Alleiniges Sorgerecht (Vater) bereits während der Schwangerschaft beantragen

  • Hallo zusammen,


    ich versuche meinen Beitrag/Frage so kurz wie möglich zu fassen, jedoch alle relevanten Daten mit aufzunehmen.


    Meine ehemalige Lebensgefährtin ist im fünften Monat schwanger. Grund der Trennung war unter anderem, dass sich nach und nach rausgestellt hat, dass Sie stark Dorgenabhängig ist (ich selbst habe mit Drogen nichts am Hut). Weiterhin konsumiert Sie auch durch die komplette Schwangerschaft hindurch Cannabis (4-5 Joints pro Tag) und hatte nachweislich auch mind. einen Rückfall was harte Drogen angeht. Mit all diesem Wissen bin ich seit Beginn der Schwangerschaft mehr oder weniger allein - Sie hatte mir unter anderem mehrfach angedroht nach Holland zu fahren da eine Abtreibung ja dort länger möglich ist, oder eben so Viele Drogen zu nehmen bis das Kind dann eben "weg" ist. Dies sind auch nur kleine Auszüge aus dem Horror denn ich nun seit knapp fünf Monaten mitmache und ertrage, in der Hoffnung dass mein Kind gesund zur Welt kommt...Ursprünglich war für 3. Juli nun ein Termin beim Jugendamt vereinbart, an dem die Vaterschaftsanerkennung und die Beantragung des gemeinsamen Sorgerechtes geregelt wird. Bis zu diesem Termin wollte ich das alles auch weiterhin so ertragen und hinnehmen, um anschließend alles weitere in die Wege zu leiten. Laut Frauenarztterminen entwickelt sich das Kind absolut nach Plan, jedoch weiß die Ärztin auch nichts über den Konsum und daher sind Langzeitschäden natürlich nicht auszuschließen. Da sich die Situation mit meiner Ex-Partnerin allerdings die letzten Tage so verschärft hat und Sie zwischenzeitlich auch den Kontakt komplett zu mir abgebrochen hat, blieb mir nichts anderes übrig als die Sache zum Schutze des Kindes jetzt direkt anzugehen. Ich habe dazu bereits mit dem Jugendamt gesprochen (anonym) und mich beraten lassen. Weiterhin habe ich auch einen Anwalt hinzugezogen der den kompletten Sachverhalt kennt - ebenso liegen zu allen Anschuldigen meinerseits auch entsprechende schriftliche Beweise vor.
    Die Situation stellt sich jetzt wie folgt da:
    Mein Anwalt wartet nur noch auf das "go" meinerseits um den zuständigen Sozialdienst zu informieren und alles ins Rollen zu bringen. Dieser wird (laut Einschätzung des Anwaltes und des Jugendamtes) von einer akuten Gefährdung des Kindes ausgehen und schnellstmöglichst handeln. Es wird dann wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass das Jugendamt die Vormundschaft für das ungeborene Kind übernimmt.

    Das Problem für mich als Vater an dieser Stelle ist, dass ich keinerlei Handhabe hätte, da die Vaterschaftsanerkennung nicht stattgefunden hat. Laut Anwalt kann ich diese dann auch erst nach Geburt des Kindes beantragen und in diesem Zuge auch das alleinige Sorgerecht.

    Stimmt das so? Meines Wissenstandes nach ist es doch so, dass das mit Übertragen der Vormundschaft auf das Jugendamt auch dieses mein neuer Ansprechpartner ist und nicht mehr meine Ex-Freundin. Heißt, ich sollte doch auch dann direkt in der Lage sein die Vaterschaftsanerkennung ohne Ihre Zustimmung beim Vormund (Jugendamt) zu beantragen und im Anschluß auch das alleinige Sorgerecht....?!


    P.S.: Mitterlweile habe ich auch Teile meiner und Ihrer Familie in dies Situation eingeweiht (Personenkreis <4), die Ihr nun vorhandenes Wissen über die Situation aber nicht mit Ihr teilen da ich Sie darum gebeten habe. Der Grund warum ich diesen letzten Schritt noch nicht gegangen bin und der Sozialdienst noch nicht informiert ist - Sie hat aus einer früheren Beziehung eine 13-Jährige Tochter die bei Ihr lebt und für die Sie das alleinige Sorgerecht besitzt. Sollte ich diesen Ball ins Rollen bringen wäre natürlich auch dieses Kind davon betroffen...Ich weiß dass ich allerdings hier auch rein an den Schutz meines Kindes denken muss und werde diesen Schritt auch mit allen Konsequenzen gehen, auch wenn natürlich auch die Angst besteht dass Sie sich aufgrund dessen evtl sich selbst oder dem Kind antut wenn es soweit ist.

    Daher möchte ich heute, spätestens Morgen nochmal das Gespräch mit Ihr suchen (unter Zeugen) und ihr die Situation erklären und was auf Sie zukommen wird sollten wir keine andere Lösung finden. Die andere Lösung die ich Ihr anbieten werde ist, dass wir uns schriftlich darauf einigen, dass wir binnen der nächsten vier Wochen die Vaterschaftsanerkennung bei einem Notar vornehmen und Sie im Anschluß meinem Antrag auf das alleinige Sorgerecht beim Amtsgericht zustimmen wird. Ich würde ihr im Gegenzug schriftlich festhalten, dass Sie nach einer erfolgreich abgeschloßenen Therapie und nachweisbarer Zeit von einem Jahr Drogenfreiheit die Hälfte des Sorgerechtes von mir wieder zugesprochen bekommt (gemeinsame Sorgererklärung). Ebenso würde ich weder Jugendamt noch Sozialdienst hinzuziehen, so dass das Sorgerecht zu Ihrer anderen Tochter unverändert bleibt.
    Unterm Strich hätte ich auch so das gleiche Ergebnis und meine Angst um mein ungeborenes Kind würde endlich weniger werden, Sie hätte aber auch noch die Chance Ihr leben in den Griff zu bekommen und für Ihre Kinder als Mama dazusein.


    Alles in allem keine einfache Situation und ich hoffe dass mir hier vielleicht der eine oder andere Rat gegeben werden kann....

  • Hallo Bleibt_geheim,


    Zunächst muss erst mal zu 100% festgestellt werden ob du überhaupt der Vater des Kindes bist.


    Mit dem Jugendamt würde ich über diesen Fall überhaupt nicht freiwillig sprechen.


    Die Gefahr dass das Kind in fremde Obhut kommt ist groß.


    Es Ist ist lobenswert das du nur das Beste für das Kind willst.


    Aber mit deinen "Verträgen" sollte es nicht au eine "Erpressung" hinaus laufen.


    Und noch eine Frage: wie alt ist die Freundin?


    edy

    Eine freundliche Begrüßung bei jedem Beitrag, ist eine Werschätzung gegenüber den Antwortgebern
    z.B. "Hallo"
    das ist ein Laienforum, die Antworten sind nicht rechtsverbindlich.

  • Hi,


    zumindest die Hälfte deiner Vorstellungen ist sittenwidrig und es ist einerlei, ob sie unterschreibt oder nicht, also lass es. Auch Drogenabhängige können gute Eltern sein, wobei ein paar Joints in der Regel keinen Schaden beim Kind anrichten. Und du sprichst auch kein gemeinsames Sorgerecht zu, du bist nicht Gottvater.


    Es ist zutiefst verwerflich, eine junge werdende Mutter so unter Druck zu setzen. Das macht auch kein Gericht in Deutschland mit.

    Wenn du durch Amoklauferei nicht alles verbaseln willst, hier mein Rat: mit dem Jugendamt in Kontakt bleiben, die setzen sich nach der Geburt mit dem Krankenhaus in Verbindung, und dann wird eine Übergangsregelung gefunden, und dann sieht man weiter.


    Herzlichst


    TK

  • Erstmal danke für die Antworten. Meine Ex-Partnerin ist Mitte 30, also kein junges Mädel mehr...


    Es ist also verwerflich zu versuchen - egal ob über Anwalt oder Jugendamt - die Mutter von Dauerhaften Drogenkonsum während der Schwangerschaft abzuhalten? Finde die Meinung hier leider sehr erschreckend...das Thema mit Vertrag sehe ich noch - ja, das ist vielleicht keine gute Idee! Aber Jugendamt und Sozialdienst nicht einzuschalten, ebenso wenig einen Anwalt und das alles weiter so laufen zu lassen finde ich sehr befremdlich! Und ja, es gibt (weil ich dem ganzen nicht mehr bis Anfang Juli zusehen wollte) noch keinen Termin mehr für die Vaterschaftsanerkennung. Dass ich der Vater bin steht (auch wenn hier vielleicht angezweifelt) ausser Frage und ich verzichte bewusst darauf es so lange noch weiterlaufen zu lassen bis ich das beglaubigt habe, da ich mein kind schützen will

  • Ein Schutz des Kindes hat aber nichts mit kriminellen Handlungen zu tun. Um das Kind geht es nach der Geburt, da muss man schauen. Eine Hochschwangere zu nötigen, das geht gar nicht. Und geh mal davon aus, dass die Klinik und das Jugendamt wissen,wie in so Fällen vorzugehen ist.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo,


    Eine gute Beratung beim Anwalt oder Diakonie,Caritas, Pro Familia usw. ist gut.


    Jugendamt sehe ich eher als eine "Gefahr". (jedoch gibt es bestimmt auch gute Jugendämter).


    Die von uns "warnenden" Worte, sollten dich zum nachdenken anregen, nachdenken was du wirklich willst ?


    Du läufst Gefahr dass du hinterher mit deinen Aktionen vielleicht doch nicht zufrieden bist.


    edy

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  • Die Beratung beim Anwalt habe ich ja bereits. Das zuständige Jugendamt halte ich für sehr fähig nach dem bisherigen Eindruck. Aber ich verstehe eure Worte und natürlich regen auch diese mich zum Nachdenken an! Und ich habe auch verstanden, dass die Überlegung es doch noch so zu regeln keine gute ist - danke dafür!

    Was ich wirklich will...ich will dass es meinem Kind gut geht! und das nicht erst nach der Geburt, sondern eben auch schon hier und jetzt...aber ich will auch nicht das Leben meiner Ex zerstören, letztlich war Sie auch mal der wichtigste Mensch in meinem Leben! Aber ich stelle meine persönlichen Empfindungen und all das in den Hintergrund, ich will nur noch dass dieses Kind nicht durch drogen geschädigt auf die Welt kommt und ich mir ein Leben lang vorwerfen muss nichts dagegen unternommen zu haben....

  • Hallo,


    Gute Einstellung.


    Ich wünsche euch dass das Kind in erster Linie gesund ist.


    Das die Mutter ihren Konsum beendet, du mit der Mutter guten Kontakt behältst , du immer Umgang mit


    dem Kind haben wirst. Das Kind nicht in eine Pflegefamilie muss/kommt.


    edy

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  • Hey,


    wenn du dem ungeborenen Kind helfen willst, musst du jetzt der Mutter helfen.

    Keine Vorträge, Vorwürfe oder was auch immer, einfach dasein und über deinen Schatten springen.

    Sie nimmt die Drogen ja nicht ohne Grund. Sieh zu, das du das ohne großen Druck abschwächen kannst.

    Das was du beschreibst ist ein Dauerkonsum (4-5 Tüten am Tag).

    Die heutige THC-Menge ist nicht mehr mit der von vor 20 Jahren zu vergleichen, der Wirkstoff ist hochgezüchtet und um ein vielfaches Stärker.

    Eventuell noch weitere Leute ins Boot holen. Auch die behandelde Frauenärztin einweihen, wäre eine Option.

    Es ist nicht nur dein Kind, es ist euer Kind. Sie hat schon eine jugendliche Tochter, was sagt die den zu dem Thema?


    VG frase

  • Ich danke dir für diese Antwort! Das Problem ist, dass ich bis vor wenigen Tagen mit niemanden darüber reden konnte...sie hat mir mehrfach angedroht dass Kind dann eben in Holland nich wegmachen zu lassen oder - Wortlaut - so viele Drogen zu nehmen bis es weg ist...sollte ich mit irgendwem darüber reden würde das passieren. Ich weiß dass das leere Drohungen sind, konnte aber auch dieses Risiko nicht eingehen. Daher weiß nun erst meine Familie bescheid (die ich zuvor auch aufgrund dessen durchweg angelogen und Heile Welt vorgespielt habe) und ein kleiner Teil ihrer Familie. Sie lebt dieses Doppelleben anscheinend schon sehr lange und ihre Welt besteht leider nur noch aus ihren eigenen Wahrheiten bzw. Lügen...ihre Tochter weiß dass sie früher ab und an Mal was geraucht hat, aber dass das mittlerweile so ist und die Ausmaße hat weiß sie nicht. Im Gegenteil werde bzw wurde ich immer bei allen schlecht gemacht (inkl Tochter) und Lügen über mich in die Welt gesetzt damit sie dieses Scheinleben weiterführen konnte...wie gesagt ist das auch alles nicht aus der Luft gegriffen sondern auch komplett belegbar und dokumentiert (Mails, WhatsApp usw.). Das sind leider auch nur die "harmlosen" Auszüge aus dem letzten halben Jahr...es gab Situationen die noch viel schlimmer waren, auf die ich jetzt aber erst Mal nicht genauer eingehen will...daher weiß ich in keinster Art und Weise wie ich ihr noch helfen konnte, auch wenn ich das noch sehr möchte! Sie hat nach eigener Ansicht keine Probleme und lebt in ihrer eigenen Welt...wenn ich wüsste was ich tun soll hätte ich das hier nicht geschrieben! Ich komme aus einem guten Umfeld, habe einen überaus vernünftigen Job, hatte nie etwas mit Drogen oder ähnlichem zu tun und habe bis vor einem halben Jahr ein normales Leben geführt!

    Aber ich will in erster Linie dass diesem Kind nicht mehr geschadet wird...und dann auch gerne dass ihr endlich geholfen wird...

  • Hi,


    trotzdem gibt dir das kein Recht, eine Hochschwangere zu nötigen. Und aus eigener Herrlichkeit für Kontakt ein drogenfreies Jahr festzulegen. Ja, wo sind wir denn? Ich wiederhole mich: es gibt genug Anhängige, die es schaffen, auch Kinder groß zu ziehen. Es gibt auch genug Abhängige, die es nicht schaffen, in so Fällen greift schon direkt nach der Geburt das Jugendamt ein, weil die Kliniken in so Fällen das Jugendamt einschaltet. Und dann sieht man weiter. Und - eine gute Entwicklung der Leibesfrucht spricht nicht für exzessiven Drogenkonsum. Und selbst wenn du das Kind bekommst, wirst du nicht verhindern können, dass eine Abhängige ihr Kind sehen kann. Der Genuss von Drogen ist nicht strafbar, allerdings bist du dabei, dich strafbar zu machen. Ist das wirklich ein optimaler Start ins Leben für ein Kind: ein (möglicherweise) Junkie als Mutter und einen Kriminellen als Vater?


    Herzlichst


    TK

  • Du hast mir aber schon zugehört und liest nicht nur das was den Zeilen was du anscheined lesen willst oder?

    Ich werde nichts von all dem von ihr einfordern! Ich bin davon längst ab und werde alles weitere mit meinem Anwalt regeln und besprechen - im Sinne von allen und um auch ihr zu helfen.

    Aber wenn das der einzige Punkt ist den du hier hast dann sind deine Argumente leider Recht schwach...

  • Hi,


    nö, juristisch gesehen sind deine Argument recht schwach. Nochmals ganz klar: es kann sein, dass das Kind nach der Geburt zu dir kommt. Es kann sein, dass es bei der Mutter bleibt, es kann sein, dass es in eine Pflegefamilie kommt. Das können wir hier nicht abschätzen. Aber es kann nicht sein, dass du hier mit wem auch immer bei einer Hochschwangeren aufkreuzt, sie unter Druck setzt, etwas zu unterschreiben, was ohnehin sittenwidrig ist.


    Herzlichst


    TK

  • Hallo Bleibt_geheim,


    du bist in einer komplizierten (verzweifelten) Lage. Da kommt es schon zu Überlegungen, die nicht immer zielführend sind.

    Hier können wir dir auch nur unsere Meinungen dazu, eventuell den einen oder anderen Rat geben.

    Da du ja nicht mehr mit der Mutter in einer Beziehung lebst, ist natürlich auch dein Einfluss geringer geworden.

    Gerade in der Schwangerschaft zeigen werdende Mütter auch "merkwürdige" Verhaltensweisen.

    Zeige der Schwangeren einfach, das du für das Kind ein guter Vater sein willst, das du dir Sorgen um die Gesundhiet machst.

    Biete deine Unterstützung an ohne Druck etc.

    Ein Anwalt kann dich sicher beraten, sieht aber auch oft nur seine Gebührenordnung.

    Ich wünsche dir ein möglichst gesundes Kind und das die Beziehung zur Mutter auch im Sinne des Kindes auf einer sachlichen Ebene bleibt.


    VG frase