Gemeinsames Sorgerecht - Kind ist überwiegend bei Oma & Opa

      Gemeinsames Sorgerecht - Kind ist überwiegend bei Oma & Opa

      Hallo @ All...

      (dieser Text wird sicher lang, da ich ganz von vorne anfangen muss...dafür entschuldige ich mich schon mal vorab...).

      Momentan lebe ich in Scheidung (Trennungsjahr), meine Tochter (4 Jahre) labt beim Vater...

      Es fing alles ganz "klischeehaft" an...man streitet und streitet, bis einem irgendwann die Hutschnur platzt...dann ist es vorbei...oder fängt gerade erst an...
      Ich habe mich in erster Linie getrennt, weil er immer und immer wieder gelogen hat (selbst seine Mutter erzählte mir während unsere Ehe immer wieder, dass er sich schon seit der frühsten Kindheit immer wieder in Lügengebilde redete, um sich interessanter zu machen oder sich in ein tolles Licht zu rücken.
      Regelmäßig sprachen Lehrerinnen die Eltern deswegen an). Er hat immer und immer wieder nach Bestätigung gesucht, indem er mit anderen Frauen chattete, telefonierte und sich sogar traf.
      Seinen Eltern gehörte die Wohnung die wir in all der Zeit bewohnten. Keinerlei Privatsphäre. Ständig kamen die da mit ihrem eigenen Schlüssel rein geschneit, wie es denen gerad passte. Mein "Mann" war zwar selbstständig (Industrieklettern), wurde aber nicht gebucht, weil er durch sein Arbeitsverhalten und Benehmen dort einfach nicht mehr gebucht wurde. Tag ein, Tag aus saß er nur vor seiner Playstation am spielen, während ich den Haushalt schmiss und mich um unsere Tochter kümmerte...
      Und und und...

      Am besagten Tag haben wir uns also wieder gestritten und angeschrien bis ich dann über meine Angst springen konnte und gesagt habe, dass ich die nächsten Tage bei einer Freundin übernachten werde, damit wir beide uns darüber klar werden können, wie es weiter geht...
      Gesagt, getan.
      Nach 3 Tagen kehrte ich (mit genannter Freundin zurück)...kaum in der Tür, stolperte ich schon über meine gepackten Koffer.
      Das nötigste aussortiert und mit genommen, dann hat er mich zum Gehen bewogen.
      Bis heute ist er der Meinung, er hätte mich nicht raus geschmissen, sondern ich wäre gegangen.
      Nun gut...wie er meint... :S

      Da ich nicht mal wusste wo ich überhaupt unterkommen sollte, musste ich meine Tochter also bei ihm lassen...
      Ganze 5 Wochen habe ich mal hier, mal da auf den Sofas von Freunden geschlafen. Hatte keinen Cent Geld bei mir.
      Bis ich dann ein WG-Zimmer gefunden habe, in dem ich endlich "runter kommen" konnte.
      Alles ging drunter und drüber.
      Anwältin suchen und finden, BaföG beantragen (Studium), das hat solange gedauert, dass ich exmatrikuliert wurde, weil ich den Beitrag nicht pünktlich zahlen konnte. Somit also Schulden beim Studentenamt bzw. Staat. Hartz 4 beantragen, Mietrückstände uuuuund und und...
      Nebenbei immer und immer wieder seine Sticheleien, Beschimpfungen und was nicht noch alles...

      Dann kam der Fall...mein persönlicher Abgrund...
      Alles wuchs mir über den Kopf, ich hatte niemanden der mir half, meine Familie und Freunde 360km weit entfernt.
      Ich hatte alles verloren. Meine Ehe, mein Kind, meine Wohnung, mein Studium...alles war plötzlich WEG und ich stand vor den Trümmern all dessen und meiner Selbst...
      Ich verfiel in Depressionen...merkte das aber lange Zeit gar nicht...
      Es hat sich so angeschlichen und mich immer und immer weiter runter gerissen.
      Ich konnte mich um nichts mehr kümmern, auch um meine Tochter nicht. Ich hatte Panikattacken die mich sogar daran hinderten, den Briefkasten zu öffnen, geschweige denn das Haus zu verlassen. Ich konnte nicht mal telefonisch einen Termin bei meinem Hausarzt machen...es ging einfach NICHTS mehr.
      Dazu haben mich innerhalb der Depression einige schmerzhafte Erinnerungen eingeholt, die ich bis Dato verdrängt hatte. Wie die Abtreibung eines Kindes 1 Jahr NACH der Geburt meiner Tochter, die ich ausschließlich mit mir alleine ausmachen musste, weil IHN das überhaupt nicht interessiert hat...tut es auch bis heute nicht.
      Alles wurde in zahlreiche Biere ertränkt, weil ich einfach keinen Weg mehr wusste...ich hatte starke Suizidgedanken...das volle Programm.

      So...das alles zog sich eine ganz schön lange Zeit...circa 1 1/2 Jahre...
      Zwischendurch habe ich die Kleine hin und wieder gesehen...SEHR oft war es mir aber aufgrund des ganzen oben beschriebenen einfach nicht möglich, weil ich u.A. nicht wollte, dass sie mich hier besucht und ich in irgendwelchen Heulkrämpfen vor ihr sitze oder es einfach nicht schaffe mich korrekt um sie zu kümmern.

      JETZT habe ich zu mir gefunden. Bin auf dem Weg der Besserung. Ich suche gerade eine neue Stelle (exam. Altenpflegerin) und habe die nächste Woche auch schon mein erstes Bewerbungsgespräch. Kein Rumgeheule mehr. Keine Alkoholabstürze.
      Die Kleine habe ich in der letzten Zeit regelmäßiger und wesentlich häufiger gesehen. Sie war bei mir oder ich habe sie zumindest bei ihr zuhause besucht.
      Sie hat hier mittlerweile bei mir ein eigenes Zimmer und hat auch schon etliche Male hier geschlafen.
      Alles war wunderbar. Wir haben gekocht und gebacken, waren auf allen möglichen Spielplätzen und alles was man eben so macht und sie möchte. :D

      Mein "Mann" geht mittlerweile wieder arbeiten. Ist fest angestellt. Arbeitet von Mo. - Fr. jeweils von 9-16 bzw. 17 Uhr.
      Wir haben ein gemeinsames Sorgerecht. Sie wohnt wie gesagt bei ihm.
      Jetzt hat er sie vor ca. 3 Monaten OHNE mein Wissen oder meine Zustimmung vom Kindergarten abgemeldet. Die Gründe dafür kenne ich mittlerweile, trotzdem finde ich es völlig daneben, dass er so etwas einfach ohne mein Wissen macht. Rechtlich gesehen ist das ja auch nicht korrekt!
      Jetzt will er sie in der nächsten Zeit (sofern ein geeigneter Kindergartenplatz gefunden wird) in einem anderen Kindergarten anmelden. Ich habe ihm bereits gesagt, dass dies NICHT geschehen wird, ohne das ich diesen Kindergarten besucht, mich darüber informiert und zugestimmt habe.

      Zum Problem:

      Er arbeitet wie gesagt die gesamte Woche über bis 16 oder 17 Uhr. Meine Tochter ist in dieser Zeit (wohl gemerkt sind das in der Woche über 50 Stunden) bei seinen Eltern zuhause! Auf meine Nachfrage sagte er mir (das habe ich auch schriftlich), dass unsere Tochter angeblich Nachmittags bei ihm sein würde, was bedeutet, dass er bzw. seine Eltern - gehen wir zum Verständnis mal von einem Montag aus -, um 16Uhr 45 Minuten von dort zu ihm nach Hause fahren und unsere Tochter dann gegen 20Uhr wieder mit zu sich nehmen (erneut 45 Minuten Autofahrt), da mein "Mann" ja am nächsten Tag (Dienstag) wieder um 9 Uhr auf der Arbeit erscheinen muss.
      Meine Frage ist jetzt vor allem ob das überhaupt rechtens ist?!
      Ich meine, ich habe ihm jetzt bereits MEHRMALS gesagt, er solle sie doch bitte zu MIR bringen, denn ich habe und hätte die ganze Woche für sie Zeit und es kann doch nicht sinn der Sache des gemeinsamen Sorgerechts sein, dass unsere Tochter anstatt bei MIR, bei seinen ELTERN und nicht einmal bei IHM selber ist!?!?!?

      Mittlerweile hat sie durch dieses ganze Hin und Her dort eine Art "Angststörung" entwickelt...
      Das bedeutet, sie hat unheimliche Angst, vor jeglicher Form von Skeletten (nicht verwunderlich, wenn bei meinen Schwiegereltern das gesamte Haus mit Hirschgeweihen, Wildschweinfellen und ausgestopften Kadavern dekoriert ist.
      Mittlerweile ist es soweit, dass sie weder bei ihm daheim, noch hier oder sonst wo alleine zur Toilette geht..was automatisch auch bedeutet, dass sie sich oftmals einnässt..
      Im letzten Oktober war sie noch ein völlig normales Kind. Und bei dem nächsten Besuch bei mir und ebenfalls auch bei meinen Eltern zeigten sich dann eben diese Symptome. Ich musste hier bei mir daheim ganz normale, kindgerechte Bilder abhängen, weil sie panische Angst vor ihnen hatte, obwohl sie sich zuvor niemals daran gestört hatte...sie sogar noch schön fand. ;( :|

      Ich habe ihm jetzt mehrmals gesagt, dass ich nicht mehr möchte, dass sie anstatt bei mir, bei seinen Eltern ist.
      Auch werde ich wohl einen Termin beim Jugendamt machen (müssen), denn sein letztes Wort war, dass ich sie zukünftig NUR 2 Tage in der Woche haben soll. Die restlichen Tage ist sie dann wieder bei seinen Eltern, bzw. bei seiner Schwester. :(

      Heute hat er sie um 19Uhr hier her gebracht. Will sie aber am Samstag um 11Uhr (also nach nicht mal 1 1/2 Tagen) schon wieder abholen.
      Und das auch nur, weil er jeden Sonntag bei seinen Eltern ein Familientreffen abhält und dort gemeinsam zu Mittag gegessen wird (obwohl unsere Tochter ja sowieso immer da ist, besteht er darauf) und danach wollen sie alle (wieder einmal) ein Variaté (obwohl ich das mehr als bedenklich finde...immerhin ist das doch sicher spät abends...).

      Ich frage mich jedenfalls, ob ich nicht irgendeine Handhabe hab, zu unterbinden, dass sie immer nur zwischen ihm und seinen eltern hin und her gereicht wird...

      In meinen Unterlagen ist festgehalten, dass unser Sorgerecht GEMEINSAM gilt...ein Aufenthaltsbestimmungsrecht wurde bisher noch nicht fest gelegt...
      Ist das rechtlich korrekt, dass sie von seiner Mutter und nicht von ihm oder mir erzogen wird und die meiste Zeit dort verbringt???

      Ich danke euch schon mal für alle eure Antworten, Tipps und Ratschläge.

      Viele liebe Grüße, FreeFall.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „FreeFall“ ()

      Hi,

      zunächst ein dringender Rat. Bemühe dich auf die Beschränkung auf das Wesentliche. Ansonsten geht das nämlich unter. Und das Lesen und Sortieren ist eine Strapaze.

      So, was haben wir? Ein 4-jähriges Kind, die Eltern sind getrennt, das Kind lebt schon immer beim Vater. Eine Mutter, die immer wieder psychische Probleme hatte, demnächst als Altenpflegerin arbeiten wird, vermutlich im Schichtbetrieb. Das Kind wird teilweise fremdbetreut, teilweise familiär. Eine Regelmässigkeit im Umgang mit der Mutter gab/gibt es nicht. Das Kind weist Störungen auf, deren Ursache unbekannt ist. Es besteht gemeinsames Sorgerecht.

      Es gibt keinen Grund, an dem Urzustand (Kind lebt bei Vater) erwas zu ändern. Auch am Verhalten dort vermag ich hier nichts zu erkennen, was dem Kindeswohl schaden könnte. Grundsätzlich obliegt es dem Elternteil, bei dem sich das Kind gerade aufhält, zu bestimmen, mit wem es verkehrt, wo es übernachtet u.s.w. Also du, wenn es bei dir ist, er, wenn es bei ihm ist.

      Ich sehe den gravierenden Mangel darin, dass ihr es bisher nicht geschafft habt, eine tragbare dauerhafte Umgangslösung zu finden. Die dem Kind Regelmässigkeit und Zuverlässigkeit bietet. So ist für das Kind doch alles nur Chaos. Mama war lange gar nicht da (dieser Verlust ist für ein kleines Kind entsetzlich, wahrscheinlich hat es das überhaupt nicht verkraftet) auch jetzt noch die Unregelmässigkeit, das muss doch Folgen haben. Jetzt braucht das Kind Hilfe. Für mich wäre der erste Gang zum Kinderarzt, der wird wahrscheinlich eine Überweisung zum Kinderpsychologen veranlassen. Dann das Ausarbeiten einer belastbaren Umgangsregelung, an die sich das Kind halten kann, ganz ohne Verlustängste. Ich denke, dass dann schon ein Großteil euer Probleme geregelt ist. Das würde ich jetzt stufenweise angehen.

      Noch was Grundsätzliches zum Sorgerecht. Alltagsentscheidungen des täglichen Lebens trifft der, bei dem sich das Kind gerade aufhält. Und Alltagsentscheidungen sind 99 % aller Entscheidungen. Wirklich relevante Sorgerechtsentscheidungen, das ist z.B. der eigene Reisepass für das Kind, die weiterführende Schule, medizinische Behandlung (sofern es mehrere Alternativen gibt) Unterschrift unter einen Ausbildungsvertrag für ein minderjähriges Kind. Du merkst schon, es gibt ganz wenig "echte" Sorgerechtsentscheidungen.

      Also beraten lassen, Arzt aufsuchen, Konzept entwickeln. Das muss tragfähig sein, also auch deine Berufstätigkeit berücksichtigen.

      Herzlichst

      TK

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