Kindesunterhalt, gemeinsames Kind, Mangelfall

  • Hallo, ich bitte um Eure Hilfe. Wir planen Familienzuwachs, aber ich muss gestehen, ich habe große Angst, weil ich überhaupt nicht weiß, was auf einen finanziell zukommt.
    Nur vorab: Mir ist bewusst, dass ein neues Kind nicht besser zustellen ist als die bereits "vorhandenen"- alle Kinder sollen natürlich bestmöglich versorgt sein. Gedanken,wie es um uns finanziell dann steht, was wir uns dann noch leisten können, ob und wie sich der Kindesunterhalt für die Kinder aus erster Ehe ändert, mache ich mir jedoch trotzdem.


    Ich bin mit meinem Freund 5 Jahre zusammen.
    Er hat zwei Töchter, 10 und 13 Jahre alt, aus erster Ehe.
    Ehegattenunterhalt muss er nicht zahlen.
    Der Kindesunterhalt beläuft sich meines Erachtens nach auf jeweils 291 €.
    Der Kindesunterhalt für die nächste Stufe (ab 12 Jahre) wurde noch nicht geltend gemacht.
    Mein Freund kommt so auf ca. 580 €.


    Er hat einen aktuellen vom Anwalt errechneten Selbstbehalt von 1.200 € .
    (Laut Düsseldorfer Tabelle nur 1.080 €? Allerdings gehe ich davon aus, dass er weitere Aufwendungen wie beispielsweise Altersvorsorge bzw. höhere Kosten durch abzuzahlendes Eigenheim geltend machen konnte und es dadurch zu einem erhöhten Selbstbehalt gekommen ist?)


    Wir überlegen ein bzw. zwei Kinder zu bekommen. Ich habe folgendes gelesen:


    Es werden alle Kinder gleichgestellt. Sofern mehr als zwei unterhaltsberechtigte Personen vorhanden sind, wird der Betrag aus der nächst niedrigeren Spalte wirksam.
    Da mein Freund bereits an seinem Selbstbehalt von 1.200 € ist, könnte dann der Kindesunterhalt nicht mehr voll für alle drei Kinder (denn auch ich habe ja Anspruch für unser gemeinsames Kind Unterhalt zu bekommen, egal ob ich arbeite oder mich in Elternzeit befinde?) gezahlt werden. Sein Nettoeinkommen beträgt ca. 1780 € (zzgl. Firmenwagen und Benzinkosten). Ausgaben für Hausrate ca. 900 € inkl. Nebenkosten.


    Mir geht es hauptsächlich um den Mangelfall:


    - Werden die 580 € dann auf drei (vier) vorhandene Kinder aufgeteilt, also jedes Kind 193 €? ("Und gut ist.")


    - Wenn obiges nicht zutrifft, nun aber den Kindern nicht mehr nach der Tabelle Unterhalt (auch nach der nächst niedrigeren Spalte) gezahlt werden kann, was passiert dann im sogenannten Mangelfall?


    - Verstehe ich das richtig, dass dann der Mindestunterhalt "ins Spiel kommt" und dieser sich im Mangelfall nach der untersten Klasse (bis 1.500 €) und das jeweilige Alter bezieht?


    Wenn der jedoch ebenfalls nicht geleistet werden kann, denn auch dies überschreitet den aktuell zur Verfügung stehenden Teil- (1. Kind 272/ € 2 Kind 334 €/ und 3. Kind 225 €- was passiert dann?


    Wenn ich berufstätig bin, wird sein Selbstbehalt gekürzt, da ich ja mit im Haushalt lebe? (Auch wenn ich grundsätzlich keine Miete an ihn zahle, weil es sein eigenes Haus ist und ich nicht im Grundbuch stehe)


    Wenn ich in Elternzeit bin oder nur in Teilzeit, könnte es passieren, dass er tatsächlich noch einen Nebenjob annehmen muss, um den Mindestunterhalt zu begleichen? (Er arbeitet 38 Stunden in der Woche, oft zzgl. Überstunden 1- 5 Stunden- je nach Saison)


    Oder ist es tatsächlich so, dass er nur noch ein Selbstbehalt von 880 € hat, wie in der Düsseldorfer Tabelle, in der niedrigsten Spalte, aufgeführt? (Notfalls dann das Haus verkauft werden muss oder ich mich bereit erkläre seine Raten zu zahlen usw.)


    Wenn seine Ex- Frau mit ihrem neuen Lebenspartner Kinder bekommt, ist es so, dass er auch bei Volljährigkeit seiner Töchter (wenn die Kindesmutter noch nicht wieder arbeitet), für den ganzen, in der Düsseldorfer Tabelle, aufgeführten Unterhalt aufkommen muss? (Denn ansonsten wird dieser ja aufgeteilt, je nach Einkommen?)


    Eigentlich wollten wir heiraten, da jedoch vom sogenannten Familieneinkommen ausgegangen wird, wäre es sicherlich aus finanzieller Sicht, damit zu warten, damit ich mein eigenes Gehalt nicht für Kindesunterhalt "abgeben" muss?


    Und noch eine ganz wichtige letzte Frage: Wenn mein Freund den Kindesunterhalt nicht leisten kann, sammeln sich diese Schulden und müssen irgendwann abgezahlt werden?


    Ich danke Euch für Eure Hilfe.

  • Hallo Alex0204,


    Sein SB kann durch "zusammen leben" runtergesetzt werden.


    Dein Einkommen spielt keine Rolle.


    Wenn du keine "Miete" an ihn zahlst,ist das seine Sache ( hat aber mit seinen Kindern nicht zu tun).


    Bedenke immer, dein zukünftiger könnte seine Kinder lieben,wenn du ihn aber dazu drängst "zu sparen",
    könnte das negative Auswirkung auf eure Ehe haben.


    lg
    edy

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  • Hallo Eddy, vielen Dank für Deine Antwort. Deinen letzten Absatz verstehe ich allerdings nicht ganz. Mein Freund liebt seine Kinder und er möchte genau wie ich noch zwei weitere, da ihm eine intakte Familie und die Rolle des Vaters (nicht nur We- und Urlaubsvater) sehr wichtig ist. ??

  • Hallo Alex,


    Man sollte doch planen ob man für alles genug Einkommen hat ?


    Es ist doch unvernünftig zu sagen:


    " wenn ich weitere Kinder habe, wem kann ich was wegnehmen ? " (Mangelfall ).


    lg
    edy

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  • Ja. Grundsätzlich hast Du da sicher erst einmal recht. Allerdings gibt es viele Seiten, die es zu beachten gilt. Meines Erachtens.
    Ein Mann, der schon fast bis zum selbsthalt alles zahlt, darf keine eigene Familie mehr gründen? Obwohl er ein großer Familienmensch ist....???
    Oder soll die neue Familie das Kind gleich in die Krippe abgeben, sobald die Krippe das Kind annimmt (bei uns ggf. Schon ab 8 Monaten mogli

  • Monaten möglich), während die Ex- Frau selbst mit größeren Kindern nur halbtags arbeitet???


    Das ganze Thema ist sehr, sehr schwierig.


    Auch in einer Familie, wo Zuwachs kommt, wird anders finanziell gehandelt werden müssen. Sicherlich erfreut das die Kinder nicht. Und die Ex natürlich noch weniger.
    Aber ist dann die Konsequenz keine gemeinsamen Kinder haben zu dürfen?????

  • Hallo Alex,


    Das ist ein schwieriges Thema.


    Und es müsste von der Politik einiges getan werden.


    Aber aus deinem Eingangsbeitrag liest sich das anders heraus.


    Verantwortung für die Kinder sollte aber auch übernommen werden.


    Ich kann mir nur dass erlauben, was ich mir erlauben kann.


    lg
    edy

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  • Hi,


    ich glaube, dass hier einige Denkfehler sind. Man tut sich mit einem Partner mit "Vergangenheit" zusammen. Das ist völlig in Ordnung. Nur, man kann die Vergangenheit nicht ausblenden, sondern muss mit der auch leben, sie in die eigene Lebensplanung einbeziehen. Und ein "ich will dies und das" funktioniert dann so einfach nicht. Kinder haben die blöde Angewohnheit, im Laufe der Zeit teurer zu werden, nicht preiswerter. Entweder man kann das stemmen, oder man muss sich überlegen, ob man wirklich seinem Kind ein Leben in Armut zumuten möchte. Und den anderen Kindern des Partners auch. Das ist doch der springende Punkt.


    Wenn man den Kinderwunsch allerdings als Frau mit Weiterarbeiten nach den acht Wochen Mutterschutz verbindet, spätestens nach einem Jahr wieder anfängt mit der Arbeit, dann kann es funktionieren. Das wäre für mich verantwortungsvolles Handeln.


    Herzlichst


    TK

  • Na ja, dass man als Frau mit einem Mann, der Kinder hat, natürlich recht schnell wieder anfangen muss zu arbeiten, ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Auch Hausraten etc. Müssen bedient werden.


    Nein, ein Leben in Armut möchte wohl niemand - weder für 'alte' noch für 'neue' Kinder, noch für sich. Was meint Ihr denn warum ich mir so viele Gedanken mache. ;-)


    Ich glaube da gibt es weitaus mehr Frauen und Männer, die Kinder in die Welt setzen und vorher gar nicht überlegen .


    Aber was heisst Armut? Nur weil die Mutter vvielleicht doch ein paar Stunden mehr arbeiten müsste, um den aktuellen Lebensstandard ihrer Kinder dann zu mit zu 'sichern'? Ich müsste doch auch relativ schnell wieder anfangen zu arbeiten. Darf man das von ihr nicht verlangen?
    Und was ist mit ihr? Sie darf neue Kinder in die Welt setzen, da sie ja nicht diejenige ist, die den Barunterhalt schuldet? Sie haut mit den eigenen Kindern von einem Tag auf den anderen ab und zieht acht Wochen Ca. Später mit ihrem neuen LG zusammen. Der Mann hat seine 'intakte' Familie von einem auf den anderen Tag verloren und darf sich aber auch nichts Neues aufbauen. Und wenn nur mit Frauen, die viiiiel älter sind oder / und keine eigenen Kinder habenwollenn?! Ich glaube da gibt es nicht soo viele von.


    Ja, sicher muss man auf eine Menge verzichten- aber doch nicht bei Dingen, die - meines Erachtens- das Leben ausmachen. Familie.


    Ich habe mit meinem Freund damals abgesprochen, wie wir uns das vorstellen und auch das ich trotz bestehender Kinder nicht auf eigene verzichten möchte. Ich habe ihn ehrlich gefragt, ob er sich das so vorstellen kann.
    Normalerweise hätte ich in diesem Anfangsstadium niemals das Thema Kinder angeschnitten. Aber ich hätte ganz sicher die Finger ansonsten von ihm gelassen.


    Ich habe mir damals schon Gedanken gemacht, wie es laufen kann, finanziell, Platz usw. Ich bin ganz sicher nicht blauäugig an die Sache ran gegangen. Aber mal ganz ehrlich: Die Düsseldorfer Tabelle studiert man ja nun nicht in den ersten Wochen. ;-)


    Das macht man erst nach und nach und ist dann irgendwann fertig. :-(


    Für mich kommt es nicht in Frage auf eine eigene Familie zu verzichten. Im anderen Fall wäre für mich nur die Trennung eine Alternative.

  • Hallo Alex,


    ich freue mich dass du dich nicht gleich "angegriffen" fühlst.


    Du hörst hier natürlich nur unsere Meinungen. Andere denken anders.


    Was ich vorher schrieb;


    Du hast dann theoretisch 2 Kinder mit ihm,


    Er hat 2 Kinder aus erster Ehe und 2 Kinder aus evtl. zweiter Ehe ?


    Ich könnte mir vorstellen dass dir deine Kinder wichtiger sind,


    Und da liegt die Gefahr, eines möglichen Streites.


    lg
    edy

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  • Sagen wir mal so: Ich sehe seine beiden Töchter alle zwei We für zwei Tage. Oft bin ich Freitag recht spät zuhause, viel Zeit haben wir dann nicht zusammen. Samstag oder ! Sonntag mache ich tagsüber öfter mal 'alleine' etwas, weil ich denke, es schadet auch nicht, wenn sie ihren Vater auch mal alleine haben. Die Kinder sind aber auch mal beim Sport, beim Geburtstag usw. Natürlich unternehmen wir am We auch etwas gemeinsam, gegessen wird ebenfalls zusammen. Wir haben ja auch Urlaub, den wir zusammen verbringen- dann natürlich intensiver Zeit verbringen. Aber VIEL ist es nicht. Zumindest nicht, um eine wahnsinnige, innige Vertrautheit aufzubauen.


    Ich würde behaupten, dass mir meine Kinder- ich spreche ja noch nicht aus Erfahrung- immer wichtiger wären, ja. Alles andere wäre eine reine Lüge. (Die jedoch sicher von vielen genutzt wird, um nicht als böse Stiefmutter dazustehen.) Aber und ich bitte jetzt ganz besonders um Aufmerksamkeit: Es geht auf keinen Fall, dass Kinder unterschiedlich gut/ schlecht/ bevorzugt behandelt werden. (Gilt natürlich nicht für alles, beispielsweise die Erziehungsmethoden. (Nur weil die Ex- Frau das so gemacht hat, muss ich nicht in ihre Stiefel treten.) Es geht auf keinen Fall, dass eine Partnerin die Kinder nicht akzeptiert und respektiert. Und natürlich ist es auch absolut inakzeptabel, in irgendeiner Weise die Beziehung zu den bestehenden Kindern zu beeinträchtigen. Aber Liebe kann man nicht erzwingen. Und dafür möchte ich mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Mutterliebe ist glaube ich etwas ganz besonderes. Und die beiden haben eine Mutter und einen Vater, die sie von Herzen lieben- da brauchen sie niemanden, der etwas vorspielt. Und auch sie müssen mir nichts vorspielen. Wenn wir uns mögen können, uns achten und respektieren ist das eine sehr gute, ehrliche Basis. Vielleicht ist es einfacher ein Kind eher ' wie eine Mutter' aufzunehmen, wenn man sie mehr oder weniger von Anfang an hat. Mit fast 10 ist das schon 'problematischer'. Und ganz ehrlich: wieso versucht man so oft das Bild einer 'normalen' Familie auch der Patchwork- Familie überzustülpen? Finde ich merkwürdig. Das sind doch ganz andere Voraussetzungen, die sich gar nicht miteinander vergleichen lassen.


    Und nein, ich fühle mich nicht angegriffen. Glaube mir, ich denke soviel darüber nach, soviel und das schon seit Jahren, ob und wie wir das alles zum Besten hinbekommen können. Ich weiß, dass ich kein ignoranter Mensch bin. Nur habe ich auch ein Leben und das darf nicht automatisch aufhören, nur weil ich ein Mann mit Kindern liebe.


    Eingangs habe ich dies hier mehr als 'Fakten-Forum' (Recht halt;-)) angesehen und habe also eher Fakten in meinen Eingangsbericht gestellt (weil glaube mir über alles andere denke ich schon genug nach :-( ...)


    Und natürlich möchte ich das nicht beschönigen: Auch ich möchte ein normales Leben führen ohne finanzielle Sorgen. Und da mache ich mir schon Gedanken, wie es im Falle eines Kindes bei uns aussehen würde. Ob der Selbstbehalt wirklich so enorm auf 890 Euro reduziert werden könnte, ob mein Freund wirklich noch neben seiner Vollzeitbeschäftigung gezwungen werden könnte, arbeiten zu gehen usw. Ich wäre aber wirklich merkwürdig und dumm, wenn ich mir ausschließlich über seine Ex und seine beiden Töchter Gedanken machen würde und uns und unser finanzielles Leben so komplett außer Acht lasse...???
    Auch unsere finanzielle Situation muss doch nach allen Seiten hin durchgespielt werden!?
    Davon mal abgesehen, dass ja auch unsere finanzielle Situation auch die ersten Kinder betrifft, wenn sie bei uns sind (Feriengestaltung, Urlaub, Geschenke usw.).


    Ich denke , dass auch die Ex , wenn es bei uns dazu kommen sollte, ein paar Stunden mehr arbeiten könnte, wenn dann ggf. 70,80,150??????? Euro weniger durch den Kindesvater gezahlt werden. Ja, das würde sie natürlich nicht erfreuen. Das ist mir bewusst. Und grade davor habe ich mit am meisten Angst, die Angst davor, dass durch den Frust weniger Geld zu haben bzw. Dafür Stunden aufzustocken, die Wut so groß wird, dass die Kinder da mit reingezogen werden. ("Papa möchte jetzt nicht mehr soviel Zahlen, weil ja jetzt ****** da ist. Nein, das kann ich Dir nicht kaufen, wir haben doch jetzt weniger, weißt Du doch.")


    Ja, richtig gerecht ist das alles nicht, aber wenn der Vater ordnungsgemäß seinen hohen Unterhalt zahlt, sich die Lebensumstände jedoch (durch weitere Kinder) ändern, ist es vielleicht auch nicht verkehrt seitens der Frau sich ein wenig toleranter zu zeigen. Die 'Scheisse' haben schließlich meist beide Partner zu verantworten.


    Und ich bin nicht der Meinung, dass eine Frau, die mit ihrem neuen Partner samt Kindern "durchgebrannt" ist (auch sie wird ihre Gründe gehabt haben) vom Ex verlangen kann auf die große Sehnsucht nach einer intakten Familie und Kinder, die bei einem aufwachsen, zu verzichten, nur damit sie nicht mehr arbeiten gehen muss.


    Ich bin selbst auch ratlos. Glaube mir. Ich habe zwar meine Meinung zu dem Thema, siehe oben, das hindert mich aber leider nicht
    daran traurig und verzweifelt zu sein, weil eine Familiengründung eigentlich nicht so mit Problemen und Ängsten stattfinden sollte. Und die habe ich nun mal - trotz unseres festen Wunsches- weil es ggf. In die Hose gehen könnte- böse Ex, böse Kinder aufgrund eventuell geminderten Unterhalt, Eifersucht, finanzielle Knappheit, keine Zeit zum Mutter- sein, Vater der ggf. Noch aufgrund des zu erbringenden Unterhaltes zusätzlich arbeiten muss.....Hallo, wer wünscht sich denn sowas? :-(

  • Hallo Alex,


    glaube mir,


    deinen letzten Beitrag lese ich mir nochmals durch bevor ich antworte.


    lg
    edy

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  • Alex,


    hoher Unterhalt, den der Vater zahlt? Laut Familienministerium, Untersuchung von 2008, kostet ein Kind im Schnitt 400 € im Monat.. Unter Berücksichtigung der "Warmmiete" und was noch so anfällt. Das deckt sich ja in etwa mit dem, was auch für Kinder an ALG II gezahlt wird. Wenn man die Sonderzahlungen, wie etwa 100 € zusätzlich pro Schuljahr, Bezuschussung der Betreuung, u.s.w. dazu rechnet. Das muss man einfach sehen. Die Mutter der beiden schon existierenden Kinder muss schon ziemlich rechnen, um das alles hinzubekommen. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an die Klassenfahrten meiner Beiden. In einem Schuljahr fuhr der eine mit der Klasse nach London, der andere nach Prag. Der Große wuchs in einem Jahr durch drei (!) Schuhgrößen. Dann kamen die PCs, die die Schule auch erwartete und vieles andere mehr. Das muss man einfach sehen.


    Und noch etwas: Mütter werden ungern eingestellt, aus gutem Grund. Und wenn man denn einen Job ergattert hat, heissen zwei Kinder unter einem bestimmten Alter zu Hause, der Verzicht auf Karriere. Keine Überstunden möglich, keine Weiterbildung in einer anderen Stadt u.s.w. Ich bin/war so eine Mutter. Ich konnte beruflich erst durchstarten, als der Jüngste etwa 14 war. Auch das muss man sehen. Und, wir haben in Deutschland ein Heer von unqualifizierten alleinerziehenden Müttern, die auf dem Arbeitsmarkt einfach niemand will. Das bestätigt einem jedes Job-Center. Also, mal rasch das dicke Geld dazu verdienen, das läuft einfach nicht. Und alles, was über 100 € Verdienst geht, das wird überwiegend auf ALG II angerechnet.


    All das ist in so eine Kalkulation einzubeziehen. Und auch die Überlegung, was im Fall der Trennung passiert. Man kann den Vater zwar bis auf die Unterhose ausziehen, mehr geht aber nicht.


    Ganz ehrlich, ich möchte die harten Jahre nicht noch mal erleben. Meine Kinderfrau hatte monatlich mehr Geld zur Verfügung, als ich mit meinen beiden. Das es mir heute gut geht, das habe ich mir hart erarbeitet. Aber wie oft ich das Wort "Rabenmutter" hören musste, wie oft ich mich rechtfertigen musste, bei Jugendamt, dem Ex, der Familie des Ex, den Nachbarn, ich kann es nicht mehr zählen. Bei der Einschulung meines Jüngsten wurde ich im Vorgespräch vom Rektor gefragt, ob es was besonderes in der Familie gäbe, was er wissen müsste. Ich stutzte. Er half mir auf die Sprünge: "na ja, z.B., wenn der Vater trinkt oder die Mutter arbeitet." Auch sowas muss man durchstehen!


    Ach ja, trotz der immer berufstätigen Mutter, beide Kinder haben ihr Abi, haben ein Studium absolviert und sind ganz dufte Typen.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo, also ich habe schon betroffene Mütter gehört, die sehr gut mit dem Unterhalt auskamen, der gesetzlich zustand. (Deine Hintergründe kenne ich natürlich nicht!!! Ich weiß nicht wie viel der Kindesvater gezahlt hat usw.)


    Jeder wirtschaftet natürlich auch anders. Die einen kaufen drei paar Schuhe für 100, die anderen für die Hälfte. (Auch das ist jetzt keine Anmerkung, die sich darauf bezieht, dass ich meine , Du hättest falsch gewirtschaftet, sondern ein allgemeine Feststellung).


    Und auf den hohen Unterhalt bezogen: Das war eine allgemeine Feststellung, dass es eine Menge Geld ist jeden Monat- keine Wertung, ob die Summe gerechtfertigt ist oder nicht.


    Es ist meines Erachtens allerdings in unserem Fall gut für sie auszukommen, wenn die Kindesmutter ganztags arbeiten würde (wenn das Alter der Kinder es zulässt).


    ca. 1.500 Gehalt als Vollzeitkraft, Hälfte Kindergeld und einem reduziertem Unterhalt (geschätzt bei einem zusätzlichem Kind) von 500 Euro für die Kindesmutter. (Den LG von ihr rechne ich jetzt natürlich nicht mit rein, da er meiner Meinung nach die Kinder nicht finanzieren muss.)


    Was hat denn der Vater? 1.200 Euro durch den ihm zustehenden Selbstbehalt für eine Vollzeittätigkeit, was also nach Abzug übrig bleibt. Zahlt ebenfalls Miete (in dem Fall Hausraten), also auch Wohnraum für die Kinder. Logischerweise wird auch beim Vater geheizt, gegessen und getrunken (dies natürlich nicht in dem Umfang wie bei der Kindesmutter) , das We gestaltet, Ausflüge unternommen, für Geburtstage Geld ausgegeben, für die Geburtstagsfeier, für die Feier der Konfirmation, 6 Wochen Feriengestaltung, Urlaube, Weihnachten. Also es bleibt beim Vater ja nun bei weitem nicht nur bei dem geschuldeten Unterhalt. Und das allerdings von 1.200 Euro im Monat.


    Wenn er dann 50- 150 Euro 'Unterhaltseinsparungen' erhält, weil Kinder auf die Welt kommen, halte ich es definitiv nicht für eine Bereicherung.


    Natürlich kann eine 'Alleinerziehende' trotz Vollzeitarbeit tolle Kinder 'schaffen'. Das habe ich nie bestritten!!!! Das schaffen manche zusammenlebenden Eltern nicht besser.

  • Hi,


    für den Vater ist es natürlich eine Menge Geld. Für den Unterhalt der Kinder aber nicht. Die Zahlen, die ich genannt habe, die sind nicht von irgendend einer "Pro-Mutter" Fraktion oder aber von sonst jemanden, den ich nicht ernst nehme. Es war das Familienministerium. Es ist das Arbeitsministerium, welches ja den Warenkorb zusammenstellt und dann feststellt, wieviel so ein Kind im Minimum kostet. Das kannst du hier nicht wegdiskutieren. Auch nicht mit dem Hinweis auf preiswerte Schuhe. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass man einigermaßen vernünftige Schuhe für 15 € das Paar bekommt? Und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein Kind mit einem Paar Schuhen auskommt? Der Bedarf ist ganz einfach. 2 Paar Schuhe, falls ein Paar mal nass ist. Ein Paar Hallenschuhe für die Schule, ein Paar Hallenschuhe für den Fußballverein und ein Paar Stollenschuhe für Fußball draußen. Das ist die Rechnung. Und eine Frau, die jahrelang aus dem Job raus ist, 2 Kinder zu Hause hat, die ist unvermittelbar. Sprich doch mal mit Fachleuten.


    Nimm es mir nicht übel, aber du bist einfach noch nicht in der Realität aufgeschlagen. Und es hat keinen Sinn, sich da die Hucke voll zu lügen. Damit kein Mißverständnis aufkommt, ich finde es super, dass du dir vor der Schwangerschaft Gedanken machst. Das machen nämlich die wenigsten. Und sonst hat Männe irgendwann einen Stall voller Kinder und weiss nicht, wie das finanziell alles funktionieren soll. Nur, du kannst eine Planung nicht zu Lasten der bereits vorhandenen Kinder und der anderen Kindsmutter machen. Das geht schief! Und von 150 € weniger Unterhalt dort ist eben dein Kind nicht mal im Ansatz finanziert. Deshalb ja meine dringende Empfehlung bei der Konstellation, ganz schnell nach der Geburt wieder anzufangen mit der Arbeit. Eben um den Anschluss nicht zu verlieren. Sonst gehörst du auch irgendwann zu dem Heer nicht vermittelbarer Frauen. Und da helfen dir dann die 150 € weniger an Unterhalt für die großen Kinder des Partners auch nicht weiter.


    Das ist die Realität.


    Herzlichst


    TK

  • Ich meinte nicht 15 Euro pro Paar, sondern 50 Euro pro Paar.


    Aber das ist ja auch egal, ich wollte nur damit
    sagen, dass es große Unterschiede auch im Verbrauch gibt.


    Ich habe auch nicht gesagt, dass die Zahlen komplett unrealistisch sind. Aber warum sollte ab einem bestimmten Alter nur der Mann die Kinder hauptsächlich finanzieren?


    Wenn die Ex- Frau volltags arbeiten gehen kann und Ihr der Unterhalt nicht reicht, weil der Mann die Chance nochmal auf eine intakte Familie genutzt hat, sollte es meines Erachtens aber wie gesagt in diesem Fall reichen.


    1500 netto Ca! bei Vollzeitbeschäftigung Zzgl. Kindergeld und 500 Euro Unterhalt jeden Monat sind im Gegensatz zum Vater, der neben dem Unterhalt immense andere Dinge ebenfalls zahlt von seinen 1.200 Euro, doch akzeptabel.(Sicherlich nicht um ein Lusxus- Leben zu führen.)


    Was hat der Mann eigentlich für Rechte nach einer Trennung? Darf zahlen, We- Vater sein, den Traum von eigener Familie, mit der er ebenfalls den Alltag verbringt, aufgeben und eine der wenigen Frauen suchen, die auf ein Kind verzichten und wenn er keine findet, bleiben ihm ja noch zwei We im Monat um sich nicht alleine zu fühlen?


    Nun ja, es ist definitiv ein sehr, sehr schweres Thema und noch schwerer alle Bedürfnisse ordnungsgemäß zu befriedigen.


    Ps. Vor einem Jahr würde ich nicht arbeiten gehen wollen. Denn dann braucht man sich keine weiteren Kinder anzuschaffen, wenn diese nur in der Kita sind.Verantwortungsbewusstsein ist das nämlich auch nicht.


    Ein schönes We.

  • Du fragtest, warum ab einem bestimmten Alter allein der Mann die Kinder finanzieren solle...


    Um das zu beantworten, muss man ein bisschen in die Gesetzessystematik einsteigen. Das Gesetz geht davon aus, dass Betreuungs- und Barunterhalt bis zur Volljährigkeit des Kindes gleich"berechtigt" nebeneinander stehen. Der Eine zahlt, der Andere betreut. Jetzt mag man sich darüber streiten, wer den leichteren Part hat... Ich für meinen Teil meine, dass das Zahlen der "einfachere" Job ist. Einmal im Monat den Betrag abdrücken, den man leisten kann und muss und damit ist es dann getan. Denn viele Väter - und dass wir es hier mit Vätern zu tun haben, ist wohl die Regel - beschränken sich darauf. Umgangskontakte kompensieren das nicht, denn Umgang ist nicht Alltag. Es ist NICHT Sache der Mutter, hier für mehr Liquidität zu sorgen, denn dann würde sie mehr leisten, als sie muss, also Betreuungs- UND Teilbarunterhalt.


    Gut, dass Du Dir im Vorfeld Gedanken machst. Du hast halt einen Mann mit "Altlasten". Das ist so und das wird auch so bleiben. Und wenn Du und ihr als Familie nicht bei SGB II landen wollt, dann wirst Du spätestens nach Ende der Elternzeit in den Job zurückkehren müssen. Das lässt sich aber organisieren und sollte Dich nicht davon abhalten, Kinder zu bekommen. Wie timekeeper hier so schön geschildert hat ist das Leben nicht immer nur Bullerbü und Alleinerziehende können ein Lied von diesen Dingen singen. Aber... eintauschen würdest Du Deine Kinder auch nicht wollen, timekeeper, oder?


    Dann noch kurz zu Deiner letzten Frage:
    Schulden häufen sich nur dann auf, wenn ein Anspruch besteht, der nicht erfüllt wird. Ist die Leistungsfähigkeit eingeschränkt, bekommen alle weniger Unterhalt. Wird dieser reduzierte Unterhalt dann nicht gezahlt, kommt es zu Schulden. Sonst eben nicht. Wichtig ist, dass bestehende Titel immer entsprechend der Leistungsfähigkeit angepasst werden.

  • Hallo Alex,


    habe deinen obigen Beitrag nochmals durchgelesen.


    Deine Wünsche sind legitim. Nur ob alle mitspielen?


    Du glaubst dass die EX so fair sein sollte, und von sich aus mehr zu tun als gesetzlich vorgesehen ist?


    Damit die "Neue" mit ihrem Ex-Mann (EX der Kindesmutter) einen glücklichen Neuanfang starten kann?


    Ich wüßte nicht, welche Partei ich deshalb z.Z. wählen müßte ?


    lg
    edy

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  • <p>Hallo, ja, grunds&auml;tzlich wei&szlig; ich, dass der Vater (in diesem Fall) den Barunterhalt zahlt und die Mutter die Betreuung gew&auml;hrleistet.&nbsp;</p>


    <p>Wenn es zu einem Kind unsererseits kommen sollte, dann ist die Verringerung des kindesunterhaltes wohl generell nicht hoch, da Kinder aus der h&ouml;heren Altersstufe ja generell einen h&ouml;heren Anspruch haben. Aber um dies aufzufangen....meine Meinung....</p>


    <p>Patchwork ist (finanziell) meistens nicht rosig, da kann eine Mutter ja nicht davon ausgehen, die n&auml;chsten Jahre auf Dauer nur halbtags arbeiten zu m&uuml;ssen.</p>


    <p>Ja, eindeutig: Die Mutter f&uuml;hrt das anstrengende Leben mit den Kindern- eindeutig.&nbsp;</p>


    <p>Aber (und das aber ist jetzt wirklich gro&szlig;;-)) mein Freund h&auml;tte auch gern dieses anstrengende Leben gef&uuml;hrt, er hat die Kinder ja nicht nur in die Welt gesetzt, um sie am We &nbsp;und im Urlaub zu bespa&szlig;en.&nbsp;</p>


    <p>Ich danke Euch auf alle F&auml;lle f&uuml;r Eure Meinungen. Ggf. Muss man sich sp&auml;ter mal zusammensetzen und einen finanziellen Kompromiss aushandeln.</p>


    <p>&nbsp;</p>


    <p>@ bleu de coup&nbsp;</p>


    <p>Leistungsf&auml;higkeit eingeschr&auml;nkt bedeutet in dem Fall : 700 Euro bis zur SB- Grenze &uuml;ber- &nbsp;Anspruch 600 Euro Kinder aus erster Ehe, 100 Euro Kind aus zweiter Beziehung. Eigentlicher Zahlbetrag f&uuml;r Kinder aus erster Ehe aber 700 Euro.</p>


    <p>Die 100 Euro summieren sich nicht?</p>


    <p>Vielen Dank!!!!!!</p>


    <p>Ein sch&ouml;nes We.</p>


    <p>&nbsp;</p>


    <p>&nbsp;</p>


    <p>&nbsp;</p>