Loyalitätskonflikt

  • Hallo Zusammen,

    folgendes Thema: Kindsmutter und Kindsvater seit Babyalter des Kindes getrennt, nicht verheiratet gewesen. Das Kind ist nun 10 Jahre alt und lebt schon immer bei der Kindsmutter. Umgangszeiten wurden zu Beginn vom Gericht festgelegt - im beidseitigem Einvernehmen zwischen KM und KV wurden Umgangszeiten jedoch angepasst, abweichend von den vom Gericht festgelegten Umgangszeiten (Kind wird/wurde ja auch älter). Kommunikation gestaltet sich absolut schwierig mit dem KV - es ist keine Unterstellung sondern ein Fakt, dass der KV der KM ständig "eins Reinwürgen" möchte. Jetzt ist es aber passiert, dass das Kind vom KV beeinflusst und auch in den Konflikt zwischen KM und KV reingezogen wird. Das hat damit angefangen, dass der KV dem Kind gegenüber absolut herablassend über die KM gesprochen hat. Schlimme und böse Unterstellungen folgten und das Kind ist sichtlich verunsichert und verängstigt.

    Strategisch stellt sich die Frage, wie man einen Loyalitätskonflikt als KM unterbindet und nicht zulässt. Spricht man es an, wird der KV das auf dem Rücken des Kindes austragen (höchstwahrscheinlich): "Wieso hast du der Mama davon erzählt, das darfst du nicht machen", "ich bin sauer auf dich, dass du das erzählt hast" usw..


    Lange Rede kurzer Sinn, die KM ist derzeit in diesem Konflikt gefangen und weiß nicht, wie sie ihn löst. Egal welchen Versuch man unternimmt (Jugendamt oder sogar Gericht), der KV wird das Kind zu 100 % involvieren - davor hat die KM natürlich Angst. Das Kind muss alternativlos da rausgehalten werden.

    Habt ihr vielleicht Lösungsansätze? Auf die Erziehungseignung des Vaters brauchen wir nicht eingehen, die ist so gut wie nicht gegeben...

    Vielen Dank vorab!

  • Hi,

    erst einmal herzlich willkommen hier bei uns im Forum.

    Nun zu Deiner Frage. Ich denke mal - und zwar aus beruflicher und auch persönlicher Erfahrung - dass du dieses Problem überschätzt. Natürlich ist jedes Elternteil gehalten, das andere Teil nicht schlecht zu machen. Nur, da klaffen Theorie und Umsetzung ganz gewaltig, nicht nur bei dir. Man kann es letztlich nicht verhindern. Was ich seinerzeit gemacht habe und auch oft erfolgreich geraten habe: konzentriere dich auf dein Kind. Lebe eben was anderes vor, als der Vater dem Kind einredet. Lasse das Kind davon erzählen, reagiere ruhig. Ohne Kritik am Vater, eben so, dass der Vater einiges anders sehe als du. Das verinnerlichen Kinder in dem Alter in relativ kurzer Zeit. Sie schaffen es sogar, eben dem jeweiligen Elternteil im Prinzip zuzustimmen, also sich letztlich aus diesem Konflikt raus zu klinken. Das wäre meine Strategie.


    TK

  • herzlichen Dank für die Antwort. An diese Strategie dachte ich auch.
    Das Beeinflussen und schlecht reden ist aber inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir hier über kriminelle Unterstellungen, Beleidigungen etc. sprechen.
    So etwas kann man doch nicht, vorallem bei einem 10 Jährigen, im Raum stehen lassen? Hier geht es nicht darum, sich vor dem Kind rechtfertigen zu müssen oder oder, sondern das Kind mit diesem ganzen Schwachsinn nicht zu belasten?!

  • Hallo,

    Hier geht es nicht darum, sich vor dem Kind rechtfertigen zu müssen oder oder, sondern das Kind mit diesem ganzen Schwachsinn nicht zu belasten?!

    Sachlich ruhig bleiben. Den 10 Jährigen fragen ob er die Unterstellungn wirklich glaubt? (den Vater aber dabei nicht "schlecht" machen).

    edy

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    Das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtsverbindlich. edy (Admin)

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