Hallo zusammen,
Ich bin (leider) neu zum Thema potentieller Elternunterhalt, und mache mich langsam verrueckt darum. Fuer jeden Ratschlag waere ich sehr dankbar.
Meine Situation:
Ich bin in Grossbritannien wohnhaft, und habe hier mein ganzes berufstaetiges Leben verbracht. Ich bin doppelter Staatsbuerger (deutsch von Geburt und naturalisiert britisch).
Ich lebe unverheiratet mit meiner britischen Partnerin im Eigenheim.
Mein (britisches) Bruttoeinkommen ist, je nach Wechselkurs, knapp ueber der 100k Eur Marke, und steigt jaehrlich so ungefaehr mit Inflation.
Vermoegenswerte - Selbstgenutztes Eigenheim mit meiner Partnerin (mit Hypothek); Rentenersparnisse in britischen "Personal Pension" Konten, die bis zur Rente unantastbar sind; und obendrauf knapp sechsstellige Ersparnisse in britischen, steuerfreien Spar- und Wertpapierkonten (ISA).
Mein Vater:
Mein Vater ist verwitwet, pensioniert, und wird nach einem kuerzlichen Zwischenfall wahrscheinlich ein stationaerer Pflegefall werden. Im Moment ist er im Krankenhaus. Mein Onkel und ich sind die einzigen verbleibenden Angehoerigen. Ich habe wenig Kontakt, und aufgrund der Vergangenheit kein Interesse, das zu aendern. Meine Kontaktdaten (vllt. auch Adresse) sind bekannt, und dann gab es vielleicht noch im Durchschnitt zwei Anrufe im Jahr. Ein Bekannter meines Vaters haelt mich auf dem Laufenden.
Die zustaendige Pflegestelle versucht im Moment, einen gesetzlichen Betreuer im Eilverfahren einzusetzen. Hat auch schonmal hier angerufen um zu bestaetigen, dass ich kein Interesse habe auf Entscheidungen einzuwirken, und was ich denn ueber die Umstaende meines Vaters wuesste.
Er lebte bis zuletzt im stark sanierbungsbeduerftigen Eigenheim, und ich vermute eine starke Schuldenlast.
Meine Fragen:
Was tun? Sollte ich jetzt handeln? Meine Gedanken bisher:
- Ich bin auf Google findbar. Ob mein Job Verdacht auf Einkommen >100k aufkommen laesst, ist wohl Auslegungssache.
- Angenommen dass die Addresse bekannt ist, wie wahrscheinlich wuerde das SA Kontakt mit mir aufnehmen? Und wie muss/sollte man da antworten - Lebenshaltungskosten, Steuerlast, und Erwartungen an eigene Pensionsleistungen ueber die staatliche Pension hinaus sind hier ja auch komplett anders.
- Ich weiss sehr wenig ueber Pflegeversorgung in Deutschland. Mein Vater war Beamter mit privater Krankenversicherung. Wuerde dies die zu erwartende Kostenlast beeinflussen?
Sollte ich jetzt noch etwas tun? Zuallererst wuerde ich natuerlich vermeiden wollen, ueberhaupt Auskunft zum Einkommen geben zu muessen. Trotzdem noch einige Gedanken und Fragen -
- Teilzeit beantragen um unter 100,000 Eur Einkommen zu bleiben? Das waere wohl erstmal moeglich, aber mehr und mehr Teilzeit mit steigendem Gehalt (und fixer 100T Eur Grenze) wuerde dann auch irgendwann nicht mehr hingenommen werden.
- Gibt es relevante Rechtssprechung zur Anwendbarkeit der Einkommensgrenze im Ausland/Grossbritannien?
Und, falls es dann doch zur vollen Auskunft kommen wuerde - es fuehlt sich falsch an, dass ich meine Ersparnisse besser auf den Kopf gehauen haette. Was koennte man hier machen? Z.B.:
- Schenkungssteuern gibt es hier nicht. Es waere steuerlich besser, meine Ersparnisse in meinen steuerfreien Konten zu lassen, aber Transfer zur Partnerin waere moeglich.
- Hypothek (zum Teil) abbezahlen?
- Mehr Geld in meine Pensionskonten? Die waeren noch fuer die naechsten 20 Jahre unantastbar.
Und dann zuletzt noch -
- Wuerde Verzicht auf deutsche Staatsangehoerigkeit etwas aendern? Den EU-Pass wuerde ich sehr ungerne verlieren, aber es waere schon gut zu wissen.
Lieben Dank schonmal!