Stern TV 11.01.2017 Kindesunterhalt

      Stern TV 11.01.2017 Kindesunterhalt

      Hallo zusammen.

      Heute kommt das Thema Kindesunterhalt bei Stern TV.

      Bin mal gespannt ob es neue Erkenntnisse gibt oder es wieder das typische"Der böse Papa zahlt keinen Unterhalt......." geben wird.

      Bei FB(mir ist bekannt dass es kein Nachrichtensender ist) gibt es sogar auch kritische "Töne" von Frauen, darüber war ich doch verwundert und auch erfreut.
      Viele Frauen die nun in einer "neuen" Beziehung leben mit einem Unterhaltspflichtigen sehen nun auch oft die andere "traurige" Seite.
      Natürlich wurde auch über die heutige "tolle" Arbeitswelt diskutiert, weil einfach viele nicht genug Geld verdienen. Dies wird aber meistens von unserer Gesellschaft beim Thema Kindesunterhalt vergessen.

      Grüße
      Hi,

      auch wenn keine Frage dabei ist. Nach aktuellen Erhebungen zahlen 50% der Verpflichtungen gar nicht, 20% zu wenig. Der überwiegende Teil der Alleinerziehenden (und das formuliere ich geschlechtsneutral) lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das ist Fakt. Und natürlich findet man immer Leute, die eben, wenn es an ihr Geld geht, feststellen, dass Kinder nun mal teuer sind. Ist eben so. Weiss man, kann man sich vorher überlegen. Und wenn man für etwas verantwortlich ist, dann muss man halt dafür zahlen. Das sehe ich ganz nüchtern. Und es bleibt natürlich immer der Selbstbehalt. Bitte das nicht vergessen. Natürlich ist es für die Neue frustrierend, wenn sie sieht, dass der Lover 2000 € im Monat netto hat und davon fast 50 % für "fremde" Kids draufgehen. Und wie toll man leben könnte, wenn man das Geld auch noch hätte. Aber, diese Frauen haben sich einen Mann mit finanzieller Vorgeschichte geangelt. Das wissen sie. Und spannend finde ich immer, dass andere Belastungen (z.B. Abzahlung des Autos) akzeptiert werden, nicht aber Zahlungen für Kids.

      Wer soll für die Kids, die man gezeugt hat aufkommen? Persönliche Verantwortung zu übernehmen, das scheint mehr und mehr ein Fremdwort zu werden.

      Herzlichst

      TK
      Hallo zusammen.

      Auch wenn der überwiegende Teil von dir(TK) richtig ist einige Anmerkungen und Infos.
      Die Statistik-Zahlen kenne ich auch sehr gut. Finde ich allerdings merkwürdig, weil viele gar nichts bezahlen.

      Bei einer Trennung gibt es für mich zwei Alleinerziehende(nicht nur die Frau). Ich kann mit dem Begriff "Alleinerziehende Frau" überhaupt nichts anfangen, weil es sachlich falsch ist. Es leben auch beide an der Armutsgrenze!

      Das Kinder Geld kosten, dass wissen beide Seiten!
      In sehr vielen Branchen wäre 2000,- Netto ein "Paradies", dort ist bei 1500 Brutto schon Schluss.Vielleicht noch 1800,- Brutto mit viel Glück!
      In bin berufstätig und bekomme dieses täglich zu spüren.
      Ich war selber auf einer ISUV(Verband) Veranstaltung und dort waren viele Frauen sehr überrascht über die Einkommen, weil dort viele Männer als "Mängelfälle" gelten(auf der Veranstaltung). Erst wurde nur gesprochen und danach auch Lohnabrechnungen "gezeigt" von den Teilnehmern, weil es um die DDT ging. Es ist halt ein reines Geldthema.

      Leider haben viele einen "Porsche fahrenden Vater der KEIN Geld und kein Unterhalt" zahlt im Kopf. Wenn, habe ich dafür aber kein Verständnis.
      Die Realität ist allerdings eine andere.
      Bei dem Thema Unterhalt gibt es für mich eigentlich nur Verlierer.
      Es wird sich auch nichts mehr ändern.
      ... und was ich nach wie vor immer noch unfair finde, ist, auch wenn man hier schon des öfteren versucht hat, mich da umzustimmen:

      Vor der Scheidung ist es oft so, dass der Mann das Geld für die Familie verdient und die Mama die Kinder großzieht. Dann kommt die Scheidung: die Mama hat die Kinder weiterhin nach wie vor zu fast 100% großzuziehen, bekommt aber noch 50% der finanziellen Schulden aufgebrummt, die die beiden in der Ehe gemacht haben. Und das möglichst noch, nachdem sie auf eine qualifizierte Ausbildung oder Karriere verzichtet hat, damit der der Ehemann "den Rücken frei" hat. Woher soll die Mutter plötzlich das Geld dafür hernehmen?

      Ich weiß keine wirklich gangbare Lösung dafür, aber ich finde es unfair, dass bei der Scheidung gehälftelt werden soll. Wäre es nicht fairer, das nach einem Einkommensschlüssel aufzuteilen? So macht man das doch mit dem Unterhalt für Kinder, die außerhalb des elterlichen Haushalts leben ja auch.
      Gruß
      Thorsten
      @ Ast: die Erhebung deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Praxis. Ich schreibe nicht von denen, die unverschuldet bedürftig sind. Dafür ist der Staat da, dafür zahle ich gerne Steuern. Aber ich beobachte zunehmend (und ich bin schon Jahrzehnte im Geschäft) einen Trend zur Verantwortungslosigkeit. Keine Ahnung, woran das liegt, aber es ist nun mal so. Und diese Verantwortungslosigkeit geht einher mit einer gewissen Bequemlichkeit. Wer steigt schon nach drei Jahren Pause wieder gerne in den Beruf ein? Wer hat sich auf dem Laufenden gehalten in der Zwischenzeit?

      Ich habe kürzlich in einer Veranstaltung Studenten (angehende Sozialarbeiter/Sozialpädagogen) gefragt, wie lange denn eine junge Mutter zu Haus bleiben MÜSSE, nach dem Gesetz. Fast alle meinten 6 Wochen vor der Geburt und 3 Jahre nach der Geburt. Als ich darauf hinwies, dass man bis zur Geburt arbeiten könne und nur die 8 Wochen nach der Geburt ein absolutes "no go" sei, da wurde ich wüst als verantwortungslos beschimpft. Da haben wir den ersten (Denk)Fehler. Die Frauen klinken sich völlig aus aus dem Beruf, nach drei Jahren den Anschluß mit anständigem Gehalt zu bekommen, das ist sehr, sehr schwierig. Da fängt es doch an. Wir haben den Familien mit der 3-Jahresregelung keinen Dienst erwiesen.

      Der nächste Schritt ist dann, dass die Frau (die die drei Jahre zu Hause war, weil schlechter ausgebildet und schlechter verdienend als der Mann) weiterhin zu Hause bleibt. Und wenn dann was schief geht in der Beziehung, der Mann nicht viel verdient, dann ist der Rest doch vorprogrammiert. Zwei Haushalte sind nun mal teurer als ein Haushalt und in der Regel mit Beibehalten des gemeinsamen Lebensstandarts nicht zu stemmen. Und wenn die Nichtverdienende dann einen Darlehensvertrag mit unterschrieben hat, was sie ja nicht muss, sorry, für das, was sie ausgegeben hat, muss sie auch haften.

      Ich halte das neue Unterhaltsvorschußgesetz für eine Mogelpackung, und andere Fachleute auch. Mit ca 145 mehr im Monat kommt niemand, wirklich niemand aus der Armut raus. Zumal ja die Vergünstigungen aus ALG II wegfallen, nämlich die 100 € zu Beginn des Schuljahres, Gratis-Kita-Besuch, vergünstigt einkaufen in der Tafel und vieles andere mehr. Die Alleinerziehenden mit Kind, die vollständig von ALG II leben oder aufstocken, die werden schlechter dastehen. Warum also der Zirkus? Ganz einfach. ALG II wird vom Bund bezahlt, Unterhaltsvorschuß überwiegend vom Land. Der Bund entlastet sich also. Wer ist noch Opfer? Richtig, die Kommunen, die müssen das nämlich abwickeln und die Mitarbeiter stellen. Es besteht wohl ziemlich Einigkeit darüber, dass man auf der Gemeindeebene dieses Geld nicht hat. Falls das Gesetz so durchkommt, wird woanders gespart, etwa beim Gratistransport im Schulbus, die Kita-Gebühren werden in die Höhe gehen. So sieht es bei uns zumindest aus. Außerdem soll vom Städte-und Gemeindetag eine Abänderung des SGB VIII betrieben werden, d.h. die Kosten für Kinder sollen unabhängig vom Betreuungsbedarf, Erziehungshilfe, was weiss ich, gedeckelt werden.

      Ist das ein Herausmarschieren aus der Armut?

      Daran ändert auch der Hinweis nichts, dass die wirklich Armen ja dann Zuschüsse weiterhin vom Job-Center bekämen. Wie sieht das dann für das alleinerziehende Elternteil, welches berufstätig ist, aus? Zur Familienkasse bei der AfA muss diese Person ohnehin, dann zum Jugendamt (Vorschußkasse), evtl. zum Wohnungsamt wegen Wohngeld (ist ja nicht mehr integrierter Teil in ALG II), und für weitere Leistungen dann auch noch zum Job-Center. Und, mal überlegen, wieviele Menschen jetzt damit befasst sind, einen schlichten Sachverhalt zu bearbeiten.

      Für mich ist das eine Riesenmogelpackung. Aber eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für neue Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, immerhin. Über die Vereinfachung, zu betrügen, darüber will ich hier nur auf Nachfrage schreiben.

      Herzlichst

      TK
      Dann frage ich mich allerdings, warum man überhaupt Kinder in die Welt setzen soll, wenn man sie nur 8 Wochen nach der Geburt betreut und sie dann in fremde Hände gibt, um wieder arbeiten zu gehen. Ist das denn Deiner Meinung nach gut für die Entwicklung des Kindes und die Mutter-Kind-Bindung? Klar, wenn es nicht anders geht, dann ist es eben so. Aber wenn man die Wahl hat, ist es doch sicher gut und auch gesellschaftsseitig unterstützenswert, da den Blick auf das Kindeswohl zu richten und den Vorrang vor finanzielle Bedürfnisse zu stellen. Oder liege ich da so falsch?
      Gruß
      Thorsten
      Hi, ich habe nicht davon geschrieben, dass jeder 8 Wochen nach der Geburt wieder anfangen soll mit der Arbeit. Nur, das ist ja auch eine Teilzeit-Option, die man hat. Man/Frau muss nicht 3 Jahre zu Hause bleiben. Das ist einfach zu lange, wegen der beruflichen Entwicklung. Einstieg nach einem Jahr, das funktioniert ganz gut, auch mit Teilzeit. Oder, Urlaubsvertretungen ganztägig.

      Und die fehlende Mutter/Kindbindung, wenn man arbeiten geht, die wissenschaftlich durch nichts, wirklich nichts abhängig gemacht von der Zeit, die man zusammen verbringt. Das ist ein Märchen, was wir einfach nicht aus den Köppen raus bekommen. Wenn diese Bindung abhängig wäre von der Zeit, die man zusammen verbringt, dann dürfte es ja eigentlich gar keine Vater-Kind-Bindungen geben, wenn der Vater berufstätig ist. Bindungen entstehen durch eine Vielzahl von Faktoren. Glaub es mir mal.

      Ich habe nichts gegen Mütter, die zu Hause bleiben. Das ist eine Option, ganz klar. Ich habe nur was dagegen, dass dann hinterher gejammert wird, man habe keinen Anschluß mehr im Berufsleben, man werde deshalb schlechter bezahlt, u.s.w. Und bei der Trennung kommt dann noch die finanzielle Not dazu. Das muss man einfach sehen.

      Und wenn man mit Lehrern spricht, gerade mit solchen, die mit Kindern mit besonderem Förderbedarf arbeiten, die stellen ganz klar fest, dass Dinge wie Disziplin, Organisation u.s.w. bei Kindern mit berufstätigen Eltern einfach besser funktionieren. Dass die Kinder am häufigsten ohne Hausaufgaben oder auch zu spät kommen, bei denen die Eltern ALG II Empfänger sind. Und gerade die sollten doch die Zeit haben, ein Kind rechtzeitig auf den Weg zu bringen.

      Ich wünsche mir, dass Berufstätigkeit als eche Option akzeptiert wird. Unsere jetzige Familienministerin ist wüst als Rabenmutter beschimpft worden, als sie 8 Wochen nach der Geburt wieder anfing mit der Arbeit. Genauso war es früher bei mir. Diese Anpöbelei ist schon heftig, glaub es mir mal. Und wenn dann ein Schulrektor die Berufstätigkeit der Mutter dem Alkoholismus des Vaters gleichstellt ....der Rektor kann froh sein, dass ich ihn nicht georfeigt habe.

      Herzlichst

      TK
      Hallo,

      Was man allerdings auch ansprechen muss:

      Der "Normal-Fall" ist die Zugewinngemeinschaft, darin sind viele gesetzliche Regelungen abgedeckt.

      Sollte man dies nicht wünschen, sollte man sich mit dem Thema Ehevertrag beschäftigen.

      Bei einerEheschließung gibt es noch viel zu viele "Tabus", man sieht der Zukunft einfach rosorot entgegen.

      ähnliche Themen Altersversorgung usw.

      lg
      edy
      Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
      z.B. "Hallo"
      das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtverbindlich.
      Timekeeper, klar, ich verstehe, dass Du da allerhand Erstaunliches erlebt hast. Geht mir genauso, auch wenn ich nicht mal in der Branche beruflich aktiv bin. Ich bekomme halt vieles in der Familie mit, wenn auch sicher nicht so viel wie Du.

      Ich glaube Dir allerdings mal nicht, dass die gemeinsam verbrachte "wertvolle" Zeit mit einem Kind keine Auswirkung auf das Verhältnis zwischen Kind und Bezugsperson hat oder doch wenigstens haben kann. Es kommt da sicherlich auch erheblich auf die Bedürfnisse des Kindes an. Vielleicht fühlt sich ein Kind nicht zureichend wahrgenommen, wenn es unentwegt herumgereicht wird und die Hauptbezugsperson den Betüdelungsjob in erster Linie macht, um selbst Geld zu verdienen. Und eine besonders hohe Bindung und ein entsprechend hoher Anspruch an die Bindung besteht zwischen Mutter und Kind ganz sicher schon durch die Geburt und das Stillen.

      Ich weiß nicht, warum man in drei Jahren Elternschaft alles vergessen haben soll, was man vorher jahrelang in seinem Job gemacht hat. Wenn man an der Cutting Edge einer technologischen Entwicklung beteiligt war, mag das ja noch zutreffen, aber in den meisten Null-Acht-Fuffzehn-Berufen verändert sich ja nun nicht sooo furchtbar viel, dass man das nicht innerhalb eines gewissen Zeitraums wieder aufholen kann. Das muss man halt als Arbeitgeber und -nehmer mit einplanen. Und als Arbeitnehmer kann man ja auch den Kontakt zur Firma und befreundeten Kollegen halten, das macht ja auch Spaß und man bleibt doch wenigstens etwas am Ball. Oder man fängt eben mal was Neues an. Wer sagt denn, dass man sein Leben lang immer das Gleiche machen muss?

      Aber, genau wie Du sagst: muss jeder selbst entscheiden.

      Ich finde Du hast Recht mit Deiner Auffassung über die Verantwortungs- und Ziellosigkeit. Vielleicht liegt es ja am Privatfernsehen .... 8|
      Gruß
      Thorsten
      Edy, da sind wir uns völlig einig. Aber auch durch einen Ehevertrag wird das Geld nicht verdoppelt, im Fall der Trennung.

      Nur, man soll eben hinterher nicht jammern, wenn was schief geht. Und wir haben immer noch das Ausbildungsgefälle (so nenne ich es immer) zwischen Mann und Frau. Männer werden drauf erzogen, getrimmt, bis zum Lebensende zu arbeiten. Bei Frauen ist es immer noch die Planung bis zum 1. Kind. Das funktioniert bei der Scheidungsquote einfach nicht. Und Berufsplanung bis zum 1. Kind, das sind dann eben auch die schlechter bezahlten Berufe, oder wenn sie denn besser bezahlt sind, die, in denen man sich nicht drei Jahre zurückziehen kann, dann vielleicht nochmal drei Jahre ....So funktioniert das doch alles nicht mehr.

      Wir haben ganz viele Aufgaben auf die Arbeitgeber abgewälzt. Drei Jahre Arbeitsplatz freihalten mit ungewissem Ausgang. Bis zu 50 Kinderkranktage, die der Arbeitgeber füllen muss. Berücksichtigung von sozialen Härtefällen, und, und, und. Das System ist doch schon lange überholt, wegen der Trennungs/Scheidungsquote.

      Ich brauchte kürzlich eine neue Assistentin/einen neuen Assistenten. Unzählige Bewerbungen. Ich hab mich bewußt für eine Frau über 50 entschieden. Keine Kleinkinder mehr, keine Kinderkranktage, keine Probleme mit der Urlaubsplanung. Das ist doch das Ergebnis der derzeitigen Familienpolitik. Für mich alles ein ganz enormer Rückschritt.

      Herzlichst

      TK
      edy, in der Zugewinngemeinschaft wird eben nur der finanzielle Aspekt geregelt, und da geht dann eben einfach alles durch 2. Das kann die Frau, die ihre Leistung in die eheliche Gemeinschaft in Form von Kindeserziehung und Haushalt eingebracht hat und möglicherweise auch noch jahrelang weiter machen muss, ja mitunter gar nicht leisten. Jedenfalls nicht, ohne erhebliche Nachteile auch für die Kinder.

      Aber gut, da laufen die Meinungen dann halt auseinander.

      Und: vielleicht sollte sich die Jurisdiktion dann einfach mal der Wahrheit stellen, dass die Welt nun mal rosarot ist, wenn man frisch heiratet. Da denkt noch keiner an die Scheidung. Und: das finde ich auch richtig so! Sich darauf zu berufen, dass das ein Fehler ist, schießt weit am realen Leben vorbei.
      Gruß
      Thorsten
      @ thz: die Entwicklung geht weiter. Drei Jahre, das ist ein Riesenschritt in den Büros. Vielleicht nicht an den Kassen im Schlecker (ich bewusst einen Firmennamen, bei dem ich weiss, dass die Firma nicht mehr existiert). Aber in den klassischen Bürojobs schon. Ich habe einen guten Freund, der eine der größten Arbeitsrechtsanwaltspraxen in einem Ballungsraum betreibt. Er führt seit vielen Jahren für mich eine Statistik. Und da ist in den letzten 20-30 Jahren festzustellen: Als es nur ein Jahr Elternzeit gab, da kamen die meisten Frauen, die um Rechtsrat baten, weil sie nach Wiedereinstieg meinten, nicht auf den richtigen Platz gesetzt worden zu sein. Heute kommen die meisten nach drei Jahren, weil sie nicht mehr arbeiten wollen, fragen nach einem Aufhebungsvertrag. Die Motive sind unterschiedlich. Häufig ist der Anschluss nicht mehr da, oder es ist auch Unlust/Bequemlichkeit. Es hat sich also ganz viel geändert. Das muss man wissen.

      Und bitte eines bedenken. Jede, wirklich jede Gesetzesänderung, die jemanden begünstigt, die benachteiligt auch jemanden. Das wird immer weggedrückt. Der Mutterschutz/Vaterschutz, wie er im Augenblick ist, führt nicht nur bei uns dazu, dass viele junge Menschen aus dem Auswahlverfahren rausgekickt werden. So was kommt von so was.

      Herzlichst

      TK
      Hallo,

      thz2906 schrieb:


      dass die Welt nun mal rosarot ist, wenn man frisch heiratet. Da denkt noch keiner an die Scheidung. Und: das finde ich auch richtig so! Sich darauf zu berufen, dass das ein Fehler ist, schießt weit am realen Leben vorbei.


      Bei kirchlichen Trauungen gibt es of das "Traugespräch", warum sollte nicht auch ein Gespräch auf Basis eines Ehevertrages stattfinden?.
      Viele Hochzeiten werden bis ins kleinste Detail geplant (Event/Hochzeitsplaner), keiner denkt an Trennung/Scheidung.
      Das sollte vielleicht Teil der Planung werden? ( warum glauben alle, sie stehen bei der Statistik auf der richtigen Seite)

      Ein Vertrag vor der Eheschließung würde zum Zeitpunkt abgeschlossen werden zu dem man dem Partner noch alles gönnt.

      Hinterher gönnt man ihm oft gar nichts mehr ( findet alles ungerecht, obwohl man alles gedultet hat).

      Es benötigt m.E. viel mehr Aufklärungsarbeit was der "Vertrag Ehe" bedeutet, und warum ein Ehevertrag eine gute Alternative sein kann.

      Eine rechtzeitige Bearatung kostet ein paar Euro, ist aber wie eine Versicherung für zukünftige Risiken.

      lg
      edy
      Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
      z.B. "Hallo"
      das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtverbindlich.
      .. oder nix als Schulden?

      Ist ja schön, wenn über die Ehejahre gescheit was zusammengekommen ist. Ich habe kein Problem damit, das dann hälftig zu teilen, wenn es was zu verteilen gibt.

      Bei Schulden sehe ich das anders: die muss halt der Partner bezahlen, der das Geld/Einkommen hat. Und nicht der, der sowieso nix hat und davon noch die Kinder durchbringen soll. Wie soll das gehen? Letzlich haben sich ja beide zu diesem Modell entschlossen, auch der, der dann nach der Trennung nach wie vor über die Kohle verfügt und kostenverantwortlich für seine Familie (Frau und Kinder) ist.

      Ironiemodus=ein

      Nicht nur ein Ehevertrag oder ggf. entsprechende Aufklärung: wie wäre es, wenn man den Beruf "Mutter" zum Ausbildungsberuf macht? Kinder darf nur noch kriegen, der weiß,wie man sie (gesellschaftskonform) aufzieht!?

      Ironiemodus=aus

      So funktioniert das Leben aber nicht. Leider. Ehen werden nicht per Konsumervertrag geschlossen, Eltern ist kein Beruf. Familie ist eine Familienangelegenheit. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, die Familie zu leben und zu schützen. Damit wären wir dann wieder bei der oben genannten Verantwortungslosigkeit. Das Leben ist nunmal kein Spiel. Das scheint den wenigsten bewusst zu sein.

      Gruß
      Thorsten
      Thorsten,

      es erschliesst sich mir nicht, warum jemand, der keinen Cent eigenes Einkommen hat, einen Kreditvertrag mit wem auch immer unterschreibt. Wenn ich kein Einkommen habe, kann ich auch kein Darlehen zurückzahlen. Und im Innenverhältnis zum Ex/zur Ex ist dann die Frage, wie die Schulden verteilt werden. Das entscheiden im Streitfall die Gerichte. Da gibt es auch unterschiedliche Konstellationen.

      Herzlichst

      TK
      Weil die Banken den Kredit sonst möglicherweise nicht gewähren. Ist doch klar, dass die soviel Unterschriften auf dem Vertrag haben wollen, wie sie kriegen können. Das verringert ja ihr Risiko, zumal Eheleute ja gesamtschuldnerisch haften. Und zu dem Zeitpunkt, an dem Kredit aufgenommen wurde, war die Ehe ja vermutlich noch halbwegs in Ordnung.
      Gruß
      Thorsten
      Hallo zuammen.

      Eine sehr gute Diskussion hier, welche auch die unterschiedlichen "Problme" verdeutlicht.
      Kompliment an die "Runde".

      Habe gestern "kurz" reingeschaut bei Stern TV, es ging dort aber um Unterhaltspreller. Dies verabscheue ich allerdings.
      Ich finde es komisch, dass ich die 25% kenne die regelmßig Unterhalt zahlen. Damit kenne ich allerdings auch die verschiedenen Probleme.
      Ich kenne auch Frauen die mehrmals in den "Süden" fliegen mit den Kindern(ohne Partner) und der "Papa" kann zum "heimischen" See.
      Bitte aber nicht falsch verstehen,es sind nicht alle gleich. Aber es gibt viele Frauen die können es sich "bequem" machen, andere müssen zusehen wie sie über die Runden kommen.
      Bei mir auf der Arbeit ist es so: Viele Frauen arbeiten TZ und holen sich über Unterhalt den Rest. Sagen die auch ganz locker.
      Andere sind arbeitslos und haben mit ALG genug Geld, wenn Kinder da sind. Diese Frauen kenne ich auch.

      Bei zahlenden Männern gibt es bestimmt auch viele Unterschiede, ähnlich wie bei Frauen. Andere machen es sich sehr "leicht" und andere haben kein Geld um zur Arbeit zu kommen.
      Oder einige arbeiten VZ und werden zum Aufstocker(wenn es eine Unterhaltsurkunde gibt). Dann ist es sehr "lustig" wenn es ein Gespräch zwischen Jugendamt und JC gibt. Werde ich niemals vergessen den Satz, weil ich daran "beteiligt" war.
      Antwort vom JC zum Jugendamt: Wir haben Arbeit, aber es wird nicht reichen für ihren Mindestunterhalt!
      Deshalb spreche oder schreibe ich immer oft von 1500,- Brutto! Diese Fälle gibt es laut meines SB aber sehr häufig(darüber gibt eskeine Statistik). Deshalb sind Unterhaltspflichtige "Problemfälle" dort, weil es die Arbeitswelt und unser Steuerrecht schwer machen. Auch Frauen gelten als "Problemfälle" wenn die sich um die Kinder kümmer und somit nicht immer für die Arbeitswelt zur Verfügung stehen.
      Meine ehemalige Nachbarin hatte früher beim Arbeitsamt gearbeitet und hat mich über die Unterhaltspflichtigen "aufgeklärt".
      Darf aber natürlich keiner offen aussprechen, weil es keine "Problemfälle" offiziel gibt.
      Die meisten Unterhaltspflichtigen welche erstmalig ALG2 beantragen sind dann meistens schon kurz vor der "Insolvenz". Sie hatte damals eine andere Erfahrung gemacht.

      Grüße
      @ thz: Banken fordern nur dann einen zweiten Schuldner, wenn eben das Gehalt des einen eigentlich schon nicht reicht, um den Kredit abzusichern. Und dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Die gesetzliche Regelung wurde nach der Herstatt-Peite eingeführt. Seinerzeit wurde geregelt, dass Kredite abgesichert sein müssen. Das ist also kein Willkürakt einer Bank. Und selbst wenn die Bank den zweiten Schuldner nicht fordert, kann im Innenverhältnis zwischen den Eheleuten eine Ausgeleichspflicht bestehen. Nur, bei mir schrillen immer alle Alarmglocken, wenn ein zweiter Schuldner gefordert wird. Und, im Fall der Trennung ist eine neue wirtschaftliche Basis zu erstellen. Es ist zwingend neu zu rechnen. Denn "doppelte Haushaltsführung" ist nun mal teuer und anders. Und es besteht ja auch heute die Möglichkeit, dass der verdienende Expartner im Innenverhältnis alleine tilgen muss. Etwa, wenn es um die Finanzierung "seines Autos" geht. Nur meist sind die Kredite ja woanders hin gewandert.

      @ Ast: ob jemand in den Urlaub fliegt oder in die Jugendherberge nach Winterberg in seinem Urlaub fährt, das ist mir wurscht. Daraus kann man gar nichts schliessen. Eventuell wirtschaftet einfach die Frau besser. Und, es wird immer unterschätzt, was Kinder wirklich kosten. Es gibt eine Studie des Familienministeriums, die jetzt so etwa 10 Jahre alt sein könnte. Da war das Thema erstmals erfaßt. Man kam da zu 400 € im Minimum. Berücksichtigt werden in der Studie auch die Warmmiete und andere versteckte Kosten. Also von Kindesunterhalt kann kaum eine Mutter in Saus und Braus leben. Und die beruflichen Einschränkungen, die der betreuende Elternteil etwa die ersten 12 Jahre hinnehmen muss (was natürlich auch gehaltsmindernd sich auswirkt), die sind seinerzeit gar nicht erfaßt worden. Viele Unternehmen können es sich einfach nicht leisten, eine Frau im gebärfähigem Alter einzustellen. Bei Unterbrechungen von bis zu drei Jahren, bei bis zu 50 Kinderkranktage im Jahr, die genommen werden können, bei Ansprüchen auf Teilzeitbeschäftigung, keine Überstunden, bevorzugte Berücksichtigung bei Urlaubswünschen u.s.w. Diese ganzen Frauenschutzgesetze sind nämlich auf der anderen Seite eine riesige Frauenarbeitsplatzvernichtungsmaschinerie.

      Ich rätsle immer noch, ob das nicht sogar erwünscht ist, politisch, auch wenn es keiner so sagt. Ich werde nachher mal meine Vorstellungen für die Zukunft hier einstellen. Vielleicht interessiert es.

      Herzlichst

      TK

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