Schichtarbeit und Kindesbetreuung

  • Hallo,

    Ich versuche die Situation mal kurz zu fassen. Ich habe mich vor ca. 1 Jahr von der KM getrennt. Vorerst hatten wir die Abmachung, das ich meine beiden Töchter in der Frühschicht Montag und Mittwoch nach der Kita betreue und sie am Wochenende von Freitag bis Sonntag bei mir schlafen (nach einigen Monaten haben wir den Montag weggelassen). In der spätschicht sind sie von Samstag auf Sonntag bei mir. In der Nachtschicht hole ich sie Dienstag und Donnerstag aus der Kita und wir verbringen den Sonntag miteinander. Soweit so gut, das erste Problem an diesem Modell ist, sobald ich aus welchen Gründen auch immer ein Wochenende ohne die Kinder brauche endet es in endlosen Diskussionen. Das zweite Problem, aufgrund der Situation mit Corona und verkürzten Öffnungszeiten der Kita, habe die zwei in der Früh und Nachtschicht eigentlich täglich aus der Kita abgeholt und zum Abendbrot zur KM gebracht. Sie selbst konnte aufgrund ihrer Arbeitszeiten, das frühere abholen aus der Kita nicht gewährleisten.
    Ich selbst habe diese Zeit sehr genossen, da ich meine Töchter täglich bei mir hatte. Allerdings ist das in 3 Schichten körperlich nicht immer leicht gefallen. Zusätzlich kam häufig von den Kindern die Frage, warum sie nicht unter der Woche bei mir schlafen können.
    Dementsprechend habe ich mir Gedanken gemacht wie ich auch dies ermöglichen könnte und bin dabei auf die Möglichkeit gestoßen in Nachtschicht Teilzeit zu beantragen. Dadurch könnten wir grundsätzlich ein Wechselmodell (Wechsel immer Mittwochs) gewährleisten ohne Finanzielle Einbußen. Jedoch stellt sich die KM komplett gegen diese Idee und möchte dies auch nicht ausprobieren und die Kinder entscheiden lassen. Laut Anwalt, wird es ziemlich schwer dies durchzusetzen wenn die KM nicht zustimmt.


    Ich muss sagen das ich in diesem Fall unsere deutsche Rechtssprechung sehr veraltet und vor allem unfair finde. Am Ende des Tage übernehme ich nur durch die Wochenenden bereits 30% des Jahres der Kinderbetreuung, rechnet man die einzelnen Tage unter der Woche hinzu komme ich sicher auf 50%. Ich als Vater habe aber kein Mitspracherecht, was das wann und wie angeht?


    Hier also die Abschließende Frage, gibt es andere Eltern von denen einer im wöchentlich wechselnden Schichten arbeiten und wie gestaltet ihr die Zeiten mit den Kindern?

  • Papito, ganz ehrlich, ich verstehe euer Modell nicht.


    Weder die Kombi von Schichten und Kinderbetreuung, noch wie eine teilzeitige Nachtschicht funktionieren soll, und das auch noch bei gleichem Gehalt. Abgesehen davon gibt es arbeitsrechtlich nur einen sehr schwachen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung. Jeder Arbeitgeber, der einigermaßen fit ist, wird das zu verhindern wissen.


    Was mir auffällt, das ist eine erhebliche Unruhe für die Kinder. Hier einen halben Tag, da mehr und anders, dann die Wochenenden. Das hat mit Kindeswohl nicht unbedingt was zu tun. Daran sollte man als Einstieg in die Problematik arbeiten. Da ist eine Regelmäßigkeit rein zu bringen. Lieber länger und intensiver als diese ständigen kurzen stundenweisen Betreuungen. Und - auch bei Schichtdienst ist das möglich. Denn der fällt ja auch nicht vom Himmel, sondern wird geplant.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo Timekeeper,

    es besteht ja eine Regelmäßigkeit. Die Kinder sind unter der Woche ein oder zwei Tage bei mir und verbringen die Wochenenden mit mir. Das tägliche abholen seit Februar, ist den verkürzten Betreuungszeiten des Kindergartens durch Corona geschuldet.
    Ich arbeite glücklicher Weise in einem großen Betrieb, in dem es nicht unmöglich wäre in Teilzeit in Nachschicht zu arbeiten. Mit diesem Modell würde ich Montag/Dienstag Nacht arbeiten, die Kinder am Mittwoch aus der Kita abholen. Dann würden sie bis nächsten Mittwoch bei mir bleiben und ich würde Mittwoch Donnerstag Freitag arbeiten. Dementsprechend würden sie dann bis Mittwoch bei der KM bleiben. Ich finde es eine super Möglichkeit, denn sie hätten sowohl den Kitaalltag als auch die Wochenenden gleicher Maßen mit beiden Elternteilen. Die KM findet allerdings 7 Tage ohne die Kinder zu lang. Natürlich würde es für die KM auch bedeuten, das sie jedes zweite Wochenende die Kinder Betreuung übernehmen müsste, was meines Erachtens das größere Problem ist. Sie möchte am jetzigen Model nichts ändern, ich wiederum denke es wäre für alle beteiligten routinierter und fairer. Mir wurde von rechtlicher Seite dazu geraten ein Wechselmodell nicht ohne die Zustimmung der Mutter in Angriff zu nehmen, da dies sehr schwierig durchzusetzen sei und dementsprechend sehr kostenintensiv werden kann.