dann an der Grenze der Belastbarkeit angekommen, in ganz vielen Fällen. Deshalb meine Empfehlung der sauberen Analyse für die nächsten zwei Wochen. Und es nach Weihnachten professionell angehen.


    Herzlichst


    TK